Genuss-Michel 2021

Die Besten der Besten!

Hamburg hat so einiges zu bieten, vor allem kulinarisch. Wir haben die facettenreiche Gastro-Szene auf Herz und Nieren getestet, uns durch unterschiedliche Länderküchen geschlemmt und tolle Konzepte kennengelernt. Die Überflieger haben wir mit unserem Genuss-Michel gekürt

Endlich wieder essen gehen! Nach langem – sehr tristen – Lockdown dürfen wir wieder schlemmen: in unserem Lieblingsrestaurant, dem schnuckeligen Café oder der Kneipe um die Ecke. Für unseren neuen Genuss-Guide haben wir uns direkt auf den Weg gemacht und über 700 Restaurants getestet. Die besten Konzepte mit tollem Ambiente, hervorragendem Service und grandiosem Essen haben wir mit dem Gastro-Preis "Genuss-Michel" ausgezeichnet.

Wer den Preis entgegennehmen durfte, wurde von einer hochkarätigen Jury entschieden, die intensiv über ihre Erlebnisse und Erfahrungen in den besuchten Restaurants diskutiert hat.
In diesem Jahr geht der Genuss-Michel an vier Restaurants beziehungsweise Persönlichkeiten in den Kategorien "Bester Newcomer", "Restaurant des Jahres", "Ehrenpreis für das Lebenswerk" und – ganz neu – Nachhaltigkeitspreis "Nachschlag". Welche Restaurants sich den Preis redlich verdient haben, erfahrt ihr hier. Film ab!

Nominierte "Bester Newcomer"

Kitsch

"Ich möchte nicht nur gut essen, ich möchte mich willkommen fühlen. Läuft! Denn Inhaber Christian und Küchenchef Philipp gelingt es im Handumdrehen, mir dieses wohlig-warme Stammgastgefühl in den Bauch zu zaubern. Sie sind Gastgeber von Seele bis Sohle. Die auf Nachhaltigkeit fokussierte Speisekarte vereint regionale Produkte mit internationalen Einflüssen: Hamburger Bouillabaisse | Tatar, Labskausaromen und Buchenrauch | Hirschrücken, Himbeere und Haselnuss | Pastinake mit Blumenkohl und Steinpilz. Schön wie gemalt sind die Teller, ohne dabei zu überfordern. Warum der Laden Kitsch heißt? Fragt Christian – er erzählt es euch beim Absacker."
Eliane Neubert, Jurorin

Lieger Caesar

"Überraschend gut. Lokale Zutaten, wenig Fleisch und wenn, dann sehr nachhaltig gedacht. Unaufgeregt, ohne Chichi, aber mit vielen neuen Geschmäckern. Greift nicht nach den Sternen, aber bietet eine neue moderne, junge, simple, verantwortungsvolle Küche. Schmeckt! Und das alles ohne Küche, weil die Lieferung sich verzögert hat. Durch Fenster konnten wir sehen, dass sie noch auf zwei bis drei Induktionsplatten kochen. Die Location ist top: endlich ein Lieger mitten in der HafenCity. Der beste Newcomer 2021!"
Koral Elci, Juror

Mirou

"Im Mirou haben wir uns gefühlt, als wären wir direkt in Tel Aviv. Das Konzept ist ehrlich und stimmig, die Inhaber sind charmant und aufmerksam. Das Restaurant ist stilvoll eingerichtet, und ebenso stilvoll werden auch die Gerichte serviert. Die Atmosphäre ist eben wie in einer Streetfood-Bar in Tel Aviv: lebendig, witzig, authentisch."
Inka Schneider, VIP-Testerin

"Endlich mal ein israelisches Restaurant in Hamburg, das unaufgeregt modern und ehrlich ist."
Koral Elci, Juror

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Gewinner "Bester Newcomer"

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Glückliche Gewinner: Inhaber Steve Förster und Küchenchef Patrick Dietzel / ©Johanna Zobel

Lieger Caesar

Ein bisschen Seefest sollte man beim Besuch auf dem Lieger Caeser schon sein. Die kreativen Gerichte von Küchenchef Patrick Dietzel werden in der HafenCity nämlich auf einem Lieger – eine ehemalige schwimmende (!) Werkstatt – serviert. Neben außergewöhnlichen XXL-Fischbrötchen, überzeugt die Küche mit tollen Gerichten, die definitiv auch ein Erlebnis für die Augen sind. Ein junges Team, das in der Krise den Sprung ins kalte Wasser wagte und sich den Preis verdient hat. Der Sieger des Genuss-Michels 2021 in der Kategorie “Bester Newcomer”.

Nominierte "Restaurant des Jahres"

Hygge Brasserie & Bar

"Der Hygge-Inhaber und Konzeptionator Nils Jacobsen hat gemeinsam mit seinem tollen Team (in dem es bezeichnenderweise nur sehr wenig Fluktuation gibt) ein gastronomisches Gesamtkunstwerk erschaffen, dessen Strahlkraft weit über die Elbvororte hinausreicht. Ob im lauschigen Gastgarten oder am Kaminfeuer im urgemütlichen ehemaligen Pferdestall: Hier kommt tolles, vergleichsweise erschwingliches, oft auf regionalen Zutaten basierendes Essen, flankiert von spannenden Weinen, auf den Tisch, das von Menschen bereitet und serviert wird, die ihren Job und ihre Gäste offenkundig lieben. Für uns definitiv das Restaurant des Jahres!"
Gerd Rindchen, Juror

Cornelia Poletto

"Alles kommt unverkopft daher und ist doch in jedem Detail durchdacht, handwerklich tadellos, dabei erfreulich nachvollziehbar. Der Service agiert dazu mit dem schwungvollen Elan der Jugend, fröhlich, charmant – wir haben ein neues, altes Lieblingsrestaurant gefunden. Verraten wir aber niemandem!"
Stevan Paul, VIP-Tester und Juror

Jellyfish

"Das Restaurant ist sehr gemütlich eingerichtet. Ohne viel Firlefanz zeigt es, dass Fine Dining heute auch lässig sein kann und weiße Handschuhe und glatt gebügelte Tischdecken nicht nötig hat. Es geht eben auch eine Nummer entspannter, ohne jedoch an der Qualität der zubereiteten Speisen zu verlieren. Serviert wurde vom aufmerksamen, freundlichen und vor allem unaufgeregten Service ein fantastisches Essen – auf den Punkt präsentiert. So würde man sich das immer wünschen."
Jens und Christian Sroka, VIP-Tester

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Gewinner "Restaurant des Jahres"

Lizenz: ©Johanna Zobel, 2021
Das Hygge-Team freut sich über die Genuss-Michel Auszeichnung / ©Johanna Zobel

Hygge Brasserie & Bar

Selten passt ein Restaurant-Name so gut zur Stimmung. Im Hygge – dänisch für herzliche, familiäre Atmosphäre – fühlt man sich als Gast direkt willkommen. Nicht nur wegen des durch und durch zuvorkommenden Teams, das merklich gerne zusammenarbeitet. Auch das Ambiente stimmt in jedem Detail, ist mit wärmenden Lichtern, Holzmöbeln und dem Herzstück, einem offenen Kamin, perfekt aufeinander abgestimmt. Mindestens genauso auf den Punkt ist das Essen im Hygge: nachhaltig, regional und super lecker! Der Sieger des Genuss-Michels 2021 in der Kategorie "Restaurant des Jahres".

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Ehrenpreis Lebenswerk

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Karlheinz Hauser wurde 2021 mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet / ©Johanna Zobel

Karlheinz Hauser

Schon als kleiner Junge wollte Karlheinz Hauser Koch werden. Zielstrebig verfolgte er dieses Vorhaben an verschiedenen Stationen der deutschen Spitzengastronomie. In München sammelte der Badener zwölf Jahre lang wertvolle Erfahrung, von 1990 bis 1992 unter Eckart Witzigmann im herausragenden Gourmetrestaurant Aubergine. 1997 wurde er Gastronomischer Leiter und Küchendirektor im Hotel Adlon in Berlin, für das er große internationale Bankette ausrichtete, bevor es ihn 2002 in die Hansestadt verschlug. Fast 20 Jahre lang führte er auf dem Süllberg nicht nur das Gourmetrestaurant Seven Seas, das Deck 7 Market Restaurant und den Biergarten, sondern war auch Gastgeber und Patron vom gesamten wilhelminischen Gebäude-Ensemble über dem Blankeneser Treppenviertel inklusive Fünf-Sterne-Hotel. Und damit nicht genug: Der Multigastronom hat ein eigenes Catering-Unternehmen, arbeitet als Gastronomie-Berater, kocht für die Fernsehsendung ARD Buffet und ist Gastjuror bei der Küchenschlacht im ZDF oder in der Sat.1-Kochsendung The Taste zu sehen. Zum Ende des Jahres 2021 verlässt Karlheinz Hauser das Restaurant auf dem Süllberg, das er mit viel Herzblut und Engagement zu einer Erfolgsgeschichte werden ließ. Wie es für den Familienvater weitergeht, ist bislang ein gut gehütetes Geheimnis. Fest steht jedoch: Karlheinz Hauser wird der Hansestadt treu bleiben – und verdient aufgrund seiner vielseitigen Projekte, der hohen Standards und seiner Verdienste für Hamburgs Top-Gastronomie definitiv diesen besonderen Genuss-Michel.

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Nachhaltigkeitspreis "Nachschlag"

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Sebastian Junge, Wolfs Junge-Inhaber, nimmt den Nachhaltigkeitspreis entgegen / ©Johanna Zobel

Sebastian Junge

Mit unserem neuen Nachhaltigkeitspreis „Nachschlag“ wollen wir Hamburger Gastronomiekonzepte ehren, die sich auf herausragende Weise für Umweltschutz und eine wertschätzende Genusskultur einsetzen. Ein Restaurant, dem der Schuh dabei perfekt passt, ist das Wolfs Junge: Unter dem Motto „Land- und handgemacht – mehr als kochen“ betreibt Inhaber Sebastian Junge mit seinem Team das Restaurant in Uhlenhorst ganzheitlich nachhaltig und konsequent. „Alles grün bei uns!“ ist hier keine leere Worthülse, sondern gelebter Alltag. Beispiele gefällig? Sebastian Junge bezeichnet sich selbst als Aktivist für nachhaltige sowie umweltgerechte Genusskultur und kreiert mit seinem Team handgemachte Gerichte aus regionalen Zutaten, die von Produzenten stammen, mit denen das Restaurant eng und teilweise freundschaftlich verbunden ist. Das Wolfs Junge wird mit Ökostrom aus 100 Prozent deutscher Wasserkraft betrieben und die Hausbank ist eine Nachhaltigkeitsbank, die ausschließlich in erneuerbare Energien, biologische Landwirtschaft und ökologische Vorhaben investiert. Außerdem im Einsatz: umweltschonende Wasch- sowie Reinigungsmittel, weniger Verpackungsmüll und Tische aus circa 200 bis 300 Jahre alten Eichenbohlen.

Wie is(s)t Hamburg nach Corona?

Einmal im Jahr laden wir unsere VIP-Tester aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien ein, um mit ihnen über das zu sprechen, was sie am meisten bewegt. Auch 18 Monate nach dem Beginn der Pandemie bleibt diese eines der wichtigsten Themen. Sie hat deutlich gemacht, wo es in allen Zahnrädern am meisten knirscht. Mit hochkarätigen Gastronomen diskutierten wir bei einem kleinen Hof-Fest über den Wandel der Branche.