Essen gehen in Hamburg wird teurer. Die Zahlen zum Genuss-Preis-Index 2025 zeigen deutlich, dass nicht nur die Preise in der Hamburger Gastronomie steigen, sondern auch die Portionen schrumpfen. Während bei vier von fünf geprüften Gerichten eine Preiserhöhung im Vergleich zur Erfassung 2024 festgestellt wurde, haben die Ermittlungen gleichzeitig bei drei von fünf Gerichten im Durchschnitt kleinere Portionen ergeben als vor einem Jahr.

Mit dem Genuss-Preis-Index ermittelt der Genuss-Guide seit 2024 die Preise für bestimmte Gerichte in der Hamburger Gastronomie. Am Beispiel von Pizza Margherita, Wiener Schnitzel, Lachs-Maki, Döner und Falafel wird ein Durchschnitt für die Preise und Portionsgrößen in der Hamburger Gastronomie ermittelt.
Durch den Vergleich populärer und etablierter Gerichte soll eine breite Vergleichbarkeit hergestellt werden. So wird bei der Ermittlung geprüft, ob eine Pizza Margherita aus den traditionellen Zutaten Hefeteig, Mozzarella, Basilikum und Tomatensoße besteht, ein Wiener Schnitzel wirklich vom Kalb kommt oder das Lachs-Maki puristisch auf Zutaten abgesehen von Algen, Reis und Lachs verzichtet. Bei der Auswahl von Döner wird zudem darauf geachtet, sogenanntes Drehspießfleisch möglichst auszuschließen, da hier mit deutlich mehr Hackfleisch als bei einem traditionellen Dönerspieß gearbeitet wird.
Dönerpreis um nahezu zehn Prozent gestiegen
Bei vier der fünf geprüften Gerichte konnte im Genuss-Preis-Index ein Preisanstieg im Vergleich zu 2024 festgestellt werden. Während sich das Wiener Schnitzel bei vollständigen Informationen (Gewicht, Preis, Zutaten) nur um rund zwei Prozent verteuert hat, ist der Preis für einen Döner um nahezu zehn Prozent (9,92 %) von durchschnittlich 7,79 Euro im Jahr 2024 auf 8,56 Euro im Jahr 2025 gestiegen. Lachs-Maki verteuerte sich um 5,3 Prozent, während der Preis für Pizza Margherita um 4,9 Prozent zulegte.


Falafel bilden hier eine Ausnahme: Während eine definitive Aussage zum Preis 2024 aufgrund großer Preisschwankungen nur unter Vorbehalt möglich war, konnte dieses Jahr ein Preis-Trend zwischen 9 und 13 Euro ausgemacht werden. Dabei hat sich Falafel in diesem Preissegment eher als Belag von Falafel-Sandwiches statt als Falafel-Teller durchgesetzt. Im Mittel hat sich so ein Preis von 11,26 Euro ergeben, während das Gros der Ergebnisse 2024 ein Mittel von 12,43 Euro ergab. Damit ist der Preis für Falafel formal um 9,42 Prozent gesunken.
Ein Kilo Wiener Schnitzel kostet fast 160 Euro
Mit Blick auf die Portionsgrößen ist eine gegenteilige Bewegung festzustellen: Drei der fünf Gerichte im Test sind im Schnitt geschrumpft.
Während die Anzahl der Lachs-Maki pro Portion von 7,36 in 2024 auf 7,325 in 2025 nahezu identisch bleibt (-0,48 %), sinkt das Gewicht des Wiener Schnitzels von 201,5 Gramm im Vergleichsjahr um fast 10 Gramm auf 191,8 Gramm oder um 4,8 Prozent. Gleichzeitig steigt so der Kilo-Preis für Wiener Schnitzel in der Hamburger Gastronomie auf fast 160 Euro pro Kilo (159,29 Euro). 2024 lag der Preis pro Kilo noch bei 149,18 Euro.
Der Durchmesser der Pizza Margherita verkleinerte sich im Vergleich moderat um 2,2 Prozent. Unter Einbeziehung der Preissteigerung erhöht sich der Preis pro Quadratzentimeter von 21 Cent in 2024 auf 23 Cent in 2025.



Da der Döner in der Größe „Normal“ (falls mehrere verfügbar waren) als abgeschlossene Einheit betrachtet wurde, ist hier kein Unterschied der Portionsgröße festzustellen. Gleiches gilt für Falafel. Hier konnte aufgrund von Intransparenz bei den Anbietern keine Aussage zur Anzahl der Kichererbsenbälle getroffen werde.




Inflation trifft Shrinkflation – Lange kann es so nicht weiter gehen
Über alle Testgerichte hinweg ist der Trend deutlich zu erkennen: Die Hamburger Gastronomie versucht an allen Stellschrauben zu drehen, um Kosten zu decken. Nicht nur sind moderate bis starke Preiserhöhungen festzustellen, auch Verkleinerungen der Portionen sind deutlich zu beobachten.
Sollte die Mehrwertsteuer, wie zuletzt diskutiert, nicht wieder auf sieben Prozent gesenkt werden, ist davon auszugehen, dass sich der Trend wie dargestellt fortsetzen wird. Restaurantbesuche drohen so mehr und mehr zu einem Luxusgut zu werden.
Der Genuss-Guide behält die Situation im Blick, nicht nur mit dem Genuss-Preis-Index 2026, sondern auch mit zahlreichen, unabhängigen Restaurant-Tests, die die Qualität – ob steigend oder sinkend – prüfen.