Rindchen schlemmt

„All you can eat“ mit Niveau

Das Restaurant Copper House in der Davidstraße überzeugt unseren Kolumnisten Gerd Rindchen durch sein modernes Ambiente und einer Küche auf erfreulich hohem Level

Lange Zeit war das für viele Menschen ein bitter entbehrtes Vergnügen: Essen gehen in Gesellschaft im „All you can eat“ – Restaurant! Da sich ja wahrscheinlich Traumata vererben, lieben auch etliche Nachfahren der Kriegs- und Hungergeneration das Gefühl, für ein festes Salär grenzenlos spachteln zu können. Leider setzt das Gros der einschlägigen Lokale in diesem Genre auf billige Sattmacher – hier was Anständiges zu finden ist gar nicht so leicht.

Das Copper House überzeugt

Eine rühmliche Ausnahme diesbezüglich ist das Copper House in der Davidstraße. Es brilliert nicht nur mit szeniger Lage mitten im Kiezgeschehen und schnieker Architektur – für den Pauschalpreis von 26,50 Euro pro Person kann man auch in richtig guten und edlen Produkten schwelgen.  Bei den kalten Vorspeisen locken Sushi Variationen, Nigiri, Califonia Rolls, Meeresfrüchtesalat oder Asiatische Salate. Das warme Buffet bietet Geröstete Ente, Gemischte Meeresfrüchte, Bratnudeln, Gebackene Hähnchenbrust, Rindfleisch mit Zwiebeln und Champignons oder Garnelentempura. Hauptattraktion ist jedoch das Live Cooking auf den Tepanyakigrills, wo sich jeder die Zutaten mit Würzungen und Saucen seiner Wahl zubereiten lassen kann (Geheimtipp: Asia Barebecue Sauce).

Erfreulich gute Fisch- und Fleischqualitäten

Aus dem Meer kommen Thunfischsteak, Lachsfilet, Heilbuttsteak, Loup de Mer, Geschälte Garnelen, ungeschälte Garnelen, Calamaris, Oktopus, Jakobsmuscheln und Grünschalmuscheln. Die Fleischabteilung wartet mit Black Angus Beef, Lammnackenkarree, Hühnerbrust, Lammspießen und Hühnerspießen auf. Erfreulich gute Fisch- und Fleischqualitäten zeigen auf, dass die Betreiber das „All you can eat“ – Genre auf ein höchst erfreuliches neues Level gehoben haben. Shanghai Paksoi, Zucchini, Zuckererbsen, Paprika, Zwiebeln und Kräuterseitlinge sind feste Bestandteile des auch noch saisonal variierenden Gemüseangebotes. Und am Dessertbuffet versüßen Crème brûlée, Frisches Obst, Gebackene Bananen und Ananas den Ausklang des Abends. Kein Wunder, dass das funktioniert.

gerd-rindchen-schlemmt

Der Wein- und Genuss-Experte Gerd Rindchen ist seit Jahrzehnten in der Gastro-Szene unterwegs. Wer seine Lieblinge sind und warum, verrät er hier in diesem Blog.