Rindchen schlemmt

Henriks

Besonders für Freunde der Fleisch-konzentrieren Küche bietet das Henriks eine große Auswahl edler Happen. Kolumnist Gerd Rindchen stürzt sich auf Entrecôte, Tatar und Hummer

Seit neun Jahren führt der ehemalige Landhaus Scherrer-Chefkoch Class-Henrik Anklam seinen eigenen Gourmet-Tempel Henriks an der Moorweide. Die Einrichtung ist nobel und schon im Eingangsbereich lugen keck Champagnerflaschen der bekannten Häuser aus dekorativen Kühlern. Vor der Tür lädt eine der schönsten Terrassen Hamburgs zum Verweilen ein. Kein Wunder, dass sich der Laden recht rasch zum beliebten Treff der Schönen und Reichen (nicht nur) aus der Umgebung entwickelt hat und hier auch gerne mal ein Schaulaufen mit den neuesten Designerstücken stattfindet. Die Küche verwendet viele Edelprodukte und hochwertige Zutaten, was sich natürlich in den Preisen widerspiegelt. Büschn Geld oder entsprechende Rückendeckung für die Kreditkarte sollte man hier schon bereithalten.

Henriks: Beliebt bei Fleischfans

Eine sehr empfehlenswerte Vorspeise ist „Zweierlei von Henriks Tatar“ (180 Gramm für 27 Euro) und zwar mit den Varianten „Boeuf Tatar vom Friesisch Ochs mit Cognac Hennessy X.O“ und „Pikantes Tuna Tatar mit Yuzu, Sesam, Avocado und Shichimi“. Große Klasse – das Thema „Tatar“ perfekt gelöst. Sehr geglückt ist auch der Halbe Hummer Thermidor (58 Euro, als ganzer Hummer 116 Euro) mit Hollandaise, Spinat, Cognac und großzügig dimensionierten gehobelten Trüffelspänen. Stark vertreten unter den Gästen des Henriks ist aber ohnehin die Fleischfraktion, die sich bevorzugt das fünf Wochen am Knochen gereifte 300 Gramm Dry Aged Entrecôte vom Pommerschen Rind (46 Euro) zu Gemüte führt. Kann man verstehen. Klassisch interpretiert kommt das beliebte Wiener Bio-Kalbsschnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat auf den Tisch (30 Euro). Die Weinkarte ist für ein Restaurant dieser Kategorie recht akzeptabel kalkuliert und hält erfreulicherweise auch etliche gute offene Gewächse bereit. So gibt es (jeweils Glas 0,1 Liter) einen anständigen Sancerre für 5 Euro, den verlässlichen Riesling von Robert Weil für 6 Euro und fürs gleiche Geld einen respektablen Spätburgunder von Rudolf Fürst aus Franken oder den vorzüglichen Rioja Crianza von Izadi. Da kommt man schon mal ganz gut mit längs.

Die-Jury-2020-_0010_gerdrindchen_02_17_023(c) Bertold Fabricius

Der Wein- und Genuss-Experte Gerd Rindchen ist seit Jahrzehnten in der Gastro-Szene unterwegs. Wer seine Lieblinge sind und warum, verrät er hier in diesem Blog.