Rindchen schlemmt

Afghanisch speisen in Eppendorf

Unser Kolumnist Gerd Rindchen schätzt und empfiehlt die hier gebotene Küche mit ihrer raffinierten Würz- und Geschmackskombination.

Zu den in der vielfältigen hanseatischen Gastronomielandschaft eher unterrepräsentierten Ländern zählt Afghanistan. Nun gibt es seit einiger Zeit in Eppendorf ein sehr empfehlenswertes Restaurant, dass es sich auf die Fahne geschrieben hat, den Hamburgern diese nahezubringen. Der Afghane Mohammed-Ali Rahmani und der Palästinenser Joél Jabarin haben vor gut einem Jahr das Maihan aus der Taufe gehoben. Übersetzt heißt das „Heimat“ – und, so man sich dem Orient verbunden fühlt, fühlt man sich hier ob der raffinierten Würz- und Geschmackskombinationen auch rasch wie zu Hause.

Breite Auswahl an veganen und vegetarischen Speisen

Der Laden ist nett und gemütlich, gleichzeitig aber modern eingerichtet und innen relativ klein. So sehnen die zahlreichen Stammgäste den Moment herbei, wenn endlich wieder die schöne Außenterrasse am Eppendorfer Weg ganztägig zum Verweilen einlädt. Viele der elegant abgeschmeckten Gerichte sind vegetarisch und vegan. Empfehlenswert ist hier das Borani Bandjan, gebratene Auberginen in subtil abgeschmeckter Tomaten-Zwiebelsoße mit frischem Fladenbrot und Joghurt-Minz-Dip (12,90 Euro). Von großer Güte sind auch die Teiggerichte: Mein Favorit sind die Bolani Kadu, zwei knusprig-dünne Teigfladen mit höchst aromatischer Kartoffel-Lauchfüllung und einem raffinierten, beerig-nussigen Beilagensalat (9,90 Euro). Ashak, die traditionellen Ravioli mit Lauchfüllung, gibt es vegan mit würziger Tomatensoße (13,50 Euro) oder, für den Fleischfreund, mit einer sehr leckeren Hacksoße (13,90 Euro). Eine große Rolle auf der Karte spielen Reiszubereitungen, wie das Nationalgericht Quabeli: Das ist duftender Basmatireis, in einem Lammfond gekocht und im Maihan die Beilage aller Hauptgerichte. Toll ist zum Beispiel der geschmorte Spinat mit Quabeli, gemischtem Gemüse aus geschmorten Auberginen, Tomaten, Paprika und Zucchini (13,90 Euro).

Afghanische Vielfalt

Besonders liebe ich hier die Grillspieße, insbesondere das Kebab-Teka: feinster neuseeländischer Lammlachs, perfekt mariniert, rosa gegrillt, mit einem Haussalat und hausgemachtem Chutney angerichtet (18,90 Euro). Das passt ins insgesamt moderate Preisgefüge, wie auch die Getränke: Das große San Pellegrino kostet gerade mal 4,90 Euro,  ein Pfälzer Top-Riesling von Bürklin-Wolf 27 Euro und eine Flasche guter Rioja Crianza Rioja Crianza 24 Euro. Die ganze preiswürdige Pracht – wie auch den noch günstigeren Mittagstisch – nehmen die Eppendorfer gerne an und so empfiehlt es sich gerade in der kalten Jahreszeit, hier zeitig zu reservieren.

Die-Jury-2020-_0010_gerdrindchen_02_17_023(c) Bertold Fabricius

Der Wein- und Genuss-Experte Gerd Rindchen ist seit Jahrzehnten in der Gastro-Szene unterwegs. Wer seine Lieblinge sind und warum, verrät er hier in diesem Blog.