Thomas Hauschild

"Unser Hof ist kein Patentrezept"

Bauernhof, Produktionsstätte und Restaurant – der Landhof Zum Dorfkrug von Thomas Hauschild hat so einige Facetten zu bieten. Wir haben den Erfinder der beliebten Salatsoße Sylter Salatfrische auf einen Schnack über respektvolle Landwirtschaft, beste Qualität und Vorfreude getroffen

Zusammen mit seiner Tochter Lea, die ökologische Landwirtschaft studiert hat, führt Thomas Hauschild den Landhof in Neu Wulmsdorf.

Herr Hauschild, was ist das Besondere an Ihrem landwirtschaftlichen Konzept?
Unser Konzept ist aus dem Wunsch heraus entstanden, beste Zutaten und Lebensmittel für unsere Produkte im Lebensmitteleinzelhandel und für unser Restaurant zu erhalten. Dieser Anspruch ist es auch, der den Landhof besonders macht. Denn sehr gute Lebensmittel zu erhalten bedeutet, deren Entstehung von Anfang an positiv zu beeinflussen: durch besondere Tierrassen, besonders gute Haltungsbedingungen, gute Böden und bestes Futter, viel Licht und frische Luft und eine große Portion Respekt vor den Lebewesen.

Warum haben Sie sich für ein solches Konzept entschieden?
Weil es an der Zeit ist, umzudenken. Wir müssen unsere Böden achtsam behandeln und mit unseren Tieren respektvoll umgehen. Am Ende ist alles ein Kreislauf – ein Geben und Nehmen. Und wenn wir dann mit unserem Landhof andere Landwirte überzeugen können, manches von unserem Konzept auf ihren Betrieb zu übertragen, dann haben wir schon sehr viel erreicht.

Sollten andere Höfe also Ihrem Beispiel folgen?
Unser Hof ist kein Patentrezept. Jede Landwirtin und jeder Landwirt haben andere Voraussetzungen und müssen einen eigenen Weg finden, sich langfristig aufzustellen. Wir können nur den unseren gehen und wenn jemand Interesse hat, kommen wir gern ins Gespräch. So ist es in den letzten Jahren bereits vielfach geschehen und das freut uns sehr.

 

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Im Restaurant Zum Dorfkrug gibt es leckere Landhof-Küche / ©Zum Dorfkrug

 

Wie bringen Sie die Herstellung Ihrer Produkte, den Landhof und das Restaurant unter einen Hut?
Am Ende dreht sich bei uns alles um beste Qualität – ganz gleich, welchen der drei Bereiche man betrachtet. Zudem greift das Eine in das Andere: Die eigene Milch vom Landhof wird auf dem Produktionsgelände weiterverarbeitet und sorgt dann in den Milchdesserts für den besonderen Geschmack. Das Fleisch unserer Tiere steht regelmäßig auf der Speisekarte unseres Restaurants. Das ist nicht nur gut miteinander vereinbar, sondern heute sogar voneinander abhängig.

Verraten Sie uns das Geheimnis für den Erfolg der Sylter Salatfrische?
Nun, ich denke die Sylter Salatfrische kam einfach zur rechten Zeit und überraschte die Kunden mit einem ganz neuen Geschmack, den man als Verbraucher bis dahin nicht kannte. Dass sie einmal so erfolgreich sein würde, habe ich damals selbst nicht gedacht.

Wie hat Corona den Alltag verändert?
Die Arbeit auf unserem landwirtschaftlichen Betrieb und auch in unserer Produktion wird nach wie vor verrichtet – natürlich unter Berücksichtigung der besonderen erweiterten Hygieneregeln. In diesen Bereichen bremst Corona uns nicht aus. Im Restaurant ist das natürlich etwas anders. Hier haben wir allerdings die Zwischenzeit genutzt und unser Restaurant an einigen Stellen ein wenig umgestaltet. So schauen wir nach vorne und freuen uns, wenn wir hoffentlich bald wieder unsere Gäste bei uns begrüßen dürfen.

Haben Sie schon Pläne für ein Ende des Lockdowns?
Ja, wir haben bereits einige Pläne für die Zeit nach dem Lockdown… aber die werden wir erst dann verraten, wenn es soweit ist.

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Interview: Beke Detlefsen verbringt ihre Freizeit als waschechter Foodie nicht selten in schnuckeligen Cafés und Restaurants. Gern bei Pizza, Sushi oder Pho – am liebsten aber bei einem ausgedehnten Schlemmer-Frühstück.