Gut zu wissen

Starship: Lieferroboter im Test

Die Eimsbütteler kennen sie bestimmt schon: Die kleinen weißen Roboter, die etwas holprig und unbeholfen auf den Gehwegen fahren. Ein skurriles Bild, das viele Schaulustige zunächst zum Schmunzeln und Staunen bringt. Aber was verbirgt sich dahinter? Was wird ausgefahren? Und wohin wird geliefert? Wir sind dem auf den Grund gegangen und haben den Starship-Roboter getestet

Text: Johanna Zobel

 

Im Stadtteil Eimsbüttel liefern die autonomen Roboter von Starship allerlei Waren und Gerichte aus. Neun Kameras sorgen dafür, dass der Lieferroboter erkennt, wenn ein Hindernis vor ihm ist. An einer Ampel schaltet er in den Kreuzungsmodus und sieht so das Ampellicht. Bei Unsicherheiten und Problem wird ein Signal an die Zentrale gesendet, woraufhin sich eine Person einschaltet und hilft. Dann geht die Fahrt mit rund sechs Kilometern pro Stunde weiter.

Es ist Mitte Februar, ein stürmischer und verschneiter Tag in Hamburg – ein Test unter extremen Bedingungen. Über die Starship-App wird bestellt. Viele Anbieter finden sich hier noch nicht, aber eine bunt gemischte Auswahl ist vorhanden: von Blumen über Obst und Gemüse bis hin zu warmen Gerichten. Die Entscheidung fällt auf Spätzle, Knödel und Kaiserschmarrn von der Alpenkantine. Der Warenkorb ist befüllt, nun geht es an die Bestellung. Nachdem man sich über die Handynummer verifiziert hat, muss eine Zahlungsart hinterlegt werden – hier gibt es leider nur eine Option: die Kreditkarte. Innerhalb von 40 Minuten soll das Essen bei uns ankommen. Wie die Gerichte aus dem Roboter zu entnehmen sind, bleibt bis dahin allerdings ungewiss. Beim Blick aus dem Fenster und den eisigen Temperaturen bleibt es spannend, ob Spätzle und Co. noch warm ankommen und sich der Roboter durch den Schnee kämpfen kann.

So kommt der Lieferroboter an:

Trotz schwieriger Wetterbedingungen ist der Roboter am Ziel angekommen – mit kleinen Schwierigkeiten: Beim Überqueren einer Kreuzung hatte der kleine Roboter wegen des verschneiten Bodens Probleme, den Gehweg wieder hochzukommen. Das zog viele schaulustige Passanten an, die das Spektakel voller Neugierde beobachteten. Nach kurzer Zeit und einer alternativen Strecke hatte er es geschafft und kam 22 Minuten nach Fahrtbeginn am Zielort an.

Wie warm war das Essen?

Nachdem die App den Kunden benachrichtigt, dass der Roboter da ist, kann darüber die Klappe entriegelt werden. Dann muss diese nur noch angehoben und das Essen entnommen werden. Beim Auspacken folgte leider die erste Enttäuschung: Das Essen ist nur noch lauwarm, die bestellten Semmelknödel sogar kalt. Obwohl der Starship-Roboter mit einem isolierten Innenbereich ausgestattet ist, konnte die Wärme des Essens den eisigen Temperaturen wohl nicht standhalten. Schade!

Ein abenteuerlicher Lieferservice

Trotz der kleinen Enttäuschung zum Ende der Bestellung ist der gesamte Bestellvorgang sehr innovativ und aufregend. Auch der positive Nebeneffekt der kontaktlosen Lieferung während der Corona-Pandemie ist definitiv ein Pluspunkt. Zudem bringt der süße Roboter Freude und zaubert mit Sicherheit ein Grinsen in die Gesichter vorbeilaufender Passanten.

So funktioniert's:

Starship Lieferroboter

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Bestellvorgang:

  • Starship-App herunterladen
  • Lieferstandort festlegen
  • Anbieter auswählen
  • Ausgewählte Produkte in den Warenkorb legen
  • Zur Kasse gehen
  • Telefonnummer verifizieren
  • Zahlungsart hinterlegen
  • Bestellung aufgeben

So wird der Roboter geöffnet:

  • Push-Nachricht öffnen, wenn Roboter eingetroffen
  • Auf dem Handy "Unlock" anklicken
  • Klappe öffnen
  • Essen herausnehmen
  • Klappe schließen
  • Roboter wegschicken

Liefergebühren: 1,24 Euro