Freitagvormittag, kurz vor Auftakt ins Wochenende: Während Büromitarbeitende den letzten Stunden am Schreibtisch entgegenblicken, stehen Gastronominnen und Gastronomen vor den stressigsten Stunden der Woche. Und wäre ein hohes Gäste- und Speisenaufkommen nicht schon genug, melden sich Mitarbeitende krank, fragen nach Ersatz, frühem Feierabend oder späterem Start. Nicht selten bedeutet Gastronomiealltag besonders für kleine Lokale und deren Betreibende, ein organisatorisches Chaos und einen hohen Abstimmungsaufwand. Hilfe kommt von Ordio.
Was ist Ordio?
Das Kölner Unternehmen Ordio, 2021 von David Keuenhof und Gregor Pilz gegründet, positioniert sich als digitale Plattform, die den Arbeitsalltag im Schichtbetrieb bündeln und vereinfachen soll – von der Planung bis zu lohnrelevanten Prozessen. Dienstpläne lassen sich digital erstellen, Mitarbeitende können Verfügbarkeiten hinterlegen und Schichten in App oder Web einsehen – inklusive der Option, Schichten zu tauschen und zu interagieren.
Die Idee hinter Ordio haben Keuenhof und Pilz im eigenen Alltag: Keuenhof ist Gründer und Betreiber von Sushi Ninja, das mit drei Filialen in Köln und über einhundert Mitarbeitenden einiges an bürokratischem mit sich bringt. Keuenhof: „Wenn wir ein Tool wollen, das wirklich hilft, müssen wir es selbst bauen. So ist Ordio entstanden, als modulares System, das Onboarding, Schichtplanung, digitale Zeiterfassung und mit Payroll Plus sogar eine KI-gestützte Nettoabrechnung verbindet.“ So entwickelt er gemeinsam mit Pilz die All-in-one-Lösung Ordio.
Payroll-Fokus: Wenn Planung direkt in die Lohnprozesse einzahlt
Laut Unternehmensangaben ist das Besondere an Ordio, dass diverse Systeme an einem Ort vereint werden und den Alltag derer, die bei sogenannten „deskless jobs“, also in der Gastronomie, Hotellerie und Fitnessbranche, in der Pflege, im Eventsektor und in der Logistik, vereinfachen. Ein entscheidender Vorteil Ordios liegt darin, dass Arbeitszeiten, Pausen und Abwesenheiten nicht separat „nachgepflegt“ werden müssen, sondern dass erfasste Zeiten direkt in die Lohnabrechnung übernommen werden können; auch Urlaubs- und Kranktage können nach den entsprechenden Regeln berücksichtigt werden.
Keuenhof, Pilz und das Ordio-Team blicken positiv in die Zukunft: 2025 bekam das Unternehmen eine 12-Millionen-Euro-Finanzierung, um den Ausbau von Payroll Plus, der ersten vollautomatisierten Lohnabrechnung für Branchen ohne Schreibtisch, weiterzuführen. Zu den Investoren gehören der Wiener Tech-Investor 3VC, Wecken & Cie., Capnamic und Simon Capital.
