Rindchen schlemmt

Authentische japanische Küche

Perfekt für erstklassige japanische Küche zu soliden Preisen: Kolumnist Gerd Rindchen schwärmt von seinem Besuch im Restaurant Daruma in Hammerbrook

Gemeinhin denkt man bei japanischer Gastronomie an vornehme, elegante und, ja, gern auch mal etwas höherpreisige Restaurants. Kein Wunder – ist doch die japanische Küche eine der edelsten weltweit und setzt schwerpunktmäßig auf erlesene Rohprodukte. Um so erfreulicher, wenn man dann mal auf eine japanische Stätte der Einkehr stößt, wo zwar die hehren Ideale der japanischen Kochkunst – inklusive bester Produkte – hochgehalten werden, die Preise sich aber bescheiden man gerade auf Mittelklasseniveau bewegen. Ein solcher Ort ist die japanische Traditionsgaststätte Daruma am Stadtdeich. Dort, im Schatten der Deichtorhallen, betreibt die freundliche Eignerfamilie Ishibashi seit Anfang der 80er Jahre ein sogenanntes Izakaya – das ist eine schlichte, in Japan äußerst verbreitete Form des Speiselokals, eigentlich eher eine Eckkneipe mit solider Küche. Sehr schlicht ist auch das – seit rund vierzig Jahren weitgehend unveränderte – Interieur im Daruma: Ein Holztresen mit einzelnen Essern, der sich um den unablässig wirbelnden Meisterkoch im Zentrum des Geschehens drapiert und blankgescheuerte kleine Holztische. Aber das Essen ist klasse. Das „Sashimi Moriawase“ ist bester, roher Fisch in Reinkultur: zartschmelzender Tintenfisch, herzhafte Makrele, eleganter Seewolf, Lachs und Thunfisch – dazu knackiger Ingwer, Wasabi und Sojasoße – perfekt (18 Euro). Auch das große Nigiri Sushi setzt Maßstäbe und offenbart die erstklassigen Fische auf sanft gesäuertem Reis. Die pure Substanz für 24 Euro. Klasse und abwechslungsreich sind auch die vielen warmen und kalten Vorspeisen. Mein Favorit und ein echtes „must have“: Die wahrhaft würzigen und knackigen Gyoza, perfekte gebratene Teigtaschen mit Hackfleisch und Kräutern gefüllt. Und auch ansonsten gibt es vieles was das Japanerherz – und der Europäergaumen – begehrt: Fluffige frittierte Tempuras, Teryiaki-Gerichte mit hausgemachten Soßen oder den klassischen, hier besonders wohl geratenen Schweinebauch. Und wer Spaß daran hat, sich einfach treiben und nach Tageslust- und Laune des Kochs verwöhnen zu lassen ordert einfach das große japanische Überraschungsmenü für 40 Euro pro Nase. Damit macht man hier nix falsch.

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Der Wein- und Genuss-Experte Gerd Rindchen ist seit Jahrzehnten in der Gastro-Szene unterwegs. Wer seine Lieblinge sind und warum, verrät er hier in diesem Blog.