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Nach all den Jahren mit der internationalen Bling-Bling-Küche des Tarantella müssen hungrige Gambler und andere illustre Gäste des Spielcasinos in der Hamburger Neustadt auch unter der neuen Firmierung Pellicano samt Edel-Italo-Konzept nicht auf ihre geliebten Luxus-Gaumenschmeichler verzichten: Noch immer schlürfen sich in der mit viel Plüsch und Messing stilgerecht durchrenovierten Nobeladresse Austern von Boutrais Celine bis Gillardeau (3 Stück 18/27 Euro) zur riesigen Champagnerauswahl wie von selbst. Doch nach wie vor findet man auf der neuen Karte ebenfalls jede Menge gerade noch bezahlbare Seelenteller, jetzt halt italienische Klassiker von Parmigiana di Melanzane über Tagliatelle al Ragù bis zum Rinderfilet in Pfeffersoße. Wir haben Glück und bekommen einen Tisch auf der riesigen, gut beschirmten Doppelterrasse und werden vom flink-freundlichen Service nach allen Regeln der Bedienkunst umschwärmt. Schon das (nicht berechnete) Coperto mit feinem Kräuterdip, Grissini, Focaccia und Sauerteigbrot weist in die richtige Richtung: Die bisherigen Restaurants der Betreiber The Bellezza Group in München gehören zu den gehobenen Lokalen der an richtig guten Italienern reich gesegneten Stadt. Für den ersten Hamburger Standort wurden zwei Top-Chefs angeheuert – Kai Wiegand stand im Nikkei Nine am Herd, Luigi Marzo kochte privat für Frankreichs Milliardärsfamilie Arnault. So reich muss man nicht sein, um im Pellicano glücklich zu werden: Zum Edel-Rosé Whispering Angel (0,2 l 15 Euro) genießen wir ein himmlisch zartes Vitello tonnato samt kräftiger Thunfischcreme (21 Euro) und gönnen uns mit dem mundwarmen großen Kingcrab-Bein auf perfekter Tomatensugo einen der wenigen Angeberteller (45 Euro) auf der mit verlockenden Italo-Klassikern bestückten Karte. Die Tuber-Tagliolini sind herzerfreuend großzügig getrüffelt, das Saltimbocca aus kundig hauchdünn geschnittenem Kalb mit San Daniele Schinken in buttriger Weinsoße mit Ofengemüse samt Taggiasca-Oliven habe ich auch in Rom noch nie besser bekommen (je 32 Euro). Das riesige Tiramisu For Two (20 Euro) mag uns die Küche nicht als halbe Portion verkaufen, deshalb ordern wir ein flüssiges Dessert – die Espresso Martini (16 Euro) zeigen, dass hier neben der Top-Küchenleistung auch mit den Barkeepern eine richtig große Konkurrenz zu den altbekannten Italo-Platzhirschen Hamburgs entstanden ist. Royal Flush!


