Die Geschichte von HELA beginnt 1905, als der junge Otto Hermann Laue das Unternehmen Carl H. Rose & Co. übernimmt, bei dem er zuvor als Lehrling den Handel mit Heilkräutern und Chemikalien lernte. 1906 wird der Unternehmensname von ihm in HELA (Hermann Laue) geändert und er beginnt mit dem Gewürzhandel, welcher auch heute noch das Steckenpferd von HELA ist. Ab 1928 sitzt HELA im Schanzenviertel und verkauft Gewürze und Gewürzsalze an Metzgerbetriebe. 1949 steigen Hermann Laues Söhne Kurt und Rudolf mit in den Betrieb ein. „Der Gewürzketchup wurde von Kurts Ehefrau Martha Laue als etwas erfunden, was perfekt zum Sortiment der Kunden passte“, berichtet Aaron Jöcker, Marketing-Teamleiter bei HELA. 1963 kommt der Ketchup erstmals in die Supermärkte, wo er bis heute geblieben ist. Das HELA-Werk befindet sich inzwischen in Ahrensburg, wo Produkte für das Gastgewerbe, die Lebensmittelindustrie und Privatkunden in ganz Europa produziert werden.
Qualität, Fairness und Transparenz – die CHAMKAR Gewürze
„Wir haben eine große Produktwelt, über die wir etwas erzählen wollen, einen riesigen Blumenstrauß“, erzählt Michael Düsterfeld (Head of Sales HORECA & Foodservice EMEA bei HELA) dem Genuss-Guide im Gespräch. Noch immer gehören zum Produktportfolio Gewürze und Gewürzmischungen für die Industrie und Metzgerbetriebe sowie das Gastgewerbe. Doch das Familienunternehmen geht mit der Zeit und experimentiert mit neuen Produktlinien.
Wir haben 120 Jahre lang auf dem Großmarkt Gewürze bezogen und davon profitiert. Wir möchten jetzt etwas zurückgeben.
Aaron Jöcker, Marketing-Teamleiter bei HELA
„Da, wo ein großer Konzern sagen würde, wir rationalisieren das Sortiment und trimmen alles auf Preiseffizienz, um unsere Investoren zufriedenzustellen, können wir als Familienunternehmen sagen: Nein. Wir legen Wert auf Qualität. Wir machen das anders“, erklärt Aaron Jöcker. Unter der Marke CHAMKAR bietet HELA handverlesene Gewürze aus Kambodscha an, die zu fairen und transparenten Bedingungen produziert werden. Im Gespräch mit dem Genuss-Guide erklärt Jöcker, wie die neue Gewürzlinie zustande kam: „Wir haben 120 Jahre lang auf dem Großmarkt Gewürze bezogen und davon profitiert. Wir möchten jetzt etwas zurückgeben“, so Jöcker. Es entstand die Idee, direkt vor Ort mit Kleinstbauern in Kambodscha zusammenzuarbeiten. „Die Bauern sagen uns, welchen Preis sie haben möchten. Wir verhandeln den nicht. Und dann zeigen wir die komplette Lieferkette preistransparent.“

Egal ob Schwarzer Kampot-Pfeffer, Sternanis oder Gewürzmischungen. Für jedes CHAMKAR Produkt können Endverbraucher auf der HELA-Website nachvollziehen, wie der Preis zustande kommt und wie er sich verändert. Das Besondere: ein Preisaufschlag, der bei anderen Firmen der Gewinn wäre, geht bei HELA zu 100 Prozent als Spende an die Dorfschule in Kambodscha, wo die Kinder der Bauern unterrichtet werden. „Wir haben nichts zu verbergen. Im Gegenteil: Wir wollen alles zeigen“, stellt Jöcker klar. Zum Zeitpunkt des Interviews sind Aaron Jöcker und Michael Düsterfeld gerade erst selbst von einer Reise nach Kambodscha zurückgekehrt, wo sie sich gemeinsam mit 15 mitgereisten Gastronomen über Gewürze, ihre Herstellung und die Arbeit der Bauern vor Ort informieren konnten. Sie durften selbst mithelfen und erzählen beeindruckt, wie jedes Pfefferkorn einzeln begutachtet wird, um zu überprüfen, ob es den hohen Qualitätsstandards entspricht. „Wenn ich so ein hochwertiges Produkt habe, setze ich es natürlich auch bewusster ein“, erklärt Düsterfeld.

Familienunternehmen und traditionelles Handwerk – THEO und ART OF OIL
„HELA vertritt als Familienunternehmen in vierter Generation den Grundwert, dass auch mit anderen Familienunternehmen zusammengearbeitet wird, wo immer das möglich ist“, so Jöcker. Einfache Balsamico-Essige hatte das Ahrensburger Unternehmen bereits länger im Sortiment. Um sich breiter aufzustellen und das eigene Sortiment zu erweitern, bietet HELA stattdessen nun unter der Marke THEO die Produkte des Essigbrauers Theo F. Berl an. Unter anderem deutschen Balsamico-Essig. Ohne jegliche Zusätze. „Was wir im Supermarkt meistens sehen, ist ein Produkt, wo aus Industriealkohol Brandweinessig gemacht wird. Das ist bei Theo nicht so. Er bekommt Wein aus der Region und macht aus diesem Wein mit Essigbakterien Weinessig.“ Neben den puren Varianten sind auch Fruchtessige mit im Sortiment. „Aus Blaubeeren macht Theo Blaubeerwein und aus diesem dann Blaubeeressig. Und dann macht er mit dem Blaubeeressig und Traubenmost Blaubeerbalsamico. So etwas gibt es sonst nicht“, erklärt Jöcker.

Passend zum THEO-Essig vertreibt HELA auch hochwertige Olivenöle. „Seit 2023 haben wir ART OF OIL im Portfolio, zwei sortenreine Bio Olivenöle aus Spanien“, berichtet Düsterfeld. Auch aromatisierte Öle und Olivenölmischungen für die Gastronomie werden unter der neuen Ölmarke verkauft.

Familiengeheimnisse – das Rezept des Gewürzketchups
Neben den spannenden Produktneuheiten gibt es im Produktportfolio des Ahrensburger Familienunternehmens einen Evergreen: Spätestens, wenn die Grillsaison anbricht, stehen die dunkelroten Flaschen mit dem grünen Deckel in jedem deutschen Kühlschrank.
Das Rezept liegt im Tresor. Da kommt nur die Familie Laue ran und sonst niemand
Michael Düsterfeld, Head of Sales HORECA & Foodservice EMEA bei HELA
„Der Gewürzketchup ist einfach ein Kultprodukt“, sagt Jöcker. Auch er selbst und Michael Düsterfeld sind noch immer Fans der würzigen Soße, die es seit den frühen 1960er-Jahren in deutschen Supermärkten zu kaufen gibt. „Der Geschmack ist gleich geblieben“, bestätigt Jöcker auf Nachfrage. Aufgrund der enthaltenen Gewürze, die je nach Ernte unterschiedlich schmecken können, werde die Rezeptur aber leicht angepasst. Und was ist nun das Geheimrezept? „Curry ist drin“, erklärt Michael Düsterfeld schmunzelnd, muss dann aber zugeben, dass er es selbst nicht weiß. „Das Rezept liegt im Tresor. Da kommt nur die Familie Laue ran und sonst keiner.“
