Christine Iversen, was macht der Norwegian Seafood Council und welche Aufgaben verantworten Sie im Unternehmen?
Unsere Vision ist seit der Gründung 1991 unverändert: die Welt für norwegischen Fisch und Meeresfrüchte zu gewinnen – ganzheitlich, professionell und auf Basis von Wissen, Transparenz und langfristiger Verantwortung. Ich verantworte beim Norwegian Seafood Council die Markt- und Kommunikationsarbeit für Deutschland. Meine Aufgabe ist es, norwegischen Fisch und Meeresfrüchte für den deutschen Markt einzuordnen, verständlich zu machen und Vertrauen aufzubauen – vom Ursprung im Meer bis zum Teller. Unser Ziel ist es, Menschen in Deutschland für norwegischen Fisch zu begeistern – mit Wissen, Glaubwürdigkeit und echtem Genuss.
Dabei geht es mir nicht um reine Produktkommunikation, sondern um Haltung: um Respekt vor der Natur, wissenschaftlich fundiertes Management und die Menschen, die in Norwegen mit großer Verantwortung im Meer und entlang der Küste arbeiten. Mich motiviert es, genau diese Geschichten erzählen zu dürfen – und Menschen für die Qualität und den Geschmack norwegischer Meeresfrüchte zu begeistern. Es erfüllt mich mit Stolz, aus Norwegen zu kommen und zeigen zu können, wie viel Verantwortung, Wissen und Leidenschaft hinter jedem einzelnen Produkt stehen.
Der Norwegian Seafood Council ist Partner beim Genuss-Michel 2026. Was verbindet das Unternehmen mit der deutschen Gastronomie – und warum ist Ihnen diese Partnerschaft wichtig?
Die Gastronomie ist für uns ein zentraler Partner. Uns ist wichtig, dort präsent zu sein, wo täglich mit hochwertigen Rohstoffen gearbeitet wird und wo Qualität, Herkunft und Handwerk eine echte Rolle spielen. Köchinnen und Köche treffen bewusste Entscheidungen – und genau hier verbindet sich ihre Arbeit mit unserem Anspruch an norwegischen Fisch und Meeresfrüchte.
Das kalte, klare Meer, strenge Qualitätsstandards und Menschen, die mit großem Respekt vor der Natur arbeiten, schaffen Produkte, auf die sich die Gastronomie verlassen kann. Der Genuss-Michel würdigt genau dieses Handwerk und diese Haltung. Für uns ist die Partnerschaft deshalb eine sehr stimmige Verbindung zwischen Ursprung, Produkt und kulinarischer Exzellenz auf dem Teller.
Wie würden Sie Ihre Mission innerhalb der internationalen Fischwirtschaft beschreiben?
Laut den Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf über neun Milliarden Menschen anwachsen. Der globale Bedarf an Lebensmitteln wird sich im Vergleich zu 2010 nahezu verdoppeln. Obwohl die Meere rund 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, stammen heute nur etwa zwei Prozent der weltweit konsumierten Lebensmittel aus dem Meer. Das zeigt, welches Potenzial hier noch liegt.
Unser Anspruch ist es, einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit zu leisten
Christine Iversen, Norwegian Seafood Council
Norwegen ist einer der größten Exporteure von Fisch und Meeresfrüchten weltweit. Uns ist wichtig, dieses Potenzial verantwortungsvoll zu nutzen. Wildfischbestände allein können den wachsenden Bedarf nicht decken. Deshalb spielt eine wissenschaftlich fundierte und streng regulierte Aquakultur eine zentrale Rolle, um gesunde, nachhaltige und qualitativ hochwertige Lebensmittel bereitzustellen. Unser Anspruch ist es, einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit zu leisten und gleichzeitig Vertrauen aufzubauen.
Warum sollten die Menschen zu Fisch aus Norwegen greifen?
Fisch und Meeresfrüchte aus Norwegen sind untrennbar mit ihrem Ursprung verbunden: kaltes, klares Meerwasser, lange Küstenlinien und Menschen, die seit Generationen mit dem Meer leben und arbeiten. Diese Kombination prägt Qualität, Geschmack und Textur der Produkte. Besonders sichtbar wird das zum Beispiel beim Skrei, dem norwegischen Wander-Kabeljau, der von Januar bis April an der norwegischen Küste auftritt. Seine lange Wanderung aus der Barentssee zu den Lofoten sorgt für ein außergewöhnlich festes, schneeweißes Fleisch. Aber auch Lachs, Hering, Forelle und verschiedene Weißfischarten stehen für diese Verbindung aus Natur, Handwerk und moderner Technologie.
Norwegen arbeitet unter einigen der strengsten Umwelt-, Tierwohl- und Kontrollauflagen weltweit. Wer sich für Fisch und Meeresfrüchte aus Norwegen entscheidet, entscheidet sich für ein System, das Verantwortung ernst nimmt und langfristig denkt – für heutige und kommende Generationen. Das Herkunftssiegel „Seafood from Norway“ macht diese Qualität nachvollziehbar – und schafft Vertrauen.
Welche Pläne hat das Norwegian Seafood Council für die kommenden Jahre in Deutschland?
In den kommenden Jahren möchten wir unsere Arbeit in Deutschland weiter ausbauen. Dazu gehören Initiativen rund um verschiedene Fischarten wie Hering, Lachs, Forelle oder Weißfische wie Seelachs, Schellfisch, Rotbarsch, Heilbutt und Kabeljau. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf den Hering. Diese Fischart möchten wir stärker in der modernen Gastronomie verankern. Mit dem Gastronomieprodukt „Hering in der Box“ haben wir 2025 gemeinsam mit dem Sternekoch Heiko Antoniowicz den Preis „Innovation des Jahres“ gewonnen. Das moderne Convenience-Konzept ermöglicht es Köchinnen und Köchen, aus einer Box beispielsweise fünf Vorspeisen, rund 30 Flying-Food-Portionen oder bis zu 50 Kostproben von gereiftem Matjeshering zuzubereiten – ergänzt durch passendes Zubehör wie Coulis, Marinaden und Gewürz-Toppings. Beim Genuss-Michel wird dieses Produkt ebenfalls verkostet.