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Deutscher Kochbuchpreis

Das sind die besten Kochbücher 2025

Am 26. November wurde zum fünften Mal der Deutsche Kochbuchpreis verliehen. Bei einem Fünf-Gänge-Dinner mit Gerichten der Nominierten wurden die Preisträger bekanntgegeben – darunter auch Autoren aus Hamburg 

27. November 2025 von Alina Fedorova

Am 26. November wurde der Deutsche Kochbuchpreis in der Hobenköök verliehen. Das sind die Sieger 2025 / ©Alina Fedorova
Am 26. November wurde der Deutsche Kochbuchpreis in der Hobenköök verliehen. Das sind die Sieger 2025 / ©Alina Fedorova

Die Hobenköök war am Mittwochabend Treffpunkt der deutschsprachigen Kochbuchszene: Bei der fünften Verleihung des Deutschen Kochbuchpreises wurden die besten Bücher des Jahres ausgezeichnet. 192 Gäste feierten bei einem Fünf-Gänge-Menü die Sieger aus 35 Kategorien, die von einer 70-köpfigen Jury aus Kulinarik-Experten auserlesen wurden. Unter den Nominierungen waren auch bekannte Hamburger wie Steffen Henssler mit „Hensslers schnelle Nummer“, Onur Elci mit „Alles in die Mitte!“ und Stevan Paul mit „Sushi“. „Die hohe Qualität der ausgezeichneten Kochbücher zeigt: Das Genre lebt – aller Skepsis zum Trotz“, sagt Benjamin Cordes, Autor und Restauranttester für den Genuss-Guide und Herausgeber des Deutschen Kochbuchpreises vom Kochbuchportal „Kaisergranat“.  Unter den Preisträgern sind gleich mehrere Hamburger Autorinnen und Autoren vertreten.

Die besten Kochbücher Deutschlands: Das sind die Sieger 2025

Die Jury, bestehend aus Journalisten, Köchen und Kritikern, äußerte sich begeistert von der diesjährigen Auswahl: „Wir sind immer wieder überrascht, wie kreativ die Autorinnen und Autoren sind und wie sie immer wieder neue Themen oder neue Zugänge zu bekannten Themen finden. Die Arbeit mit den Büchern war eine große Freude.“ Unter den Experten auch bekannte Akteure der Hamburger Gastronomieszene wie Stefanie Hehn (Chef-Sommelière im The Fontenay), Jens Lund (ehemaliger Chef-Patissier im Haerlin) und Elli Neubert (Foodstylistin sowie Genuss-Michel-Jurorin). Aus fünf nominierten Kochbüchern pro Kategorie wurden vorab die Sieger ermittelt und auf der Gala verkündet.

Auf dem Siegertreppchens landete Gastronomin und TV-Köchin Zora Klipp, die mit ihrem Kochbuch „Hej!“ in der Kategorie skandinavische Küche überzeugte. Klipp freute sich nicht nur über ihren eigenen Sieg: Ihr enge Freundin und Podcast-Partnerin Hanna Reder wurde mit ihrem Kochbuch-Debüt „Was kocht Hanna“ zur Newcomerin des Jahres gekürt. Die Content Creatorin und „The Taste“-Finalistin begeisterte die Jury mit kreativen und alltagstauglichen Gerichten und ihrem sympathischen und nahbaren Schreibstil. „Die Auszeichnung ist für mich ein riesiges Zeichen von Wertschätzung“ bedankte sich Reder. „Über den Gewinn des Deutschen Kochbuchpreises freue ich mich deshalb so sehr, weil er all das würdigt, was mir am Herzen liegt: Rezepte, die funktionieren und eine Küche, die nicht perfekt sein muss, um glücklich zu machen.“ Stevan Pauls neuestes Werk rund um die japanische Reisspezialität wurde zum besten Kochbuch in der Kategorie Fisch und Meeresfrüchte ernannt.

Hanna Reder wurde mit ihrem Kochbuch „Was kocht Hanna“ zur Newcomerin des Jahres 2025 gekürt / ©Alina Fedorova
Hanna Reder wurde mit ihrem Kochbuch „Was kocht Hanna“ zur Newcomerin des Jahres 2025 gekürt / ©Alina Fedorova
Stevan Paul gewann den ersten Platz mit seinem Kochbuch „Sushi“ in der Kategorie Fisch und Meeresfrüchte / ©Johanna Zobel
Stevan Paul gewann den ersten Platz mit seinem Kochbuch „Sushi“ in der Kategorie Fisch und Meeresfrüchte / ©Johanna Zobel
Unter den nominierten Kochbüchern war auch Steffen Hensslers neues Kochbuch „Hensslers schnelle Nummer“ / ©Alice von der Laden
Unter den nominierten Kochbüchern war auch Steffen Hensslers neues Kochbuch „Hensslers schnelle Nummer“ / ©Alice von der Laden

Sterneköche dominieren mehrere Kategorien beim Deutschen Kochbuchpreis

In der Königskategorie Sterneküche setzte sich TV-Koch Alexander Herrmann gemeinsam mit Küchenchef und Co-Autor Tobias Bätz durch. Ihr Werk „Aura & Anima“ veranschaulicht auf über 500 Seiten weltoffene Küche mit Lebensmitteln aus der Region. Das Drei‑Sterne‑Ehepaar Sarah und Christian Bau vom Gourmetrestaurant Victor’s Fine Dining in Perl gewann mit „Einfach Bau“ in der Rubrik „Asien“ mit Gerichten wie Krustentiercremesuppe mit Wan Tan oder süßem Sushi-Reis mit Nashibirne und Kokosnuss. Auch in anderen Kategorien dominierten Sterneköche: Daniel Gottschlich in „Italien“ und Sascha Stemberg in „Deutschland“.

Beim Publikumspreis hingegen war es ein klarer Sieg für Lutz Geißler. Mit mehr als 11.000 abgegebenen Stimmen setzte er sich beim Online-Voting deutlich durch. „Die riesige Teilnehmerzahl beim Voting hat uns selbst überrascht. Aus unserer Sicht zeigt sie die starke Bindung zwischen den Autorinnen und Autoren und ihrer Leserschaft“, so die Jury. Sein Brotback-Buch „Kneten, Backen, gut!“ wurde von der Jury mit dem zweiten Platz geehrt.

Einen besonderen Akzent setzte der diesjährige Ehrenpreis: Ausgezeichnet wurde Monika Schlitzer, langjährige Geschäftsführerin des DK Verlags und prägende Figur des deutschsprachigen Kochbuchmarkts. Sie brachte unter anderem die Werke von Jamie Oliver und Yotam Ottolenghi hierzulande groß heraus. „Ich bin überwältigt und dankbar“, sagte Schlitzer in ihrer Dankesrede.

Feierliche Gala mit Fünf-Gänge-Menü der Sieger-Gerichte

Auch kulinarisch stand die Gala ganz im Zeichen der nominierten Kochbücher: Serviert wurden ein Sauerteigbrot von Jens Lund, ein Sellerie-Apfel-Salat aus „Was kocht Hanna“ und eine Miso-Röst-Tomatensuppe aus „Grün.Warm.Gut.“ von Sandra Mühlberg. Es folgten eine Zwiebel-Tarte Tatin („Was kocht Hanna“) und Knollensellerie mit Ranch-Sauce aus „Nenad at home“ vom Schweizer Koch Nenad Mlinarevic, bevor mit Austernpilz-Stroganoff („Grün.Warm.Gut.“), gegrillten Auberginen mit Zitronen-Beurre-Blanc aus „Einfach herzhaft & Süß“ von Dominik Süss und einem Kürbis-Salbei-Risotto aus „Simple is best“ von Ralph Schelling die Hauptgänge aufgetragen wurden. Den Abschluss bildeten eine Torta di Mele, Rote Grütze mit Sauerkirschen sowie ein Apfelschalen-Basilikum-Drink aus „Leaf to Root – Express“. Dazu schenkte das badische Weingut Heitlinger seine biodynamischen Weine aus.

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Ob Phở Bo oder Ramen: Asiatische Nudelsuppen könnte Alina Fedorova zu jeder Jahres- und Tageszeit schlürfen. Lange Zeit in der Gastro tätig, hat sie Tablett gegen Tastatur getauscht und schreibt jetzt über Hamburgs Gastro-Szene. Oft steht sie selbst hinterm Herd und kocht Rezepte aus aller Welt.