Tanya Kumst und Mathias Forkel, mit dem Genuss-Creator-Award schafft ihr ein neues Format für die Gastronomie. Warum braucht es diesen Award gerade jetzt?
Tanya Kumst: Gastronomie lebt von Menschen, die jeden Tag enorm viel leisten und trotzdem oft unsichtbar bleiben. Natürlich kennen viele die Küchenchefinnen und Küchenchefs, aber ein guter Abend entsteht nie durch eine Person allein. Er entsteht durch Service, Bar, Sommellerie, Patisserie, Sous-Chefs, Nachwuchstalente und alle Menschen in der Küche. Genau diese Leistung bekommt mit dem Genuss-Creator-Award eine eigene Bühne.
Der Award spricht ausdrücklich von den „Menschen hinter den Kulissen“. Was bedeutet das konkret?
Mathias Forkel: Hinter jedem gelungenen Restaurantbesuch steckt ein Team, das oft unter hohem Druck funktioniert. Da rettet jemand einen Ablauf, springt für Kolleg:innen ein, hält die Stimmung oben, organisiert im Hintergrund oder sorgt dafür, dass der Betrieb überhaupt läuft. Diese Menschen prägen die Gastronomie mindestens genauso stark wie die bekannten Namen. Wir wollen zeigen: Sichtbarkeit endet nicht am Pass.
Für uns sind Creator nicht nur Menschen mit Kamera und Social-Media-Kanal. In der Gastronomie erschaffen Menschen jeden Tag Erlebnisse: Sie kreieren Momente für alle Gäste
Mathias Forkel
Der Genuss-Michel wurde ja gerade erst an Hamburgs beste Restaurants vergeben. Wie unterscheidet sich der neue Ansatz?
Tanya Kumst: Wir lieben Spitzenküche, aber Gastronomie ist größer als ein Teller auf weißem Porzellan. Uns interessiert das ganze Ökosystem.
Mathias Forkel: Der Award blickt auf Menschen, die Verantwortung übernehmen, Atmosphäre schaffen, Gäste binden und Teams tragen. Es geht um Exzellenz, aber nicht nur im klassischen Sinn. Es geht auch um Haltung, Verlässlichkeit, Talent und Persönlichkeit.
Über die Gewinner:innen entscheidet aber diesmal nicht eine Jury, sondern die Community. Warum gebt ihr die Entscheidung an die Branche selbst?
Tanya Kumst: Weil die Branche sehr genau weiß, wer wirklich etwas bewegt. Kolleg:innen erleben täglich, wer Verantwortung übernimmt. Dieses Wissen sitzt also mitten in den Betrieben. Deshalb setzen wir auf ein Community-Voting. Das macht den Award nahbarer, direkter und ehrlicher.

Wie stellt ihr sicher, dass das Voting fair bleibt?
Mathias Forkel: Wir haben neben unseren Restauranttests für die Gastronomie im Norden im Frühjahr den Genuss-Creator-Channel ins Leben gerufen. Hier wollen wir die Branche vernetzen und immer up to date halten. Die Teilnahme läuft hier über eine kostenlose Registrierung für Mitarbeitende aus der Gastronomie. Jede registrierte Person hat nach der Nominierungsphase bis zum 15. Oktober eine Stimme. Das ist bewusst einfach gehalten, aber klar geregelt. Uns geht es nicht um komplizierte Hürden, sondern um ein transparentes Verfahren, bei dem die Community mitentscheidet und jede Stimme Gewicht hat.
In der Nominierungsphase vom 15. Juni bis zum 31. Juli können Gastronom:innen ihre Favorit:innen vorschlagen. Wen wünscht ihr euch so auf dieser Liste?
Tanya Kumst: Menschen, bei denen die Kollegen sofort sagen: Diese Person verdient mehr als ein schnelles Danke. Das können bekannte Talente sein, aber auch Menschen, die bisher kaum öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Uns interessieren die, die durch Leistung, Teamgeist, Kreativität oder Haltung auffallen. Der Award lebt davon, dass die Branche genau diese Geschichten sichtbar macht, von denen Gäste oft überhaupt nichts mitbekommen.
Wenn am Ende jemand aus der Küche, dem Service, der Bar oder der Spülküche sagt: „Endlich sieht jemand, was wir leisten“, dann erreicht der Award genau das Richtige
Tanya Kumst
Was erwartet die Gewinner:innen neben dem Moment auf der Bühne?
Mathias Forkel: Die Gewinner:innen erhalten nicht nur Applaus, sondern auch ein professionelles Fotoshooting. Außerdem präsentieren wir sie prominent auf allen Kanälen des Genuss-Guide – in Print, online und auf Social Media. Wer gewinnt, bekommt Sichtbarkeit, Reichweite und ein echtes Spotlight.
Die Verleihung findet am 9. November 2026 in der Fischauktionshalle Hamburg statt. Warum dieser Ort?
Tanya Kumst: Das ist doch logisch! Die Fischauktionshalle hat Kraft, Geschichte und Hamburg-Gefühl. Nichts passt besser zu einem Award, der laut, lebendig und nah an der Branche ist. Wir wollen keine steife Gala, sondern einen Abend, der Energie hat und die Menschen feiert, die Gastronomie jeden Tag gestalten.
Der Begriff „Creator“ klingt modern und digital. Was steckt dahinter?
Mathias Forkel: Für uns sind Creator nicht nur Menschen mit Kamera und Social-Media-Kanal. In der Gastronomie erschaffen Menschen jeden Tag Erlebnisse: Geschmack, Atmosphäre, Gastfreundschaft, Abläufe, Teamspirit. Genau diese Creator meinen wir. Sie kreieren Momente für alle Gäste.
Was wünscht ihr euch von den Gastronomiebetrieben?
Tanya Kumst: Dass möglichst viele mitmachen, nominieren und später auch abstimmen. Vor allem wünschen wir uns, dass Betriebe genau hinschauen: Wer ist unerlässlich fürs Team? Wer wächst gerade über sich hinaus? Wer sorgt dafür, dass Gäste gerne wiederkommen? Der Award funktioniert nur, wenn die Branche ihre eigenen Held:innen sichtbar macht.
Was ist euer persönlicher Wunsch für den Abend?
Mathias Forkel: Wir wünschen uns einen Abend, an dem Menschen auf der Bühne stehen, die vielleicht zum ersten Mal so viel Applaus bekommen.
Tanya Kumst: Einen Abend, an dem Kolleg:innen jubeln, Betriebe stolz sind und die Branche spürt: Hier geht es um uns alle. Wenn am Ende jemand aus der Küche, dem Service, der Bar oder der Spülküche sagt: „Endlich sieht jemand, was wir leisten“, dann erreicht der Award genau das Richtige.