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Das Tolle an Fine-Dining-Restaurants wie dem Gut Evening in Bienenbüttel kurz hinter Lüneburg: Auf dem großen Parkplatz ist immer eine Lücke frei. Wir werden von der Rezeptionistin des angeschlossenen Hotels Gut Bardenhagen in ein geschmackvoll modernisiertes Pferdegestüt-Anwesen aus dem 15. Jahrhundert in das im schicken Landhaus-Style designte Restaurant geführt. Dort stillt der emsig-freundliche Service gleich unseren ersten Hunger – wir stippen das Hausmacher-Olivenbrot in feines Gewürzöl, den cremigen Süßkartoffel-Dip und die Walnuss-Dörrpflaumen-Butter und genießen den delikaten Kürbis-Shot. Zu einem prickelnden Pinot-Noir-Sekt (12 Euro) und dem erfrischend alkoholfreien Birnen-Rosmarin-Spritz (11 Euro) ist die Speisekarte schnell durchgelesen. Dienstag bis Donnerstag könnten wir à-la-carte bestellen, aber jetzt am Wochenende gibt es ausschließlich das Gourmet-Menü in omnivor oder veggie. Wir ordern munter gemischt aus beiden Welten den Dreigänger für 89 Euro. Schon die Vorspeisen sind erstklassig aus farbenfroh-frischen Regio-Produkten gekocht. Die in Honig confierten Mini-Möhren kommen mit kurz geschmorten Endivien-Streifen und neckisch-pikantem Chili-Schmand, meine Karottenspaghetti mit Gorgonzola, Pinien- und Granatapfelkernen. Im mit arg viel Cardamom parfümierten Beef Tea schwimmt ein Pasta-Zylinder mit Safran-Mayo und Hummerstückchen. Feines Zwischengericht, aber kompliziert zu essen. Den Hauptgang begleiten wir mit gut eingeschenkten 0,2l Zweigelt und Sauvignon Blanc (10/11,50 Euro). Mein Rehfilet ist angenehm medium und nicht wie so oft halbroh und freut sich seiner Teller-Gesellen: Rotkohl, tiefgründige Jus, Rosenkohlblätter, Birnen-Preiselbeer-Chutney und ein dünnteigiger Raviolo mit Rehgekröse-Füllung. Die gekonnt mit Eigelb und Parmesan gefüllten und großzügig übertrüffelten Fagottini der Co-Testerin dagegen haben derart dicke Nudelwände, dass sie nach einem Drittel übersatt den Löffel abgibt. Bei mir hat das Dessert mit genial durchdeklinierter Zwetschgen-Variation (Frucht, Creme, Flan, Eis) und buttrigem Buchweizen-Crunch noch Platz. Keine Frage: Wer im Raum Lüneburg einen richtig guten Fine-Dining-Evening erleben will, muss nach Bienenbüttel fahren.



