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Das französische Restaurant Le Poème befindet sich seit September 2025 im Huus No5 in Volksdorf. Die Karte besteht aus einer Handvoll Vor- und Hauptspeisen, ergänzt um Desserts. Der Blick auf die Preise sagt mir, dass es sich hier um ein Fine-Dining-Konzept handelt. Genau diesen Anspruch erwarte ich dann auch von Küche und Service – und genau hier beginnt die Schieflage. Als Vorspeise wähle ich das Tatar vom Rinderfilet (19 Euro). Es kommt bereits angemacht auf den Teller, getoppt von einem Klecks Crème fraîche, daneben eine ereignisarme Salatbeilage. Die Darbietung wirkt lieblos, geschmacklich bleibt alles solide. Salz- und Pfeffermühle, bei diesem Gericht eigentlich selbstverständlich, muss ich einfordern. Der Service wirkt insgesamt unbeholfen. Ein paar französische Vokabeln reichen eben nicht aus, um einen Edelfranzosen zu inszenieren – erst recht nicht, wenn eine einfache Frage zum Rotwein La Grange St-Martin Côtes-du-Rhône (0,15 l 8,70 Euro) unbeantwortet bleibt. Ich gewinne den Eindruck, dass das Service-Pärchen kaum gastronomische Erfahrung mitbringt. Freundlich sind beide dennoch durchgehend. Als Hauptgang bestelle ich eines meiner Lieblingsgerichte: Bœuf Bourguignon (39 Euro). Nach entsprechender Wartezeit kommt es im kleinen Topf, dazu Kartoffelpüree. Die Portion im Topf fällt überschaubar aus, das Püree ist nach fünf Bissen Geschichte. Das Fleisch ist von guter Qualität und angenehm zart – mehr bleibt mir von diesem an sich anspruchsvollen Gericht nicht im Gedächtnis. Zum Abschluss folgt die Crème Caramel (12 Euro). Hier beschleicht mich der Verdacht eines Fertigprodukts. Unterm Strich fehlt dem gehobenen Anspruch des Le Poème die qualitative Umsetzungstiefe. Das Preis-Leistungs-Verhältnis gerät dabei spürbar aus dem Gleichgewicht.


