Public Coffee Roasters

Auf gute Nachbarschaft in Eimsbüttel

Nun dürfen sich seit Anfang Februar auch die Eimsbütteler über frischen Kaffee und Spezialitäten der Public Coffee Roasters freuen. Inhaber Argin und Shop-Manager Konstantin über ihre Vision hinter dem Namen und was in dem neuen Café in der Lappenbergsallee 43 anders ist

Argin und Konstantin, wie lief der Start in Eimsbüttel?
Argin: Wir haben uns im Team zusammengesetzt und besprochen, dass wir unsere Eröffnung über zwei Wochen strecken. Das heißt wir schicken nach und nach Einladungen in die Nachbarschaft und an Stammgäste aus anderen Läden. Normalerweise machen wir zur Eröffnung immer eine richtige Feier – das möchten wir gerne im Sommer nachholen. Jetzt wollten wir es aufgrund der hohen Corona-Inzidenz nicht riskieren. Es ist aber echt toll, dass viele Leute aus der Nachbarschaft vorbeikommen und sich freuen, dass wir da sind. Es fühlt sich so an, als wären wir hier schon immer gewesen.

Welche Besonderheiten könnt ihr eurem neuen Café zuschreiben?
Argin: Das Besondere hier ist, dass wir unsere Bäckerei integrieren konnten. Ansonsten stehen wir natürlich für guten Kaffee. Beim Design passen wir uns immer dem Viertel an und versuchen, dass das passt. In der Brandstwiete ist es zum Beispiel eher schlicht gehalten – viele Steckdosen sind praktisch für alle, die zum Arbeit vorbeischauen. Hier in Eimsbüttel verstehen wir uns sehr stark als Nachbarschaftscafé. Dementsprechend stellen wir auch unserer Team auf: mit einer sehr offenen Art.

Bestand eurer Wunsch, nach Eimsbüttel zu kommen, schon länger?
Argin: Wir schauen generell immer nach neuen Standorten. Während Corona mussten wir unsere Kooperation mit Spaces, einem Co-Working-Space, zurückfahren – das lief durch die Pandemie leider gar nicht. Da hatten wir 13 Standorte außerhalb Hamburgs. Dadurch haben wir aber entschieden, uns wieder auf eigene Standorte zu konzentrieren. Wir denken in ruhigeren Stadtteillagen funktioniert unser Konzept, nahbar zu sein und den Fokus auf Qualität zu setzen. Eimsbüttel eignet sich sehr, um eine Verbindung zu den Gästen aufzubauen.

 

 

Welche Vision steckt hinter den Public Coffee Roasters?
Konstantin: Es ist ein sehr neues aktuelles Denken. Neben Nachhaltigkeit steht auch Gleichberechtigung im Fokus: Über 60 Prozent der Führungskräfte sind weiblich. Hier arbeiten Menschen, die nicht nur handwerklich fit sind, sondern auch vom Charakter zum Konzept passen.

Argin: Wir legen viel Wert drauf, dass unsere Mitarbeiter in Gestaltung und Entwicklung mitwirken können. Beim Kaffee haben wir den Anspruch auf Qualität. Zusätzlich möchten wir Transparenz schaffen und Gäste, wenn sie möchten, an den Kaffee heranführen.

Auch online zeigt ihr Transparenz und informiert eure Gäste über die steigenden Kaffeepreise. Wie ist die aktuelle Lage?
Argin: Wir haben einen sehr erfahrenen Mentor im Roh-Kaffeebereich, mit dem wir uns normalerweise einmal im Quartal treffen. Aktuell treffen wir uns wöchentlich, weil der Markt so extrem variiert. Neben dem Klima und der Börsenspekulation sind dafür auch die sich andeutenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Corona-Krise verantwortlich. Das zieht einen extremen Anstieg im Preis mit sich. So sind unsere Einkaufspreise über das letzte Jahr durchschnittlich um 60 Prozent gestiegen. Natürlich müssen wir dann unsere Preise leider auch anpassen.

Seit dem 5. Februar müssen sich Gäste nicht mehr via Luca App einchecken oder Formulare ausfüllen. Ist das eine Erleichterung?
Konstantin: Ja, definitiv. Man will natürlich auch alles richtig machen. Gerade bei Stammgästen war es unangenehm, dass man jedes Mal wieder prüfen musste, ob sie eingecheckt sind. Das war schon belastend. Eigentlich will man den Leuten einfach eine gute Zeit geben. Wenn man so startet, ist das irgendwie blöd. Wir sind froh darüber, dass das wegfällt. Außerdem ist es ein Zeichen, dass langsam alles besser wird.

Was sind eure weiteren Pläne?
Argin: Wir sind weiter auf der Suche nach Standorten. In unserem Café in Eimsbüttel planen wir noch eine Station, an dem Gäste unverpackten Kaffee für zu Hause bekommen. Zusätzlich möchten wir die Produktionskapazitäten der Rösterei in Hamburg vervierfachen. Die Fläche soll inklusive der Lagerräume 600 Quadratmeter betragen. Wir erarbeiten im Augenblick zusätzlich ein Konzept für eine Kaffee-Akademie, bei der auch Online-Kurse eine wesentliche Rolle spielen werden.

johanna-autorenbild

Interview: Johanna Zobel ist immer für ein ausgiebiges Abendessen mit Freunden in gemütlichen Restaurants zu haben. Ein perfekter Abend endet für sie mit einem Absacker in einer typischen Hamburger Eckkneipe.