In bester Lage, am Fuß des Rathauses, wird derzeit noch gebohrt, gehämmert und geschraubt, doch schon kommende Woche soll hier das dänische Konzept Bouillon eröffnen. Gastronom Torben Klitbo will mit seinem Restaurantkonzept eine Gegenbewegung schaffen. „Value for Money“ ist sein Motto und bedeutet konkret Steak Frites für 15 Euro.
Die direkte Übersetzung für Bouillon ist Brühe. In Zusammenhang mit französischer Gastronomie bezieht es sich eher auf Suppenküchen, also große Esslokale mit eng gestellten Tischen, günstigen Preisen und kurzer Verweildauer. Die Idee, eine Bouillon in Dänemark zu eröffnen, hatte Klitbo während eines dreimonatigen Paris-Aufenthalts: „Ich habe gesehen, dass Bouillons nach Corona wieder absolut im Trend waren – dabei war das Essen oft wirklich schlecht. Ich dachte mir: Das kann ich besser. Zurück in Kopenhagen, habe ich nach kurzer Zeit das erste Bouillon-Restaurant eröffnet.“
Ich bevorzuge es, viele Leute glücklich zu machen.“
Torben Klitbo
Und Klitbos Idee kommt an. Sein Restaurant im Kopenhagener Stadtviertel Frederiksberg ist nach der Eröffnung gut gefüllt. Es läuft so gut, dass er nach nur sechs Monaten ein zweites Restaurant in Aarhus eröffnet und weitere sechs Monate später in Odense. Das Konzept mit günstiger, guter Küche begeistert die Dänen – und seinen Ideengeber. „Ich liebe die französische Küche, habe dort meine Ausbildung zum Koch gemacht. Aber ich wollte nie einen Michelin-Stern. Ich bevorzuge es, viele Leute glücklich zu machen“, so der 48-jährige Familienvater. Dass er das kann, beweist er seit über 25 Jahren. 2004 gründet er das Copenhagen Food Collective mit der Grundidee, günstige Drei-Gänge-Menüs anzubieten. Daraus entstehen zahlreiche Restaurants in ganz Dänemark.
500 Gäste und fünf Seatings
Dass er mit Bouillon nach Hamburg kommt, plant er bereits seit Jahren. „Über zwei Jahre habe ich nach der passenden Location gesucht“, erzählt Klitbo. „Ich habe in Eppendorf und Ottensen geschaut, in der HafenCity und im Westfield. Im Juni 2025 habe ich diese Location gefunden und habe mit dem vorherigen Inhaber sehr lange verhandelt!“ Seit der Schlüsselübergabe im Februar wurde das ehemalige Goldbach umfangreich renoviert. Klitbo setzt hier auf eine enge Bestuhlung, sodass es über 150 Sitzplätze im Restaurant gibt. „Es ist eng und du hast nur 1,45 Stunden, dann schmeißen wir dich raus“, verrät er ehrlich. „Wir brauchen fünf bis sechs Seatings pro Tag. Ungefähr 500 Gäste, um die Preise so gering zu halten.“ Und die Preise sind wirklich günstig: Tomatensuppe kostet 2,30 Euro, Rindertatar 4,90 Euro und Steak Frites 15 Euro. Wenige Meter weiter, im Café Paris, werden 27,50 Euro für das Rindertatar aufgerufen. Ob es für den großen Preisunterschied Ärger mit den umliegenden Gastronomen gibt? „Nein, weil die nicht mit mir reden“, so Klitbo lachend. „In Dänemark wissen die Leute: Wenn Torben kommt, wird’s für uns kritisch!“
Am 29. April eröffnet Bouillon am Rathausmarkt 17. An sieben Tagen die Woche von 11 bis 23 Uhr ist geöffnet. Viel Zeit für Gäste, die nicht lange bleiben können. „Wir wollen, dass Leute unser Restaurant mit der Rechnung verlassen und sich wundern: ,Wurde vielleicht etwas vergessen?‘ Und dann sagen sie es ihren Freunden und wir haben ein volles Restaurant“, hofft der Gastronom.
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