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Neustart

Aus Schönes Leben wird Schönes Hamburg

Zwischen hanseatischer Tradition und moderner deutscher Küche wollen die Brüder Amir und Salar Khazaei einen Ort schaffen, der Hamburger Geschichte, zeitgemäße Gastronomie und echte Gastfreundschaft miteinander verbindet  

22. Mai 2026 von Laura Neumayer

Schönes Hamburg – Restaurant, Café, Events / ©Schönes Hamburg 
Schönes Hamburg – Restaurant, Café, Events / ©Schönes Hamburg 

Draußen glitzert das Wasser der Speicherstadt, drinnen klirren Gläser vor freigelegten Holzbalken. Eigentlich wirkt alles so, als wäre es schon immer genau so gewesen und irgendwie stimmt das auch. Denn die Räume des ehemaligen „Schönes Leben“ von Gastronom Jens Stacklies gehören längst zur Hamburger Gastrogeschichte. Seit 2006 wird hier gegessen, getrunken und gefeiert. Damals war es eines der ersten Restaurants überhaupt in der Speicherstadt. Nun beginnt ein neues Kapitel: Seit dem 1. April 2026 heißt das Restaurant Schönes Hamburg. Der Name ist Programm. „Deutsche Küche in Hamburg ist eigentlich kaum präsent“, sagt Inhaber Amir Khazaei. „Dabei verdient sie viel mehr Aufmerksamkeit.“ Dass zwischen Schlüsselübergabe und Neueröffnung gerade einmal zwei Tage lagen, klingt sportlich. „Am 30. März die Schlüssel bekommen, am 1. April eröffnet“, erzählt er lachend. „Es ging alles Schlag auf Schlag.“ 

Wir wussten einfach, was wir hier haben. Und wir wollten es unbedingt

Amir Khazaei

Dabei begann die Geschichte lange vorher. Bereits seit 2024 liefen die Verhandlungen um die geschichtsträchtigen Hallen in Block O der Speicherstadt. Eigentlich sollte das neue Konzept schon im Sommer 2025 starten. Doch wie so oft in der Gastronomie kam vieles dazwischen: Hürden, Verzögerungen, Papierkram. Anderthalb Jahre später hat es schließlich doch geklappt. „Wir wussten einfach, was wir hier haben“, sagt der erfahrene Gastronom. „Und wir wollten das unbedingt.“ Kein Wunder, schließlich steckt in dem historischen Gebäude selbst bereits ein Stück Hamburger Geschichte. Gleichzeitig sorgen große Fenster, fünf Meter hohe Decken, eine verglaste Küche, helle Holzmöbel und der Blick aufs Wasser für die Verbindung hanseatischer Geschichte mit einem modernen Restaurant. Genau zwischen dieser Tradition und Moderne möchte sich auch die Küche bewegen.

Pfefferkruste, perfekter Garpunkt und ein Abend zum Genießen / ©Schönes Hamburg 
Pfefferkruste, perfekter Garpunkt und ein Abend zum Genießen / ©Schönes Hamburg 

Was das konkret bedeutet? „Ein Franzbrötchen-Tiramisu“, verrät Khazaei, soll bald auf der Karte stehen.
Damit wird klar: Es geht nicht um Muttis Hausmannskost oder steife „deutsche Küche“, sondern um ihre Neuinterpretation. Während Amir Khazaei hauptsächlich für das italienisch geprägte Restaurant Anleger 1870 auf der Uhlenhorst verantwortlich ist, kümmert sich sein Bruder und Geschäftspartner Salar Khazaei verstärkt um den Neuzugang in der Speicherstadt. „Der Anleger 1870 bleibt unser Baby“, sagt Gastronom Khazaei, „und Schönes Hamburg ist jetzt der kleine Bruder.“

Wir wollen einfach für Hamburg da sein

Amir Khazaei

Konkurrenz zwischen den Konzepten? Ganz im Gegenteil: „Dort italienisch-modern, hier deutsch-modern“, erklärt er. „Aber beides bekommt 100 Prozent Leidenschaft.“ Nur ein Management-Assistent fehle vielleicht noch, scherzt Khazaei. „Die Termine werden langsam etwas viel.“ Über sich selbst möchte er gar nicht so viel sprechen. Lieber über das Restaurant, die Gäste und das Team. „Es geht hier nicht um uns“, sagt er. „Es geht um dieses super Restaurant in dieser Hammer-Location.“

Das beschreibt direkt die Philosophie von Schönes Hamburg. Hier soll man sich in guten Händen fühlen, betont Amir Khazaei. Vom ersten „Moin“ beim Reinkommen bis zur Rechnung. Kein übertriebenes Fine Dining, keine künstliche Exklusivität, sondern ein Ort für Gäste, die regelmäßig wiederkommen wollen zum Lunch, Mittagstisch oder Kaffee auf der Terrasse. Denn auch die soll künftig noch weiter ausgebaut werden. 
Khazaei bringt es auf den Punkt: „Wir wollen einfach für Hamburg da sein.“

LN 

Zwischen warmem Licht und hohen Decken / ©Schönes Hamburg 
Zwischen warmem Licht und hohen Decken / ©Schönes Hamburg 

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Stets mit offenen Augen durch die Stadt laufend, auf der Suche nach neuen, cozy Cafés, hat Laura Christina Neumayer schon längst viele süße Patisserien, Pop-ups und Boulangerien der Szene besucht. Die Inspiration, die sie dabei sammelt, würde sie am liebsten selbst umsetzen – nur das Talent fürs Backen muss noch entdeckt werden. Macht nichts: Erst einmal kann sie ihr Know-how aus der Gastro-Szene hier mit kreativen Texten ausleben.