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Drohende Insolvenz

Five Guys in Finanzkrise

Die US-Burgerkette Five Guys steckt in Deutschland tief in den roten Zahlen – und auch für die kommenden Jahre sind weitere Verluste absehbar. Was das für die beiden Hamburger Filialen am Jungfernstieg und auf St. Pauli bedeutet

10. Dezember 2025 von Alina Fedorova

Ehemaliger Deutschlandchef Jörg Gilcher bei der Eröffnung der Five-Guys-Filiale auf der Reeperbahn in Hamburg / ©Five Guys Deutschland
Ehemaliger Deutschlandchef Jörg Gilcher bei der Eröffnung der Five-Guys-Filiale auf der Reeperbahn in Hamburg / ©Five Guys Deutschland

Fritten, Hotdogs, Milchshakes und Burger mit Wunsch-Toppings: Die amerikanische Burgerkette Five Guys hat seit der Markteinführung in Deutschland 2017 einen rasanten Expansionskurs hingelegt. Insgesamt 35 Standorte der Fast-Food-Kette gibt es deutschlandweit, zwei davon in Hamburg an der Reeperbahn und am Jungfernstieg. Und die Systemgastronomie soll weiter wachsen – trotz hoher Verluste im zweistelligen Millionenbereich. Aktuelle Geschäftsberichte weisen seit Jahren hohe Verluste auf. Auf Anfrage bleibt das Unternehmen weiterhin optimistisch und verweist auf jüngste Investitionen sowie eine langfristig ausgelegte Strategie: „Grundsätzlich kommentieren wir keine Zwischenfinanzzahlen. Was wir aber sagen können: Five Guys steht weiterhin klar zum deutschen Markt.“ Weiter heißt es: „Unsere jüngsten Investitionen zeigen, dass wir langfristig an die Marke glauben und den deutschen Markt als wesentlichen Bestandteil unserer Wachstumsstrategie erachten.“

Expansionsstrategie trotz Millionenverlusten für Five Guys Deutschland

Als im Oktober 2021 der erste Hamburger Five-Guys-Standort auf der Reeperbahn eröffnete, galt der Markteintritt in der Hansestadt als nächster Meilenstein einer ehrgeizigen Expansionsstrategie. Nur ein Jahr später folgte der zweite Store am Jungfernstieg auf einer Fläche von 1170 Quadratmetern in bester Lage. Doch die Erfolgsstory schreibt hinter den Kulissen rote Zahlen. Laut veröffentlichten Jahresabschlüssen summieren sich die Verluste seit dem Deutschlandstart auf über 60 Millionen Euro. Die Zukunft der Marke sei laut den Wirtschaftsprüfern ungewiss.

Die finanzielle Schieflage der Five Guys Germany GmbH wird derzeit von der Muttergesellschaft Five Guys Europe abgefangen. Das Europageschäft der Burger-Kette zählt zum Portfolio der Londoner Gesellschaft, die dem britischen Milliardär Charles Dunstone gehört. Dem Geschäftsbericht zufolge hat sich der Eigentümer bis Ende 2026 dazu verpflichtet, „die Five Guys Germany GmbH jederzeit finanziell derart auszustatten, dass sie in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen“. Hinzu kommt ein Wechsel an der Spitze: Im Sommer 2025 verließ der langjährige Deutschlandchef Jörg Gilcher das Unternehmen. Seitdem übernimmt Kaiss El Madi, der zuvor für das Frankreich-Geschäft zuständig war, die Führung des deutschen Ablegers.

Betrieb in Hamburg läuft regulär weiter

Für die beiden bestehenden Filialen an der Binnenalster und auf dem Kiez gilt vorerst: Der Betrieb läuft wie gewohnt weiter: „Für 2025 stehen für uns weiterhin effiziente Prozesse, hohe Servicequalität und nachhaltiges Wachstum im Mittelpunkt. 2026 möchten wir hier noch mehr an Fahrt aufnehmen“, bestätigt Unternehmenssprecherin Nadine Wolf. Ob die rot-weiß gefliesten Restaurants langfristig ein fester Bestandteil der Hamburger Fast-Food-Landschaft bleiben, entscheidet sich vermutlich in den kommenden Jahren. Die Pläne bleiben trotz Verlusten weiterhin ambitioniert: „Unser Ziel ist es, das Geschäft von Five Guys in Deutschland deutlich auszubauen, und wir freuen uns darauf, neue Standorte zu eröffnen und gemeinsam mit zusätzlichen Mitarbeiter:innen dieses Ziel zu erreichen.“ Doch wie es für Five Guys in Deutschland und damit auch in Hamburg nach 2026 weitergeht, wenn die Finanzspritze der Muttergesellschaft versiegt, bleibt offen.

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Ob Phở Bo oder Ramen: Asiatische Nudelsuppen könnte Alina Fedorova zu jeder Jahres- und Tageszeit schlürfen. Lange Zeit in der Gastro tätig, hat sie Tablett gegen Tastatur getauscht und schreibt jetzt über Hamburgs Gastro-Szene. Oft steht sie selbst hinterm Herd und kocht Rezepte aus aller Welt.