Der Ironman am 7. Juni in Hamburg ist ein riesiges Sportevent. Besonders für die lange Radstrecke werden größere Straßenabschnitte abgesperrt. Einige Bereiche – unter anderem im Spadenland – sind während des Events vollständig abgekapselt. Arne Meyer gehört zu den Unternehmern, die von der Sperrung am meisten betroffen sind. Ihn ärgert die intransparente Kommunikation und die fehlende Suche nach echten Lösungen rund um das Event.
Fehlende Lösungen – fehlende Einnahmen
„Ich bin für den Ironman in Hamburg“, stellt Arne Meyer im Gespräch mit dem Genuss-Guide klar. „Die können da gar nichts für. Aber die Stadt Hamburg erteilt denen Genehmigungen und dabei interessiert es sie nicht, was da auf der Strecke ist.“ Erst Mitte April erfuhr der Gastronom, dass sein Betrieb aufgrund der Streckenführung der Veranstaltung für Gäste überhaupt nicht mehr erreichbar wäre – zu spät! 50 Personen hatten für den Sonntag in der Marschländer Elblounge bereits reserviert. Seinen Gästen musste Meyer nun absagen. „Wir haben jeden Sonntag ein Brunch-Buffet“, erzählt er, „um die 100 Leute sind jedes Mal da.“ Auch das restliche Tagesgeschäft der Elblounge bleibt auf der Strecke. Für Meyer bedeutet das bis zu 10.000 Euro Umsatzeinbußen. „Die Kurzfristigkeit zeigt, dass die Stadt sich bis zum Schluss bemüht hat, andere Möglichkeiten zu finden. Das finde ich auch gut“, so Meyer. Finanziell seien diese kurzfristigen Schließungen für ihn allerdings nicht tragbar.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Gastronom mit der Veranstaltung zu kämpfen hat. Bereits mehrfach musste er seinen Laden spontan schließen. Über die geplante Strecke sei er teilweise gar nicht oder sehr kurzfristig informiert worden, erklärt er. Nach einem tragischen Motorradunfall mit Todesfolge beim Ironman 2023 verlief das Radrennen in den darauffolgenden Jahren nur noch in eine Richtung. Für Unternehmer wie Meyer hieß das, dass ihre Betriebe zumindest eingeschränkt erreichbar waren. Nun ist die alte Streckenführung zurück. Die Radstrecke läuft in beide Richtungen und die Gegend ist während des Rennens nicht erreichbar. Neben Meyer sind auch weitere Menschen in der Gegend betroffen. „Auch Pflegedienste dürfen nicht hin“, erklärt der Gastronom. „Es gibt viele Menschen, die an einem Sonntag arbeiten müssen“, moniert er. „Wir müssen Steuern zahlen, werden mit Auflagen bombardiert und deswegen fällt es mir schwer, das so zu akzeptieren.“ Von den Veranstaltern wurde Meyer Mitte April ein Standplatz an der Marathonstrecke an der Außenalster angeboten. Zu wenig und zu kurzfristig, findet er. Es sei fraglich, ob er mit so einem Stand Gewinn machen könne oder im Zweifel nicht sogar draufzahlen müsse.
Ich finde diese Unnahbarkeit der Behörden schlimm.
Arne Meyer, Marschländer Elblounge
Beim Ironman bleibt es nicht. Nur zwei Wochen später findet jährlich der Vierlanden-Triathlon statt. Auch die Triathlon-Strecke führt an der Elblounge vorbei. Hier haben Meyer und die Veranstalter allerdings eine – wenn auch komplizierte – Lösung gefunden. Das Restaurant bekommt eine eigene Zufahrt, die Polizei begleitet die Gäste bei An- und Abfahrt. „Das ist zwar aufwendig, aber so können wir wenigstens aufmachen“, berichtet Meyer. „Da mache ich dann auch mit. Ich bin komplett offen und liebe den Sport. Aber ich finde diese Unnahbarkeit der Behörden schlimm.“ Auf Anfragen bei den Veranstaltern und beim zuständigen Bezirksamt Bergedorf habe er bislang keine Antwort erhalten. Für die Zukunft wünscht sich Meyer eine bessere Kommunikation. „Ich würde mich freuen, wenn es eine andere Streckenführung geben würde, die nicht das komplette Landgebiet abschneidet.“ Sein Vorschlag: eine Streckenführung über die A25. „Oder man muss uns einen finanziellen Ausgleich geben oder eine andere Maßnahme, mit der wir zuverlässig Geld verdienen können“, schlägt Meyer vor. Bis es zu diesen Lösungen kommt, wolle er allerdings weiterhin mit Nachdruck auf das Problem aufmerksam machen, erklärt Meyer. Ganz nach dem Motto: „Nur wenn du laut bist, wirst du gehört.“