Im Botanischen Garten der Universität Hamburg dreht sich am kommenden Wochenende alles um die Vielfalt alter Obstsorten, den Erhalt von Streuobstwiesen und die Freude am regionalen Obst. Jedes Jahr am letzten Septemberwochenende finden die Norddeutschen Apfeltage statt, bei dem nicht nur zahlreiche Apfelsorten verkostet werden, sondern die Besucher und Besucherinnen sich Fachwissen aneignen und ein breites Unterhaltungsprogramm genießen können.
Besonders schön ist es, dass die Veranstaltung unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt
Diplom-Geograf Ulrich Kubina
Im großen Schaugewächshaus werden knapp 200 alte Apfel- und rund 70 Birnensorten gezeigt. Gäste des kostenfreien Events dürfen sich zudem über Vorträge und Workshops rund um Obstbäume und Gehölze, Pflanzen- und Informationsstände, kulinarische Angebote sowie ein Familienprogramm freuen. Wer einen eigenen Apfelbaum im Garten hat, kann vor Ort für drei Euro seine Früchte vom Pomologen Eckart Brandt bestimmen lassen – dazu müssen nur drei bis fünf typische, reife Früchte ohne Wurmstiche mitgebracht werden. Für den Diplom-Geografen Ulrich Kubina liege der besondere Wert der Apfeltage darin, dass sie etwas scheinbar Alltägliches – den Apfel – plötzlich unglaublich vielfältig erscheinen ließen. „Viele Menschen kennen vielleicht fünf Apfelsorten aus dem Supermarkt“, sagt er. „Vor Ort wird deutlich, dass es eine enorme kulturelle und biologische Vielfalt gibt und dass hinter jeder alten Sorte eine Geschichte steckt.“
Programm für die ganze Familie
Für Groß und Klein kommt Märchenerzählerin Anni Stern mit zauberhaften Apfelgeschichten, das Theater Ik’s ist mit dem Walk Act „Die Schnattertanten“ vertreten und das ArchäoMobil des Archäologischen Museums macht historische Kultur erlebbar. Parallel zu den Apfeltagen findet zudem der Sommerausklang des Botanischen Gartens statt – es wird eine Pflanzenbörse geben, bei der Stauden, Gehölze, Kräuter, Blumenzwiebeln, Honig, Käse, Marmeladen sowie Stände von Vereinen und Verbänden angeboten werden.