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Foodlab Accelerator

Alle guten Dinge sind drei – Pizza, Beats und Begegnungen

Mit seiner Marke Top’d veranstaltet Phillip Amadeus Bowen Food-Events, die den Zeitgeist treffen – und hat damit das diesjährige Foodlab Accelerator-Programm gewonnen

30. März 2026 von Fred Guiot

Top’d-Gründer Phillip Amadeus Bowen (zweiter von links) ist der Gewinner vom Foodlab Accelerator / ©Foodlab
Top’d-Gründer Phillip Amadeus Bowen (zweiter von links) ist der Gewinner vom Foodlab Accelerator / ©Foodlab

Das Foodlab-Accelerator-Programm unterstützt Gründer dabei, ihre gastronomischen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Gemeinsam mit Branchenexperten tüfteln die Teilnehmer fünf Monate lang an ihren Ideen, bis schließlich auf der Internorga das Gewinnerunternehmen bekannt gegeben wird. Mit seinem Start-up Top’d (gesprochen „topped“) konnte sich Gründer und Koch Phillip Amadeus Bowen gegen sechs starke Konkurrenten durchsetzen.

Ein Gesamtpaket – Was macht Top’d aus?

„Top’d ist eine Pizzamarke, die von ihrer Dreifaltigkeit lebt“, erklärt Bowen im Gespräch mit dem Genuss-Guide. „Wir kombinieren experimentelle Küche und Pizza. Deswegen auch der Name Top’d, weil die Toppings so besonders sind. Dann haben wir diesen Community-Faktor: Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Küchenparty nach draußen zu bringen. Und ein ganz wichtiger dritter Teil ist die Musik.“ Je nach Event arbeitet Bowen mit DJs zusammen, die mit ihren Sets entsprechend für Stimmung sorgen.

Der Dirty Forest Slice mit Ricottabasis, gehobelten Pilzen in Lacto-Koji-Zimtbutter, Pflaumensirup, Olivenerde und Kresse ist nur eine der spannenden Pizza-Kreationen von Top’d / ©René Sommer
Der Dirty Forest Slice mit Ricottabasis, gehobelten Pilzen in Lacto-Koji-Zimtbutter, Pflaumensirup, Olivenerde und Kresse ist nur eine der spannenden Pizza-Kreationen von Top’d / ©René Sommer

Bowen erzählt, dass Top’d derzeit zwei verschiedene Veranstaltungsformate anbietet. Flying-Pizza-Events in entspannter Atmosphäre und einen Dinner-Club für etwa 50 bis 70 Personen, bei dem Gäste in etwas schickerem Ambiente und im Sitzen ein Drei-Gänge-Menü genießen können. „Da ist das Fine-Dining-Element dann mehr im Fokus als bei den lockeren Flying-Events“, so Bowen. Für die perfekte Planung der Events nutzt er die eigens entwickelte KI-gestützte Software Carlo. Die Dinner-Veranstaltungen finden derzeit in der Villa Viva im Münzviertel statt. Tickets sind über die Top’d-Website buchbar.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Küchenparty nach draußen zu bringen. 

Phillip Amadeus Bowen, Gründer von Top’d

Eine klassische Kochausbildung hat Bowen nicht gemacht. Seine kulinarische Karriere begann eher durch Zufall: Nach seinem Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre plant Bowen, in Berlin weiterzustudieren, und sichert sich ein Stipendium. Doch schon bald kommt die unglückliche Nachricht: Der Förderer ist insolvent und kann nicht für das Stipendium aufkommen. „Da stand ich dann, wusste nicht so wirklich, wohin mit mir. Meine Mama meinte daraufhin, ich solle etwas machen, was mir Spaß macht.“ Den Ratschlag seiner Mutter nimmt er sich zu Herzen – und beginnt zu kochen. „Dann bin ich so ein bisschen obsessiv geworden. Ich habe es einfach geliebt und wollte immer mehr“, berichtet der junge Gründer. Er lernt als Autodidakt und arbeitet in verschiedenen Gastronomien, zuletzt im Blattgold und im Hygge the Farm. Gegen die klassische Ausbildung entscheidet er sich bewusst. „Ich habe mit verschiedenen Azubis gesprochen und hatte das Gefühl, ich lerne so viel mehr, wenn ich durch verschiedene Gastronomien gehe und so viel arbeite, wie es geht“, so Bowen. Seine kulinarische Erfahrung bringt er bei Top’d mit ein. Nicht nur die Ideen sind von ihm, Bowen übernimmt auch komplett das Mise en Place für seine Veranstaltungen. Der Clou neben den besonderen Pizza-Toppings: ein Teig, der eine 72-stündige Kaltfermentation hinter sich hat. 

Mit seinem Konzept scheint Bowen einen Nerv getroffen zu haben. Bereits beim ersten Event im Café Schöne Aussichten waren etwa 400 Menschen dabei. Derzeit gibt es etwa alle zwei Wochen ein Event von Top’d. Der Dinner-Club und die Flying-Pizza-Veranstaltungen finden im Wechsel statt. Für die Zukunft sei aber deutlich mehr geplant, so Bowen. Festivalteilnahmen, wöchentliche Events, ein eigener Laden – auch über Hamburg hinaus soll expandiert werden. „Wir werden in naher Zukunft voraussichtlich in Valencia und Madrid sein. Wir haben uns von Anfang an überlegt, dass wir perspektivisch eine European Brand sein wollen und mit diesem Event-Charakter lässt es sich auch einfach in anderen Städten und Ländern umsetzen“, so Bowen. 

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Ob Streetfood oder Sternegastronomie: Frédéric (Fred) Guiot kann sich für alles begeistern, was Hamburg kulinarisch zu bieten hat. Besonders die französische und vietnamesische Küche, aber auch die Hamburger Kneipenkultur haben es ihm angetan. In der Küche und im Service durfte Fred bereits viele Facetten der Gastro-Szene kennenlernen. Hier kann er diese Erfahrungen in seine Texte einfließen lassen.