Das Restaurant Witwenball ist bekannt für ungezwungene Eleganz, hochwertige Gerichte und passenden Wein. Geleitet wird das Restaurant seit 13 Jahren von Julia und Axel Bode. Unter dieser Leitung steht das Handwerk des Kochens an erster Stelle. Jesco Gebert vertritt in der Küche ähnliche Werte: Im Dezember 2024 ist er als Küchenchef erstmals in den Witwenball gekommen. Der gelernte Koch und Küchenmeister hat Stationen in einigen Sternerestaurants wie dem Prinz Frederik im Hotel Abtei Hamburg und dem Jacobs Restaurant durchlaufen, bevor er zunächst im Restaurant Heldenplatz in Hamburg und letztlich im Witwenball als Küchenchef gearbeitet hat. Besonderes Augenmerk legt er bei seiner Arbeit auf „klassisches Handwerk, kombiniert mit nachvollziehbarer Kreativität“. Passend zum Konzept des Witwenball erklärt er: „Grundsätzlich ist es mir wichtig, verständlich zu kochen. Nicht zu kompliziert, mit zu vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Ich möchte lieber weniger Komponenten auf dem Teller, dafür perfekt ausgearbeitete.“
Verdiente, aber kurze Auszeit
Ende Dezember vergangenen Jahres hat Gebert eine Auszeit eingelegt und den Witwenball verlassen – ursprünglich auf unbestimmte Zeit. Seine Auszeit hat er sinnvoll genutzt: „Ich war mit meiner Frau auf Hochzeitsreise in Island. Wir haben uns eine Kreuzfahrt gegönnt, um uns mal richtig verwöhnen zu lassen.“ Er hat die Zeit jedoch nicht ausschließlich der Entspannung widmen können: Zwischendurch trug er im Restaurant Deer im Landhaus Walter die Verantwortung des Sous-Chefs. Aber: „Ich habe schnell gemerkt, dass mir der Witwenball und die Kollegen fehlen“, erzählt Gebert. Das hat sentimentale Gründe: „Wir haben in dem letzten Jahr hier einiges aufgebaut und dadurch sind mir Betrieb und Kollegen sehr ans Herz gewachsen. Als die Stelle des Küchenchefs zufällig wieder vakant wurde, hatte ich sofort das Bedürfnis, mich zu melden – um dort anzuknüpfen, wo wir Ende letzten Jahres aufgehört haben.“ So ist er Anfang Juli dieses Jahres in den Witwenball zurückgekehrt.

Alter Job, neue Visionen?
Gebert berichtet nicht von seiner alleinigen Vision als Küchenchef, sondern von einer gemeinsamen: „In erster Linie besteht sie darin, unseren Gästen einen rundum wunderbaren Abend zu gestalten – mit großartigen Getränken und leckerem Essen.“ Das bedeutet für Küchenchef Gebert und sein Team gemeinsam „kreative, hochwertige und unkomplizierte Gerichte zu entwickeln und zuzubereiten – dabei auch die Freude am Kochen hervorzuheben und zu vermitteln“. Mit dieser Freude immer im Hinterkopf wird „an einer baldigen Kartenänderung gearbeitet“. Ein Gericht der kommenden Karte, das die Handschrift Geberts besonders widerspiegelt, wird Lammrücken mit Kamillenjus, Erbsen und Pfifferlingen sein. „Das vereint ein hochwertiges Produkt wie Lammrücken mit saisonalen Pfifferlingen und der Erbse – klare Geschmäcker. Dazu eine kräftige Lammjus mit Kamille abgeschmeckt. Die Kombination mit Kamille bringt eine Raffinesse rein und macht das Gericht spannend. Ich liebe die Kombination Lamm und Kamille“, schwärmt Gebert. Es gibt neben den neuen Gerichten einige weitere Dinge, auf die er sich nun freuen kann: „Auf meine Kollegen – neue und alte. Den gemeinsamen Prozess bei der Kartengestaltung und das Feedback unserer Gäste. Auch das ein oder andere Gespräch mit unseren Gästen, die mir sehr gefehlt haben.“
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