Lev Zubkov ist Gastgeber aus Leidenschaft, auch wenn sein Weg in die Gastronomie ursprünglich anders geplant war. Der gebürtige Russe startete als Musiker und Musikproduzent, bevor ihn der Zufall 2014 ins Quan Do Bistro führte. Was als Nebenjob begann, entwickelte sich schnell zu einer neuen Leidenschaft. Seit 2022 führt Lev das Restaurant gemeinsam mit seiner Frau und verbindet dabei seine Neugier, seinen Anspruch an Weiterentwicklung und seine Freude am Umgang mit Menschen. Für ihn bedeutet Gastgeben vor allem, Menschen willkommen zu heißen und ihnen eine besondere Zeit zu schenken.
Am schönsten ist es, wenn Gäste nicht nur einen schönen Abend hatten, sondern mit dem Gefühl gehen, bei Freunden gewesen zu sein.
Lev Zubkov
Lev Zubkov, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Eigentlich durch Zufall. Als Musiker brauchte ich einen Nebenjob, der flexibel genug war, damit ich weiterhin Konzerte spielen konnte. Zu dieser Zeit betrieb meine heutige Frau, die damals noch meine beste Freundin war, gemeinsam mit ihrer Familie das Quan Do. Sie bot mir einen Job an der Bar an und meinte, dass wir die Arbeitsplanung schon hinbekommen würden. So begann ich 2014 in der Gastronomie, entdeckte diese Branche für mich und wuchs immer weiter hinein.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Ich liebe die Vielseitigkeit dieser Branche. Es wird nie langweilig, es gibt immer etwas zu tun und gerade als jemand, der ein Restaurant selbst führt, hat man unglaublich viele unterschiedliche Aufgaben. Außerdem bietet die Gastronomie viele Möglichkeiten, sich als Mensch weiterzuentwickeln und immer wieder Neues zu lernen.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Den Kontakt zu Menschen und genau diese Vielschichtigkeit, die die Gastronomie mit sich bringt.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat, ein Vorbild oder Mentor?
Nicht direkt eine einzelne Person. Es gibt aber viele tolle Restaurants und Konzepte, die ich sehr spannend finde. Ich schaue mir gerne aus der Ferne an, wie andere arbeiten und was hinter ihren Ideen und Umsetzungen steckt.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Das Gefühl, dass wir Menschen hier eine schöne Zeit ermöglichen und sie glücklich nach Hause gehen. Außerdem gibt es viel Kraft daraus, zu sehen, wie wir uns stetig verbessern, Herausforderungen meistern und immer weiter wachsen.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Ja, ein russisches Gericht namens „Galuschki“. Meine Oma hat es früher häufig für die Familie gekocht. Es ist mein absolutes Lieblingsessen und ein Geschmack, den ich für immer lieben werde. Es sind Dampfnudeln mit Sauerkraut und lange geschmortem Fleisch, ein warmes, deftiges Gericht, das einen beim Essen richtig umarmt.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Meistens sprechen meine Frau und ich noch darüber, warum der Tag so intensiv war und was uns besonders beschäftigt hat. Eine Art gemeinsames Recap des Tages.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Darauf, dass ich mir als Quereinsteiger unglaublich viel selbst beigebracht habe. Es gab viele Aufgaben, von denen ich anfangs überhaupt keine Ahnung hatte und die ich heute gut verstehe und beherrsche. Man lernt dabei, wie lernfähig man als Mensch ist und dass es immer etwas gibt, das man noch besser oder smarter machen kann.
Wovon träumst du beruflich noch?
Ich würde in Zukunft gerne auch andere Konzepte und Ideen verfolgen, die wir haben. Vor allem meine Frau hat viele spannende Ideen. Aktuell ist unser Restaurant noch relativ neu, deshalb liegt der Fokus darauf. Aber irgendwann würde ich gerne noch etwas anderes ausprobieren und schauen, welche Wege wir noch gehen können.

Was bedeutet Gastgeben für dich persönlich?
Gastgeben bedeutet für mich, Menschen wirklich willkommen zu heißen und ihnen eine schöne Zeit zu bereiten. Ich möchte, dass sich die Menschen bei uns gesehen und wertgeschätzt fühlen, mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und den Abend in Erinnerung behalten. Es geht auch darum, Menschen zusammenzubringen. Am meisten freue ich mich, wenn Gäste sich zufällig bei uns treffen, zusammensetzen und gemeinsam einen schönen Abend verbringen.
Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der sich Gäste wohlfühlen?
Wir versuchen immer aufmerksam zu sein und auf die Wünsche unserer Gäste einzugehen. Jeder Mensch ist unterschiedlich, deshalb kann man nicht einfach nach einem festen Muster arbeiten. Wir schauen immer, was gerade passt, und möchten den Menschen zeigen, dass wir uns wirklich um sie kümmern und es uns wichtig ist, dass sie sich bei uns wohlfühlen.
Wie gehst du mit schwierigen Situationen im Service um?
Wichtig ist, einen kühlen Kopf zu bewahren und erst einmal herauszufinden, wo genau das Problem liegt. Dann versucht man, eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind. Schwierige Situationen gehören dazu, aber es gibt immer eine Möglichkeit, damit umzugehen. Wenn man gut zuhört und versteht, was nicht funktioniert hat, kann man daraus lernen und sich weiterentwickeln.
Welchen Moment mit Gästen wirst du nie vergessen?
Wir hatten einmal eine Gruppe zu Gast, bei der eine Person sehr viele Unverträglichkeiten und Allergien hatte und deshalb vieles nicht essen konnte. Wir haben unsere gesamte Karte durchgesehen und überlegt, was wir möglich machen können. Am Ende haben wir ein Gericht gekocht, das es so nur dieses eine Mal gab, speziell für diese Person. Uns war wichtig, dass sie mit ihren Freunden einen schönen Abend verbringen kann und nicht das Gefühl hat, außen vor zu sein. Am Ende war sie unglaublich glücklich und hat sich mehrfach bedankt. Zu sehen, wie sehr Menschen sich über so etwas freuen, wärmt einem wirklich das Herz.
Was sollen Gäste fühlen, wenn sie nach Hause gehen
Das Schönste ist, wenn unsere Gäste nach Hause gehen und das Gefühl haben, sie wären bei Freunden gewesen. Sie sollen sich willkommen, gesehen und verstanden fühlen und den Abend so erleben, als würde man sich schon ewig kennen und mögen.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
immer noch Musiker
Mein schönster Moment im Job war
Nach unserem katastrophalen Umbau saß ich eines Tages einfach im Restaurant, habe mich umgesehen und realisiert, wie schön alles geworden ist. Ich war unglaublich stolz, auch wenn noch nicht alles perfekt war. In diesem Moment habe ich gemerkt, wie gerne ich hier bin und wie viel Spaß mir diese Arbeit tatsächlich macht
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
einem guten Drink
Das beste Kompliment eines Gastes war
von einem vietnamesischen Gast, der sagte, dass ihn das an seine Kindheit erinnert, obwohl er das so noch nie gegessen hat. Das fühlte sich an wie ein Ritterschlag, weil es genau das ist, was wir mit der Küche machen
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Leidenschaft und Mut etwas Neues zu probieren
