Tanja Jessel ist in Hamburg geboren und hat ihre Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie bei Mr. Green in der Hamburger City absolviert. Ihre berufliche Laufbahn führte sie über verschiedene Stationen – vom Plaza Wandsbek über das Casa Nova Uhlenhorst, Edelcumy und die Fischerklause Lütjensee bis zur Alten Rader Schule. Hier ist sie seit 2020 tätig. Dabei ist sie ihrer Leidenschaft für die Gastronomie und vor allem für den Umgang mit Menschen treu geblieben. Was sie an ihrem Beruf besonders liebt: anderen einen schönen Moment zu bereiten und ihnen für einen Augenblick eine Auszeit vom Alltag zu schenken.
Wir geben den Menschen eine Auszeit, damit sie für einen Moment den Alltag draußen vergessen können
Tanja Jessel
Tanja Jessel, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Witzigerweise habe ich schon als Kind Restaurant gespielt. Meine Schwester musste immer den Gast spielen und ich war Kellnerin und Köchin. Als ich dann während der Schule einen Schnuppertag in der Gastronomie gemacht habe, war ich sofort Feuer und Flamme.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Ich liebe es, anderen einen schönen Moment zu bereiten, und dazu beizutragen, dass sie einen schönen Abend haben.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Ich liebe es, mit den kleinen Dingen, die wir tun, dazu beizutragen, dass Menschen glücklich sind. Für einen Moment vergessen sie den Alltag, der draußen wartet. Wir geben ihnen eine Auszeit, und genau das liebe ich an meinem Job.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
In all den Jahren haben mich viele Menschen auf ihre ganz persönliche Weise geprägt. Deshalb kann ich keine einzelne Person nennen. Jeder Mensch, mit dem ich gearbeitet habe, hat etwas bei mir hinterlassen.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Gute Energie und meine Kolleginnen und Kollegen.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Eine leicht sensible Frage: Wiener Schnitzel. Mein verstorbener Vater hat die besten Schnitzel gemacht. Ich liebe Schnitzel, seit ich klein bin, und er hat sie einmal in der Woche für mich gemacht.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Bei einem Kölsch mit meinen lieben Menschen, egal ob mit Kolleginnen und Kollegen oder zu Hause, den Tag ausklingen zu lassen.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Ich bin stolz auf mein Glück. Ich habe einen wundervollen Ehemann, der mir meine Arbeitszeiten verzeiht, und eine liebevolle Familie, die immer hinter mir steht. Worauf will man mehr stolz sein oder sich freuen?
Wovon träumst du beruflich noch?
Ganz ehrlich: Ich bin gerade sehr zufrieden mit meinen Wünschen und plane momentan nichts Bestimmtes. Aber wer weiß, was noch kommt.

Was bedeutet Gastgeben für dich persönlich?
Jeder war schon einmal Gastgeber, ob beruflich oder privat.
Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der sich Gäste wohlfühlen?
Mit Ruhe, Gemütlichkeit, Ankommen, Loslassen und Leichtigkeit. Viele Kerzen und Blumen, entspannte Musik und im Winter ein Kamin. Vor allem sollen sich die Gäste um nichts mehr kümmern müssen. Wir machen das für sie.
Wie gehst du mit schwierigen Situationen im Service um?
Auf Augenhöhe, mit Gesprächen und Verständnis. Und manchmal hilft es auch, kurz durchzuatmen, notfalls fünf Minuten.
Was sollen Gäste fühlen, wenn sie nach Hause gehen?
Entspanntheit und Wohlsein.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
Botanikerin
Mein schönster Moment im Job war
einer mit Helmut. Es war mein erstes Jahr in der Alten Rader Schule und ich hatte eine Gruppe von zehn bis zwölf Personen unter der Woche bei uns. Auf dem Tisch stand ein Foto einer Frau. Schnell wurde klar, dass es sich um eine Gedenkfeier handelte. Als Helmut zum Bezahlen nach vorn kam, fragte ich vorsichtig nach dem Grund der Feier. Er erzählte mir unter Tränen vom frühen Tod seiner Frau und davon, dass sie es hier immer so schön gefunden hatte. Deshalb wollte er ihr Andenken bei uns feiern. Das hat mich sehr berührt. Ich habe ihn in den Arm genommen und ganz fest gedrückt. Seitdem umarmen wir uns immer, wenn er kommt. Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, was Herzlichkeit in der Gastronomie bedeuten kann
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
einem Lächeln
Das beste Kompliment eines Gastes war
„Es war zauberhaft“
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Entspanntheit
