Christoph Rüffer stammt gebürtig aus Essen und hat dort im Sheraton Hotel seine Ausbildung zum Koch absolviert. Danach ging es für den 53-Jährigen quer durch Deutschland: Er kochte im Restaurant Le Gourmet in München und danach im Hotel Résidience zurück in seiner Heimat Essen. Später zog es ihn Richtung Schwarzwald, wo er in Baiersbronn im Restaurant Schwarzwaldstube des Hotels Traube Tonbach und im Hotel Bareiss kochte. Zurück im Norden arbeitete er im Hotel Fährhaus auf Sylt und kam im Juni 2002 ins Hotel Vier Jahreszeiten. Dort erkochte er 2025 den heiß ersehnten dritten Stern im Restaurant Haerlin.
Ich liebe die positive Energie, die in der Küche herrscht
Christoph Rüffer
Christoph Rüffer, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Meine Tante Berta hat mich immer mit in ihre Küche genommen – die Vielfalt und die Möglichkeiten der Küche habe ich dann in Essen kennenlernen dürfen.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Ich liebe die positive Energie, die in einer Küche herrscht.
Was liebst du darüber hinaus an deinem Job am meisten?
Die Kreativität, welche ich dann mit großartigen Produkten umsetzen darf.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Da gab es sicherlich ganz viele einzelne Personen! Henri Bach war für mich ein Mentor – die Zeit bei ihm im Résidence prägt mich sicherlich bis heute. Leider ist er vor einigen Jahren verstorben. Zu meinen Vorbildern gehört auch Tobias Günther: Er hat eine wahnsinnig ruhige und fokussierte Art.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Die Gäste, das Team und die Leidenschaft für das, was ich tun darf.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Unsere „Familientorte“: Biskuit, Pfirsich, Himbeeren, Sahne und Schokolade – das ist für mich Kindheit.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Manchmal braucht es dann einfach einen Moment Ruhe und ein Stück Schokolade – am liebsten Zartbitter!
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Meine zwei Töchter!
Wovon träumst du beruflich noch?
Viele meiner beruflichen Träume sind bereits Wirklichkeit geworden. Dafür empfinde ich tiefe Dankbarkeit.

Wie würdest du deine Küche in einem Satz beschreiben?
Saucenbasiert – da reicht sogar nur ein Wort.
Welches Gericht steht sinnbildlich für deine Handschrift?
Felsenrotbarbe mit gegrillter Paprikasabayon, Chorizo-Vinaigrette und Sauce Pastis – drei Saucen zu einem Fisch.
Was macht für dich ein besonderes Gericht aus?
Erstklassige Zutaten.
Gibt es eine Küchentradition, die du bewahren möchtest?
Unser „Wochenausklang“: Nach jedem Samstagabend-Service kommen wir nochmal als Team zusammen.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Küche heute?
Eine große – das hat sie für mich auch schon vor 20 Jahren – und sie bestärkt nur das Konzept einer saisonalen Küche, die die optimale Verwendung aller Zutaten fördert.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
Goldschmied geworden, wie mein Vater
Mein schönster Moment im Job war
der dritte Michelin-Stern im Jahr 2025 und seine erfolgreiche Verteidigung in diesem Jahr.
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
dem Team
Das beste Kompliment eines Gastes war
die „Anreise“, die unsere Gäste für uns auf sich nehmen, ob aus Hamburg oder aus dem Ausland. Darin liegt eine besondere Wertschätzung für die Arbeit des gesamten Teams
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
noch mehr Nachwuchs, der für den Beruf brennt