Levent Tarhan (55) wurde in Kars in der Türkei geboren und bringt langjährige Erfahrung aus der Hamburger Gastronomie mit. Nach seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann und einem BWL-Studium führten ihn seine Stationen unter anderem ins Weisse Haus von Tim Mälzer, ins Fischereihafen Restaurant, ins East-Hotel und ins Grand Elysée Hamburg. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung ist er seit Januar 2024 wieder im Grand Elysée tätig.
Es motiviert mich, Gästen eine Gute Zeit zu machen und zu sehen, dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen
Levent Tarhan
Levent Tarhan, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Ich bin in der Gastronomie gelandet, weil ich dafür brenne, dieses Gefühl, Menschen mit Essen glücklich zu machen, die Dynamik im Team, für das schnelle Tempo und für diesen einen warmen Moment, wenn du den Gast mit gutem Service und gutem Essen begeisterst.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Weil ich eine echte Leidenschaft dafür habe, gerne mit Menschen arbeite und die Dynamik liebe, die
Abwechslung im Alltag. Es motiviert mich, Gästen eine gute Zeit zu machen und zu sehen, dass sie mit einem Lächeln nach Hause gehen. Ich liebe die Teamarbeit und jeden Tag Neues zu lernen und mich immer weiterzuentwickeln.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Zum Beispiel dieser echte Kontakt mit Menschen, wenn du merkst, dass du ihren Tag ein bisschen besser machst. Auch das Team, dieses eingespielte Miteinander, wenn alle einfach blind funktionieren. Und ganz ehrlich, die kleinen Siege wie ein Tisch, der happy rausgeht, genau mit deinem Anteil.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Mein Vorbild ist mein Vater gewesen. Meine Mentoren: 1. Eugen Block und 2. Rüdiger Kowalke.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Wenn aus Stress plötzlich gute Energie wird, das Team ineinandergreift und am Ende alle merken, dass es genau so rund war. Und wenn Gäste mit diesem zufriedenen Gesicht rausgehen, dann denkst du dir: Genau deswegen mache ich das!
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Ja, auf jeden Fall! Zwei Dinge erinnern mich sofort an meine Kindheit: selbst gemachte Rosenlimonade und das tscherkessische Gericht Vellibach. Meine Mutter hat mir gezeigt, wie man es zubereitet, und ich trage das Rezept und die Tradition weiter. Der Geschmack erinnert mich bis heute an Familie, Heimat und gemeinsame Zeit mit meiner Mutter.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Nachts mit meinen Hunden spazieren gehen und nach dem Duschen noch was leckeres kochen.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Mit Einsatz und Leidenschaft meinen Weg erarbeitet zu haben und dass meine Gäste, meine Kollegen und mein Umfeld mich als einen Menschen sehen, auf den man sich zu 100 % verlassen kann, der zwar manchmal hart, aber immer gerecht ist.
Wovon träumst du beruflich noch?
Aktuell bin ich sehr stolz darauf, F&B Manager des größten privat geführten Hotels Deutschlands zu sein! Ich möchte Teams inspirieren, Nachwuchskräfte fördern und eine Kultur schaffen, in der Menschen gern arbeiten. Neukonzepte zu entwickeln und die Gastronomie mitzugestalten, statt nur den Titel zu feiern.

Was bedeutet Gastgeben für dich persönlich?
Verantwortung zu übernehmen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, vorausschauend auf Bedürfnisse einzugehen und mit Respekt, Klarheit und Herzlichkeit den Rahmen zu halten.
Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der sich Gäste wohlfühlen?
Mit Wohlfühlatmosphäre, indem ich präsent bin, mein Team klar führe, sehr auf Details achte und Gästen mit ehrlicher Herzlichkeit begegne.
Wie gehst du mit schwierigen Situationen im Service um?
Ich bleibe ruhig, priorisiere klar, kommuniziere offen und löse Probleme strukturiert. Selbstreflektion halte ich da für sehr wichtig.
Welchen Moment mit Gästen wirst du nie vergessen?
Ein Gast stand plötzlich auf, hielt eine kleine Rede im Restaurant und sagte, wie sehr ihm Essen und Service
gefallen haben, er werde diesen Abend nie vergessen.
Was sollen Gäste fühlen, wenn sie nach Hause gehen?
Sie sollten sich gesehen, willkommen und rundum gut versorgt fühlen.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
Arzt geworden
Mein schönster Moment im Job war
Unmögliches möglich gemacht zu haben
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
dem Gast das Gefühl Willkommen
übermitteln
Das beste Kompliment eines Gastes war
nicht von dieser Welt
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
mehr Respekt für meine Mitarbeiter
