Claudio Spinsanti ist in Camerano, Italien, geboren und hat zunächst eine Ausbildung zum Feinmechaniker in Ancona absolviert. Während seiner Wehrdienstzeit bei den Carabinieri in Rom führte ihn sein Weg eher zufällig in die Gastronomie, wo er als Barkeeper und im Service arbeitete. Es folgten verschiedene Stationen in Buxtehude und Hamburg, vom Ristorante Marco Polo über das C’era una volta und La Vela bis zum D.O.C. und dem Portonovo an der Außenalster. Seit 40 Jahren ist Claudio selbstständig und heute im Portonovo in Pöseldorf tätig. Was ihn an seinem Beruf bis heute begeistert, ist der Kontakt zu den Menschen und die Möglichkeit, mit Erfahrung, Persönlichkeit und Freude dafür zu sorgen, dass seine Gäste einen schönen Abend erleben.
Wenn die Gäste glücklich nach Hause gehen, macht mich das selbst glücklich
Claudio Spinsanti
Claudio Spinsanti, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Eigentlich ganz zufällig. Während meiner Wehrdienstzeit in Rom bei den Carabinieri habe ich erste Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt. Diese Zeit hat mich schließlich auf meinen weiteren beruflichen Weg geführt.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Weil ich mich voll einbringen und meine Erfahrung und meine Persönlichkeit einsetzen kann.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Ich liebe es, für die Menschen da zu sein, sie zu bedienen und ihnen einen schönen Abend zu bereiten. Wenn die Gäste glücklich nach Hause gehen, macht mich das selbst glücklich.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Ein früherer Arbeitgeber hat mich besonders geprägt. Er war ein echter Profi in seinem Beruf, und ich konnte sehr viel von ihm lernen. Seine Professionalität und seine Art zu arbeiten haben mich stark inspiriert.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Ich mache meine Arbeit einfach gerne. Auch abends arbeite ich sehr gerne und habe Freude daran, für meine Gäste da zu sein. Für mich ist das keine reine Arbeit, ich mache es einfach gerne.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Ganz klar die Minestrone, die meine Mutter gemacht hat. Dieser Geschmack erinnert mich sofort an meine Kindheit. Ein bestimmtes Getränk aus meiner Kindheit gibt es nicht.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Nach einem intensiven Arbeitstag trinke ich gerne ein Bier und lasse den Tag in Ruhe ausklingen.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Ich bin stolz darauf, dass ich bei null angefangen und mir eine gute Karriere aufgebaut habe. Heute kann ich sagen, dass ich angekommen bin. Außerdem bin ich Diplom-Sommelier, worauf ich ebenfalls sehr stolz bin.
Wovon träumst du beruflich noch?
Beruflich träume ich von nichts mehr. Ich habe, glaube ich, alles erreicht, was ich erreichen konnte, und bin mit dem, was ich geschafft habe, sehr zufrieden.

Was bedeutet Gastgeben für dich persönlich?
Gastgeben bedeutet für mich, Menschen glücklich zu machen und für sie da zu sein. Es bedeutet, ihnen einen schönen Aufenthalt zu bereiten und ihnen gerne zu dienen.
Wie schaffst du eine Atmosphäre, in der sich Gäste wohlfühlen?
Das ist eigentlich ganz einfach: Man muss immer nett und professionell sein, gleichzeitig aber auch mal ein bisschen lustig und locker. Vor allem muss man versuchen, alles für den Gast so schön wie möglich zu machen.
Wie gehst du mit schwierigen Situationen im Service um?
Ruhe bewahren und nachgeben. Auch wenn natürlich nicht immer der Gast recht hat, bringt es nichts, sich mit einem Gast auseinanderzusetzen. Wichtig ist, professionell zu bleiben und die Situation gut zu lösen.
Welchen Moment mit Gästen wirst du nie vergessen?
Ich werde nie vergessen, dass ich einmal Joe Cocker bedienen durfte. Ich wusste zunächst gar nicht, was ich machen sollte, weil er nur Coca-Cola getrunken hat. Ich habe ihm immer wieder die Eiswürfel ausgetauscht. Irgendwann hat er sich bei mir bedankt und gesagt, dass er so etwas noch nie erlebt habe. Das ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben.
Was sollen Gäste fühlen, wenn sie nach Hause gehen?
Die Gäste sollen glücklich nach Hause gehen und sagen: „Wow, das war ein brillanter Abend.“
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
heute Offizier bei den Carabinieri
Mein schönster Moment im Job war
eine Veranstaltung mit über 450 Gästen. Es war organisatorisch und logistisch eine sehr, sehr schwierige Aufgabe. Aber am Ende haben wir alles geschafft und alle Gäste sind glücklich nach Hause gegangen. Das war für mich ein ganz besonderer Moment
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
tollen und netten Gästen
Das beste Kompliment eines Gastes war
„Das ist Sex auf der Zunge“
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Verständnis von den Gästen dafür, was wir in diesem Beruf leisten
