Anton Fritz Michael Reichert, wie der Koch mit vollem Namen heißt, ist Ur-Hamburger. Der 35-Jährige hat in Rahlstedt im Hotel Eggers seine Ausbildung abgeschlossen und seitdem einige Stationen durchlaufen. Zu seinen hochkarätigen Arbeitsplätzen gehören das Hotel Adlon in Berlin und das Steigenberger Hotel in Stuttgart. Durch seine Kochkünste auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa durfte er zwei Jahre lang die Welt bereisen. Zwischen diesen Stationen war er ebenfalls schon ein Jahr beim Hotel Vier Jahreszeiten und ist im August 2022 zurückgekehrt. Seitdem ist er Küchenchef im Restaurant Grill.
Koch zu sein ist für mich der schönste Beruf – ein Beruf, der mit Leidenschaft ausgeübt werden muss
Anton Reichert
Anton Reichert, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Ich habe meinen Eltern schon immer gerne in der Küche geholfen und fand das Kochen schon früh
faszinierend. Schon bald begann ich, mich an eigenen Rezepten zu versuchen.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Ich mag es wenn der Tag nicht immer derselbe ist, ich brauche die Abwechslung und das Kreative.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Die Gäste mit den Speisen, die mein Team und ich jeden Tag zubereiten, glücklich zu machen, bereitet
mir große Freude. Es erfüllt mich mit Stolz, in einem Haus wie unserem zu arbeiten, denn auf diesem
Niveau muss man jeden Tag Höchstleistungen erbringen und stets sein Bestes geben. Koch zu sein ist
für mich der schönste Beruf – ein Beruf, der mit Leidenschaft ausgeübt werden muss, denn ohne sie
kann man langfristig keinen Erfolg haben.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Ein großes Vorbild für mich ist Thorsten Grillerd, mein Küchenchef auf der MS Europa. Von ihm habe ich
gelernt, dass man sich als Koch auch einmal an verrückte Kombinationen trauen muss, um sich
weiterzuentwickeln. Das bedeutet nicht, dass jede Kombination funktioniert oder gut ist – aber wenn man
etwas nicht ausprobiert, kann man auch nichts Neues erschaffen.
Ein weiteres Vorbild ist Karlheinz Hauser. Von ihm habe ich nicht nur das Kochen gelernt, sondern auch
sehr viel über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. Außerdem hat er meine Belastbarkeit durch die
hohen Anforderungen und die Arbeit auf dem Süllberg auf ein ganz neues Niveau gebracht. Es war nicht
immer leicht, aber genau diese Erfahrungen machen meinen Beruf heute deutlich einfacher.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Die Tage sind für mich nur lang, wenn wenig zu tun ist und langweilig wird es bei uns nur sehr selten.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Spaghetti Bolognese gab es bei uns jeden Freitagmittag. Das war das einzige Gericht, das meine
Schwester kochen konnte. Da sie freitagmittags immer für meine Geschwister und mich kochen musste,
stand dieses Gericht regelmäßig auf dem Speiseplan.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Tee trinken und Hörbuch hören klingt komisch, ist aber so – einmal die Welt ausmachen.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Auf meine Frau.
Wovon träumst du beruflich noch?
Vielleicht doch nochmal ein eigenes Restaurant.

Wie würdest du deine Küche in einem Satz beschreiben?
Der GRILL im Hotel Vier Jahreszeiten steht für eine elegante, moderne Interpretation der hanseatischen
Küche, bei der regionale Spitzenprodukte, exzellente Fisch- und Fleischgerichte sowie klassische GRILLSpezialitäten mit internationalen Akzenten und zeitloser Raffinesse kombiniert werden.
Welches Gericht steht sinnbildlich für deine Handschrift?
Das Entrecôte vom Grill mit klassischen Beilagen – auf den Punkt gegart, mit erstklassiger
Produktqualität und ohne unnötige Spielereien. Zeitlose Klassiker, perfektes Handwerk und höchste
Qualität.
Was macht für dich ein besonderes Gericht aus?
Dass es simpel ist und geschmacklich perfekt. Nicht zu viel, sondern auf das Wesentliche reduziert und
dieses dafür perfekt zubereitet.
Gibt es eine Küchentradition, die du bewahren möchtest?
Feste und Bräuche, bei denen bestimmte Speisen dazugehören, etwa Weihnachtsgans oder Osterlamm.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Küche heute?
Eine sehr Große: ich finde es gut, dass mehr auf Regionalität geachtet wird. Wir haben in unserem Land
so viele schöne Produkte. Viele kaufen ausländische Produkte, weil es günstiger ist und das finde ich
schade.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
zur Bundeswehr gegangen
Mein schönster Moment im Job waren
die Weltreisen der MS Europa
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
Menschen, die ich liebe und ein guter Wein
Das beste Kompliment eines Gastes war
, ob er ein Rezept haben könne und ob ich mir vorstellen könne, für ihn ein Catering in L.A. zu übernehmen
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Wertschätzung für das Handwerk.
Kochen ist ein anspruchsvoller Beruf, der viel Leidenschaft, Disziplin und Hingabe erfordert. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass junge Menschen weiterhin für diesen Beruf begeistert werden und bessere Möglichkeiten bekommen, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Außerdem sollten die Qualität der Produkte, der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln und die Verbindung zwischen Tradition und Innovation weiterhin im Mittelpunkt stehen