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Martina Olufs

Inhaberin vom Koch Kontor

Seit 2006 ist das Koch Kontor im Hamburger Karoviertel zu finden. Martina Olufs hat dort eine kleine Oase für Kochbücher erschaffen, in Kombination mit einem kreativen Mittagstisch. Die Ideen hierfür findet sie selbstverständlich in den zahlreichen Kochbüchern in den Regalen – ein Protokoll.

Ich liebe Kochbücher und ich koche gerne – das wollte ich schon immer in einem eigenen Geschäft verbinden. Nachdem ich mir ein paar ähnliche Konzepte in Berlin und London angesehen hatte, eröffnete ich 2006 das Koch Kontor.

Nichts habe ich seitdem so gerne gemacht. In meinem Laden fühle ich mich absolut zu Hause. Natürlich lief nicht alles von Anfang an glatt – im Gegenteil, es dauerte eine Weile, bis das Konzept angenommen wurde. Die Kochbücher im Koch Kontor wähle ich oft intuitiv aus und liege selten daneben. Wichtig ist, dass die Rezepte gut konzipiert sind, da wir jeden Tag aus den Büchern kochen.

Kochbuchautoren gehen im Koch Kontor ein und aus

Ich mag das Mittagsgeschäft im Koch Kontor und unsere sympathischen Stammgäste. Wir veranstalten auch Kochkurse oder stellen die Location für private Feiern zur Verfügung. Außerdem lade ich regelmäßig Kochbuchautoren ein – so war zum Beispiel Donna Hay bei uns und hat ihren neuesten Titel vorgestellt.

Ab und zu kooperiere ich mit Köchen, beispielsweise mit Thomas Sampl. Seine Wochenmarkttouren „Smutjes Landgang“ starten auf dem Großneumarkt und enden bei uns in der Küche.

Martina Olufs: “Ich werde oft nach Gastro-Tipps gefragt”

Berufsbedingt kenne ich viele Gastronomen. Das ist ein sehr nettes Miteinander. Ich werde oft nach Empfehlungen gefragt – scheinbar erwartet man von mir, dass ich mich auskenne. In meiner Nachbarschaft gehören das Philipps, die Mexiko Strasse Taquería und das Vienna zu meinen liebsten Adressen.

Für einen Ausflug ins Umland kann ich die Gutsküche Wulksfelde empfehlen. Im Ono bei mir um die Ecke stimmt nicht nur die Qualität, auch das Personal ist wahnsinnig nett.

In New York geboren, auf Föhr aufgewachsen

Ich bin in New York geboren und auf Föhr aufgewachsen. In New York gibt es viele nordfriesische Auswanderer, das hat eine lange Geschichte. Meine Eltern sind Anfang der 1960er-Jahre per Schiff rüber, das war die letzte Welle. Danach ging es langsam los mit dem Tourismus auf Föhr. Nach Hamburg kam ich für meine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau.

Ich bin hier geblieben, weil die Lebensqualität so hoch ist. Nach Föhr ist es auch nicht weit. Hamburg hat etwas Dörfliches, das gefällt mir. Wenn ich durch die Markstraße laufe, treffe ich an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht.

Neulich rief ich meinen beiden Mitarbeitern im Koch Kontor zu, dass ich nur mal schnell zum Briefkasten müsse – am Ende war ich eine Stunde weg. Hier ein Schnack, da ein Schnack – das ist für mich typisch Hamburg. Außerdem kann man alles mit dem Fahrrad abfahren, die Distanzen sind wirklich überschaubar.

Protokoll: Jasmin Shamsi

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Jasmin Shamsi trägt Berlin auf der Zunge und Hamburg im Herzen. Als Food- und Kulturjournalistin spürt sie Geschichten über Macher und Denker auf oder testet sich durch die kulinarische Vielfalt dieser Stadt.