1 Minuten Lesedauer / Kolumnen

Essen gehen! – mit Stevan Paul

Chinesische Nudelkultur, ganz eigen 

Hamburg hat einen neuen Nudel-Hotspot: die Batu Noodle Society. Kolumnist Stevan Paul hat den kulinarischen Neuzugang in Altona getestet

Servieren Dumplings und Co: BATU Noodle Society / ©Unsplash/Alex Hu
Servieren Dumplings und Co: BATU Noodle Society / ©Unsplash/Alex Hu

Schaut man in den Sommerabendhimmel über der ehemaligen Bar Rossi am Schanzenviertel, leuchten verheißungsvoll rote Lampions den Weg in Hamburgs neuen Nudel-Hotspot Batu – der will erst mal gefunden werden (es ist der zurückhaltend beschilderte Hauseingang rechts). Das Treppenhaus ist, Speakeasy-Style, spärlich illuminiert– oben öffnet sich ein heller Raum mit offener Küche und Terrasse. Der Mix aus Chinarestaurant-Folklore, Shabby Chic und Design kommt an: ohne Werbung ist das Batu kurz nach seiner stillen Eröffnung gut besucht. Der Service ist superfreundlich und auf Zack, Erfrischungsbier und schon kommt auch der Haus-Rosé (30 Euro) der Drunken Oyster Bar im Erdgeschoss, dazu Smashed Cucumber Salad (6,50 Euro): kühle persische Gurken baden in Sojasoße und schwarzem Essig (6,50 Euro). Der gebeizte und geflämmte Lachs (14,50 Euro) mit zweierlei Kaviar ist von überragender Güte, die zeigt, wo hier der Anspruch liegt. Unserer Bitte nach Menü-Form wird direkt entsprochen, als „Zwischengang“ also vegane Pak-Choi-Mushroom- und Chicken-Dumplings (5 Stück 7,50 Euro), ein samtiges Vergnügen mit frischen Kräutern, Sesam und hauseigenem Chili-Öl. Zu den Gesellschaftern des Noodle-Joints gehören unter anderem die Besitzer des Dim Sum Haus an der Kirchenallee, sie holten den chinesischen Dumpling-Meister aus dem Ruhestand, dessen Kunst wir hier genießen. Für das kulinarische Gesamtkonzept zeichnet Marcel Stut verantwortlich, der viele Jahre als Rezeptentwickler für die Zeitschrift „Essen & Trinken“ arbeitete. Er erzählt uns augenzwinkernd, er habe Lust gehabt „auf Ramen ohne Brühe“. Beim pointierten Szechuan Beef Ragu (15 Euro) und dem großartigen Ginger Beef (16,50 Euro) sind es dann auch die feinen Eiernudeln, die dicken Weizennudeln, die mehr als nur Basic sind. Täglich frisch hergestellt, liegt ihr Geheimnis in der Mischung aus chinesischer Nudelkultur und italienischem Know-how: ein Anteil Weizengrieß macht den unvergleichlichen Biss der Batu-Signature-Nudeln. Das mag jetzt nicht authentisch chinesisch sein, wie auch die üppigen Toppings aus Kräutern und Grünzeug eher der vietnamesischen Küche zuzuordnen sind – aber hej, es schmeckt famos und ganz eigen. Einfach Batu eben.

Zu unserem Test

Adresse

BATU Noodle Society
Eimsbütteler Straße 1
Altona
22769 Hamburg

Anreise

Alsenplatz Bus 25,20; Holstenstraße S11, S21, S31


Öffnungszeiten

Mo:
geschlossen
Di:
geschlossen
Mi:
18 - 22 Uhr
Do:
18 - 22 Uhr
Fr:
18 - 22 Uhr
Sa:
18 - 22 Uhr
So:
18 - 22 Uhr

Portrait von Stevan Paul

Ein kulinarischer Tausendsassa: Stevan Paul ist nicht nur gelernter Koch, sondern auch Kochbuchautor, Rezeptentwickler, Foodjournalist und seit Jahren Restaurant-Tester für die SZENE HAMBURG. Der Autor zahlreicher Kochbuch-Bestseller führt mit NutriCulinary eines der meistgelesenen kulinarischen Online-Magazine im deutschsprachigen Raum.

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