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Essen gehen mit! – Stevan Paul

Vertraut und ähnlich anders

Dim Sum, gebratener Wolfsbarsch und Bratreis – im Yu Garden gibt es eine bunte Auswahl asiatischer Gerichte in besonderem Ambiente. Kolumnist Stevan Paul hat das Restaurant getestet

Ein Fleckchen Urlaub in Hamburg: das Restaurant Yu Garden / ©Marc Sill
Ein Fleckchen Urlaub in Hamburg: das Restaurant Yu Garden / ©Marc Sill

Früh prägte die chinesische Küche in der BRD kulinarische Horizonte, spätestens in den 1980er-Jahren gehörte „das Chinarestaurant“ zum internationalen Geschirr der Republik – und war damals schon ein Zugeständnis, angefangen mit der süßsauren Soße, die in Ermanglung echter Pflaumensoße ersatzweise aus Tomatenmark, Essig und Zucker angerührt wurde. Anstelle vieler kleiner Köstlichkeiten servierte man große Einzelportionen und zur Verbesserung der Kommunikation wurde ein Zahlensystem eingeführt, dass vielerorts die Speisekarten ordnete und gleich machte. Wir wissen wenig über „die echte chinesische Küche“, die es als Allgemeinplatz nicht geben kann: Der drittgrößte Staat der Welt verfügt zwischen Subarktis und Subtropen über 18 Klimaregionen, die allein prägen unzählige Regionalküchen. Im Yu Garden verrät die Karte eine modern interpretierte Nähe zur Regionalküche der Partnerstadt Schanghai sowie der Sichuan-, Peking- und Kanton-Küche. Gelistet ist damit auch der klassische Kanon aus Wan-Tan-Suppe, Ente und Schweinebauch – Gerichte, die das Yu Garden im Vorjahr zum Testsieger Asien machten. Wir genießen fabelhafte Dim Sum, mit knackigen Garnelen (8,90 Euro) und saftigem Ochsenschwanz (11,90 Euro), fluffige Brötchen mit Schwein in Aspik (7,90 Euro). Die süßsaure Soße ignorieren wir zugunsten eines feinen Sojasoßen-Dips. Und wir erfreuen uns am besonderen Ambiente: Die Anlage in direkter Nachbarschaft des MARKK begeistert mit chinesischer Architektur, einem Feng-Shui-Garten, dem traditionellen Teehaus mit dem gemütlichen Restaurant. Leider hat es der routinierte Service eilig, wir haben noch nicht gegessen, da kommt schon der perfekt gebratene Wolfsbarsch mit eher nüchternem Pilzgemüse (25,90 Euro) – die große Schale mit vollmundiger Chili-Fischsoße hilft dem Fisch aufs Fahrrad. Ich habe Bratreis mit Huhn und Gemüse (17,90 Euro) bestellt, um herauszufinden, wie so ein Mittagsklassiker im eleganten Restaurant schmeckt: frischer, bunter – und subtil gewürzt, ich greife zur guten Fischsoße. Nächstes Mal dann doch die Ente. Oder das Überraschungsmenü!

Zu unserem Test

Adresse

Yu Garden
Feldbrunnenstraße 67
Rotherbaum
20148 Hamburg

Anreise

Hallerstraße, U1<br /> <br /> Museum am Rothenbaum, Bus 114


Öffnungszeiten

Mo:
geschlossen
Di:
12 - 23 Uhr
Mi:
12 - 23 Uhr
Do:
12 - 23 Uhr
Fr:
12 - 23 Uhr
Sa:
12 - 23 Uhr
So:
12 - 23 Uhr
Zum Anbeißen: Im Yu Garden gibt es Dumplings unf Co. / ©Marc Sill
Zum Anbeißen: Im Yu Garden gibt es Dumplings unf Co. / ©Marc Sill
Das Yu Garden serviert moderne chinesische Küche / ©Marc Sill
Das Yu Garden serviert moderne chinesische Küche / ©Marc Sill

Portrait von Stevan Paul

Ein kulinarischer Tausendsassa: Stevan Paul ist nicht nur gelernter Koch, sondern auch Kochbuchautor, Rezeptentwickler, Foodjournalist und seit Jahren Restaurant-Tester für die SZENE HAMBURG. Der Autor zahlreicher Kochbuch-Bestseller führt mit NutriCulinary eines der meistgelesenen kulinarischen Online-Magazine im deutschsprachigen Raum.

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