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Fine Dining

Überraschendes Aus: Criss Studio schließt

Nach knapp zwei Jahren schließt das prämierte Restaurant Criss Studio überraschend zum Ende des Jahres. Die Gründe sind persönlich 

30. September 2026 von Alice von der Laden

Mateusz A. Żurek und Jahmarley Grant schließen Ende des Jahres ihr Criss Studio /©Julia Schumacher
Mateusz A. Żurek und Jahmarley Grant schließen Ende des Jahres ihr Criss Studio /©Julia Schumacher

Jahmarley Grant und Mateusz A. Żurek haben in den vergangenen Jahren einen bleibenden Eindruck in der Gastroszene Hamburgs hinterlassen. Zunächst im Pop-up, seit Januar 2025 in ihrem eigenen Restaurant in Eimsbüttel, fokussieren sich die beiden Köche auf polnisch-jamaikanisches Fine-Dining. Damit waren sie vergangenes Jahr nicht nur als Newcomer des Jahres nominiert, sondern wurden auch vom Falstaff als „Entdeckung des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Doch während es für das Restaurant kaum besser laufen könnte, musste das Paar einen herben Rückschlag erleiden – der nun zum Ende des Restaurants führt. 

Denn: Das Team des Criss Studio bestand längst nicht nur aus Grant und Żurek, sondern von Beginn an gehörte Hopelyn Brown, Grants Mutter und Gastgeberin des Restaurants, fest dazu. Während die beiden Männer für ausgezeichnete polnisch-jamaikanische Gerichte sorgten, war es Hopelyns Aufgabe, die Gäste zu empfangen, zu bewirten und sich willkommen zu fühlen. Doch nach wenigen Monaten im aktiven Restaurantbetrieb wurde bei Hopelyn Krebs diagnostiziert. Zahlreiche Arztbesuche, Behandlungen, eine erfolgreiche Operation und dann die Rückkehr der Krankheit – all das ohne eine deutsche Krankenversicherung und immer mit dem Restaurantgeschäft im Hintergrund bestimmte monatelang den Alltag der Familie.  

Das Restaurant ist jetzt ein anderer Ort

Jahmarley Grant

Am Ende verliert Hopelyn Brown den Kampf gegen den Krebs. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke: „Und diese Lücke können wir nicht mehr füllen. Das Restaurant ist jetzt ein anderer Ort“, so Jahmarley Grant, dem der Tod seiner Mutter sichtlich zu schaffen macht. „Wir sind als Familie nach Hamburg gekommen: Mateusz, meine Mutter und ich. Jetzt, wo wir nicht mehr alle zusammen sind, existieren die Pläne, die wir zu dritt gemacht haben, nicht mehr“, erklärt der gebürtige Kanadier mit jamaikanischen Wurzeln. Hinzu kommen die bürokratischen Hürden, die der Tod Hopelyns mit sich gebracht hat. Und schließlich kam die Frage des Begräbnisses auf. 

Für Hopelyn Grant stand immer fest, dass sie nach ihrem Tod dort sein möchte, wo Jahmarley und Mateusz sind. „Als wir überlegen mussten, was wir mit der Asche machen – und in Deutschland muss man Asche begraben –, wurde uns klar, dass wir Hopelyn nicht in Deutschland bestatten wollen“, so Mateusz A. Żurek. „Wir haben uns überlegt, wohin wir gehen und die Asche mitnehmen können: Jamaika, Kanada, Polen – oder Portugal, wo wir vor unserem Umzug nach Hamburg gewohnt haben. Dort haben wir Freunde und einen festen Kreis und wir dürfen die Asche von Hopelyn bei uns behalten, wie es ihr Wunsch war. Und so kam eins zum anderen und unsere Entscheidung, Hamburg zu verlassen, wurde stärker“, erklärt der gebürtige Pole. 

Zurück nach Hause

Dreieinhalb Jahre hat das Paar in Portugal gelebt, dort mit seinem Restaurant BYWA viele Stammgäste gewonnen und neue Freundschaften geschlossen. Dorthin zieht es die beiden nun zurück. „Portugal fühlt sich nach Zuhause an“, so Żurek. Ein Restaurant wollen sie dort nicht direkt eröffnen, aber klar ist: „Wir werden wieder Essen servieren.“ Wichtig ist den beiden, nach den kräftezehrenden Monaten erstmal durchzuatmen: „Wir hatten Pläne für die nächsten zehn Jahre. Jetzt haben wir nur Pläne bis Ende des Jahres. Wir schauen, was wir in Zukunft wollen“, so Grant.

Criss Studio hat noch zweieinhalb Monate geöffnet. Mit einem Team, das den beiden Köchen den Abschied erschwert. Denn neben Hopelyn und den beiden gehören natürlich noch weitere Kolleginnen und Kollegen zu Criss Studio, darunter Sous-Chefin Leonie Kleinoeder und Gastgeberin Laura Fechner. Sie alle haben den beiden während der schweren Monate beiseite gestanden und die Entscheidung, das Restaurant zu schließen, sehr schwer gemacht. „Wir haben es geschafft, uns mit ganz wunderbaren Menschen zu umgeben. Diejenigen, die das Glück haben, bald mit unserem Team zu arbeiten, können sich glücklich schätzen“, so das Paar.

Die letzten Monate

Das kommende Herbstmenü wird wie geplant stattfinden. Die ersten beiden Dezemberwochen wird es dann ein Weihnachtsmenü / Goodbye-/Best-of-Menü geben. Am 12. Dezember werden die beiden Köche ein letztes Mal in ihrem Restaurant in Eimsbüttel Dann geht es mit Sack und Pack sowie dem Hund nach Portugal. Der Baum, der im Restaurant steht und ein echter Hingucker ist, geht nicht mit. „Der Baum wird ein neues Zuhause finden – ich glaub, wir wissen schon, wer den Baum adoptieren wird“, so Jahmarley Grant. 

Zu unserem Test

Adresse

Criss Studio
Moorkamp 6
Eimsbüttel
20357 Hamburg

Öffnungszeiten

Mo:
geschlossen
Di:
geschlossen
Mi:
geschlossen
Do:
18 - 23 Uhr
Fr:
18 - 23 Uhr
Sa:
18 - 23 Uhr
So:
geschlossen
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Von einfacher Currywurst bis detailverliebtes Sushi, Alice von der Laden liebt die kulinarische Auswahl Hamburgs. Wenn sie sich nicht gerade durch die Gastro-Perlen der Stadt schlemmt, trinkt sie Astra in ihrer Stammkneipe.