Noch im Herbst 2025 war die Freude bei Lena Paus groß, als sie das Café Pauszeit im Hundertwasser-Haus eröffnete. Nach Jahren des Leerstands zog ein frisches Konzept mit gesunder, veganer Küche in die besondere Location mit malerischer Fassade ein. Doch nur zwei Monate später musste die Betreiberin und Ökotrophologin ihr Lokal krankheitsbedingt wieder aufgeben. Nun steht der nächste Neustart bevor: Yasemin und Murat Sahiner, die das Madrigal in Winterhude betreiben, eröffnen hier eine neue Tapas-Bar. „Als wir die Location angeboten bekamen, war ich hellauf begeistert“, erzählt Yasemin Sahiner. „Das Ambiente mit den vielen Mosaik-Steinchen passt perfekt zu unserem Konzept. Tapas sind auch bunt, vielseitig, nicht ganz so perfekt.“ Die Eröffnung des Perla del Norte ist für den 10. April geplant.
Madrigal-Betreiber eröffnen Tapas-Bar „Perla del Norte“ in Ottensen
Kulinarisch wird es im Perla del Norte ähnlich, aber dennoch eigenständig: „Es werden hauptsächlich spanische Tapas sein, aber wir lassen auch Einflüsse aus Griechenland oder der Türkei einfließen, dort gibt es auch eine Tapas-Kultur“, so Sahiner. Geplant sind neben klassischen Tapas auch frisch gebackene Pizzen mit spanischen Zutaten wie Chorizo. Dazu kommen vegetarische und vegane Optionen. Ein Anspruch bleibt, der auch im Madrigal gilt: möglichst alles hausgemacht. „Wir machen alles frisch, auch das Brot und den Pizzateig“, sagt die Gastronomin. Ebenso wichtig ist den beiden das Ambiente: „Wir wollen eine gemütliche Atmosphäre für den Gast schaffen. Er soll reinkommen und sich wohlfühlen wie bei einem guten Freund zu Hause.“
Eigentlich kommen Yasemin und Murat Sahiner aus dem Bankwesen: Yasemin Sahiner arbeitete 22 Jahre in der Branche, ihr Ehemann entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die spanische Küche. Kennengelernt hat sich das Paar 2015 im Madrigal – sie als Filialleiterin einer Bank gegenüber, er arbeitete dort seit 2012 als Koch. Zwei Jahre später feierten sie schließlich ihre Hochzeit im Restaurant, das sie dann 2022 gemeinsam übernahmen.
Mit dem neuen Restaurant in Ottensen schließen sich für Yasemin Sahiner gleich mehrere Kreise. Zum einen diente die siebenjährige Tochter Inci als Namensgeberin – ihr Name bedeutet aus dem Türkischen übersetzt „Perle“. Zum anderen soll sich das Perla del Norte als „Perle des Nordens“ im Stadtteil etablieren. Auch persönlich verbindet Sahiner viel mit Ottensen: Sie war hier als Kind regelmäßig mit ihrer Mutter unterwegs. „Altona ist sehr herzlich, warm und einfach sehr schön“, sagt sie. Ein zweiter Standort war schon länger in Planung – umso mehr freue sie sich, dass es nun ausgerechnet dieser Stadtteil geworden ist.

Nach Mehrwertsteuersenkung: Mut zum zweiten Standort
Dennoch: Die Entscheidung für ein zweites Lokal fiel nicht leicht – auch wegen der angespannten Lage in der Branche. „Wäre die Mehrwertsteuersenkung nicht gekommen, hätten wir wahrscheinlich kein zweites Lokal eröffnet“, sagt Sahiner. „Sie hat dazu beigetragen, dass wir uns getraut haben, diesen Schritt zu machen.“ Langfristig können sich die beiden weitere Projekte vorstellen. „Wir wollen keine Kette werden, ich möchte lieber eine Sache richtig gut machen. Erst mal konzentrieren wir uns auf die Perle des Nordens, und wer weiß, vielleicht kommen weitere Perlen im Süden, Osten oder Westen hinzu.“
