Seit der Gründung in den 1920er-Jahren gehört die Confiserie Paulsen zur Hamburger Genusslandschaft. In prominenter Innenstadtlage an den Großen Bleichen verkauft das Traditionsunternehmen handgemachte Schokolade, Pralinen, Kekse und weitere Süßwarenspezialitäten. Bereits 2011 warnte Inhaber Kurt Biebl vor den Auswirkungen stetig steigender Kosten. Nun hat sich diese Sorge bewahrheitet: Die Confiserie Paulsen musste Insolvenz anmelden.
Der zuständige Insolvenzverwalter Nils Krause teilt mit, dass das vorläufige Insolvenzverfahren zum 15. Juli 2026 angeordnet wurde. Nach Angaben der Geschäftsführung seien vor allem gestiegene Rohstoffpreise, höhere Personalkosten sowie die allgemeine Konsumzurückhaltung Gründe für die wirtschaftliche Schieflage.
Ich prüfe sämtliche Sanierungsoptionen – auch den Verkauf an Investoren
Nils Krause
Trotz des laufenden Verfahrens soll der Betrieb fortgeführt werden. Alle Filialen bleiben geöffnet, die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind zunächst über das Insolvenzgeld abgesichert.
Ein Hamburger Traditionsunternehmen
Im Jahr 1928 gründete Wolfgang Paulsen die Hamburger Confiserie. Seit 1998 führt Kurt Biebl das Unternehmen und entwickelte es über die Jahre weiter. Neben dem Stammhaus in den Großen Bleichen kamen weitere Standorte hinzu, darunter die Rindermarkthalle, das Audi-Zentrum Langenhorn sowie Filialen in Volksdorf und Blankenese. Zum Sortiment gehören handgeschöpfte Schokolade, Trüffel, Pralinen, Marzipan und zahlreiche weitere Spezialitäten aus der hauseigenen Manufaktur in Hamburg-Hohenfelde.