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Insolvenzverfahren

Drohende Pleite für Torrefaktum Rösterei

Die beliebte Kaffeerösterei Torrefaktum genießt in Hamburg längst Kultstatus. Eine hohe Corona-Rückzahlung könnte jedoch das Ende sein. Was die drohende Insolvenz für die drei Cafés der Rösterei bedeutet

17. April 2026 von Alina Fedorova

 Insgesamt drei Cafés betreibt die Hamburger Kaffeerösterei Torrefaktum, die vor kurzem Insolvenz anmelden musste / © Sven Schomburg
 Insgesamt drei Cafés betreibt die Hamburger Kaffeerösterei Torrefaktum, die vor kurzem Insolvenz anmelden musste / © Sven Schomburg

Sie zählt zu einer der besten Adressen für guten Kaffee – und zwar nicht nur in Hamburg, sondern in ganz Deutschland. Doch die Zukunft für die Torrefaktum Kaffeerösterei, die insgesamt drei Cafés in Ottensen, im Phönixhof und dem Torrefaktum Zeit Café im Helmut Schmidt Haus betreibt, ist ungewiss. Die Rösterei kämpft, wie viele andere Cafés, seit längerem mit extrem gestiegenen Rohkaffeepreisen. Doch nun kam eine hohe Rückforderung staatlicher Corona-Hilfen im sechsstelligen Bereich oben drauf, die das Fass zum Überlaufen brachte: Das Amtsgericht eröffnete am 15. April ein vorläufiges Insolvenzverfahren.

Hohe Corona-Rückzahlung für Hamburger Kult-Kaffeerösterei

Die Rösterei genießt längst Kultstatus, wurde 2022 zu den besten Deutschlands gekürt. Umso überraschender kommt für viele Kaffeeliebhaber die Nachricht von der drohenden Pleite. Eigentlich wollte der neue Inhaber und Geschäftsführer Gerhard von Plotho, der erst im März 2025 die Führung übernahm, der Rösterei durch interne Umstrukturierungen wieder zur Stabilität verhelfen. „Ich habe vor 13 Monaten die Torrefaktum GmbH in einem ziemlich desolaten Zustand übernommen und recht schnell das Potenzial unserer Kaffeerösterei erkannt“, erzählt von Plotho.

So wurden „die Ärmel“ hochgekrempelt und das Unternehmen wieder „ins ruhige Fahrwasser“ gebracht, ein sechsstelliger Betrag an Belastungen bereits abgewendet. Weiter heißt es: „Die Torrefaktum GmbH ist nunmehr wieder in der Lage eigenständig zu wirtschaften. Einzig die anstehende Corona Rückzahlung von ca. 200.000 Euro in diesem Monat kann das Unternehmen in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die insbesondere die Gastrobranche trifft, nicht erwirtschaften.“ Kontaktanfragen an die Hamburger Behörden blieben laut von Plotho über Monate unbeantwortet und bisher erfolglos. Um nicht in die Gefahr der Insolvenzverschleppung zu geraten, wurde eine Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt, jedoch kurz nach Genehmigung in ein reguläres Insolvenzverfahren überführt, was beim Inhaber auf Unverständnis trifft.

Torrefaktum-Café-Betrieb läuft weiter

Trotz der schwierigen Umstände können Kaffeeliebhaber und Mitarbeiter zunächst aufatmen: Die 25 Arbeitsplätze seien für die nächsten drei Monate gesichert, der Cafébetrieb an allen drei Standorten läuft weiter wie bisher. Auch die Kaffeerösterei arbeitet wie gewohnt weiter, die ihre 15 Röstungen sowohl im Café als auch online verkauft. Inhaber von Plotho bleibt zudem optimistisch: „In enger Zusammenarbeit mit Insolvenzverwalter Dr. Thilo Streck werden wir nun die nötigen Aufgaben bearbeiten und lösen, um die Torrefaktum GmbH in eine sichere und erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Gespräche mit Kooperationspartnern und Investoren würden derzeit intensiv weitergeführt und könnten die Rettung sein.

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Ob Phở Bo oder Ramen: Asiatische Nudelsuppen könnte Alina Fedorova zu jeder Jahres- und Tageszeit schlürfen. Lange Zeit in der Gastro tätig, hat sie Tablett gegen Tastatur getauscht und schreibt jetzt über Hamburgs Gastro-Szene. Oft steht sie selbst hinterm Herd und kocht Rezepte aus aller Welt.