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Rentenkommission

Minijobs in Gefahr: Dehoga schlägt Alarm

Die Rentenkommission will den Sonderstatus von Minijobs künftig auf Schülerinnen und Schüler beschränken. Für die Gastronomie wäre das ein massiver Einschnitt. Der Dehoga spricht von einem „Frontalangriff“ auf die Branche – und warnt vor mehr Schwarzarbeit statt besserer Beschäftigung

24. Juni 2026 von Ilona Lütje

Bleiben die Tische ohne Minijobber bald leer? / ©Marc Sill
Bleiben die Tische ohne Minijobber bald leer? / ©Marc Sill

Die Vorschläge der Rentenkommission sorgen bundesweit für heftige Kritik im Gastgewerbe. Wie am Wochenende bekannt wurde, soll der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. Für Hotels, Restaurants, Cafés und Bars hätte das weitreichende Folgen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) spricht von einem drohenden Aus eines zentralen Beschäftigungsmodells. Allein bundesweit arbeiten nach Angaben des Verbandes rund 1,1 Millionen Menschen im Gastgewerbe auf Minijob-Basis.

„Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Bereits höhere Sozialabgaben würden Minijobs verteuern, nun drohe sogar die vollständige Abschaffung eines für die Branche unverzichtbaren Instruments. Zöllick spricht von einem „Frontalangriff auf die Flexibilität am Arbeitsmarkt und auf die Beschäftigungsfähigkeit des Gastgewerbes“. Minijobs seien unverzichtbar, um Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und saisonale Spitzen abzudecken. Eine Umwandlung in Voll- oder Teilzeitstellen sei aufgrund des geringen Stundenumfangs vieler Tätigkeiten oft gar nicht möglich. Nach Ansicht des Dehoga verdrängen Minijobs darum keine regulären Arbeitsplätze.

Deutliche Kritik auch vom Hamburger Dehoga 

Auch der Hamburger Landesverband kritisiert die Pläne deutlich und warnt vor den Folgen. Flexible Beschäftigungsformen seien für viele Betriebe ebenso wichtig wie für Menschen, die bewusst nur wenige Stunden arbeiten möchten – etwa Alleinerziehende, Studierende oder Beschäftigte mit Nebenverdienst. Hamburgs Dehoga-Präsident Simon Wieck sieht die Gefahr, dass neue Hürden den gegenteiligen Effekt haben: „Wer Minijobs im Gastgewerbe erschwert, treibt flexible Arbeit nicht in bessere Beschäftigung, sondern riskiert mehr Schwarzarbeit.“ 

Hamburgs Dehoga-Präsident Simon Wiecks sieht Hamburgs Gastro in Gefahr / ©Brandmeister Photography
Hamburgs Dehoga-Präsident Simon Wiecks sieht Hamburgs Gastro in Gefahr / ©Brandmeister Photography

Besonders kritisch sieht der Dehoga den Vorschlag, Minijobs künftig ausschließlich Schülerinnen und Schülern vorzubehalten. Viele von ihnen seien minderjährig und könnten aufgrund gesetzlicher Jugendarbeitsschutzregelungen gerade jene Abend- und Wochenendschichten nicht übernehmen, die in Gastronomie und Hotellerie besonders wichtig sind. Für die Branche steht deshalb viel auf dem Spiel. Während die Rentenkommission mit ihren Vorschlägen die Finanzierung der Sozialsysteme stärken will, befürchten die Verbände zusätzliche Belastungen für Betriebe und Beschäftigte. 

Portrait von Ilona Luetje

Ilona Lütje liebt Hamburgs Gastro und gutes Essen, gern asiatisch und möglichst oft portugiesisch. Wenn sie nicht gerade isst und genießt, trifft man sie auf Festivals in ganz Europa und tanzend vor Konzertbühnen, denn ihr Herz schlägt für Musik mindestens genauso schnell wie für die Gastro.

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