Ivan Pagel ist seit 2008 Koch im FrischeParadies. Der 48-Jährige ist ein echtes Hamburger Nordlicht und absolvierte seine Kochausbildung im Hotel Lindtner Hamburg Harburg. Anschließend sammelte er in renommierten Häusern der Hansestadt wertvolle Berufserfahrung – im Hotel Premen, im Ringhotel Landhaus Gardels und in der Elbschloss Residenz, bevor ihn sein Weg schließlich ins FrischeParadies führte. Für seine heutige Arbeit im FrischeParadies wurde er für den Genuss-Creator Award in der Kategorie Koch des Jahres nominiert.
Ein guter Teller ist immer auch ein kleiner Spiegel des Erstellers
Ivan Pagel
Ivan Pagel, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Es war damals eher Zufall. Ich bin irgendwie in der Küche gelandet und habe dort meinen Beruf fürs Leben gefunden.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Die Gastro ist eine liebevolle kleine Welt für sich. Ja, mit Ecken und Kanten und noch mehr Herausforderungen, aber eben auch mit viel Zusammenhalt, Freude, Menschen und vielen Möglichkeiten.
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Definitiv das kreativ sein. Aber auch das direkte Ergebnis. Die Kollegen und Gäste mit denen man täglich zu tun hat. Ach, da gibt es so viel.
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Ja, da gab es einige. Im direkten Umfeld eigentlich alle Kollegen meiner Vergangenheit. Jeder hatte etwas, das es wert war, sich anzueignen. Auch heute noch treffe ich Kollegen und lerne von ihnen. Große Vorbilder sind und bleiben Menschen wie Witzigmann, Adria, Wissler und Wohlfahrt.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Der Wunsch, alle Gäste glücklich zu machen. Zu wissen, dass man mit seinen Möglichkeiten diesen Tag für einige Menschen schöner gemacht hat. Aber auch ein bisschen Ehrgeiz an sich selbst.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Armer Ritter. Wir hatten damals nicht viel und rückblickend betrachtet, brauchte ich auch nicht mehr. Aber dieses Gericht war so simpel und trotzdem so erfüllend zugleich. Manchmal ist weniger eben doch mehr.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Auf dem Weg nach Hause Musik hören. Zuhause bade ich in der positiven Energie der Familie. Das Umfeld beruhigt mich und lässt Stress abfallen. Mehr brauche ich nicht.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Auf meine Kinder. Aber wenn die Arbeit gemeint ist: Auf mich selber. Ich habe mich von unten nach oben gearbeitet. Misserfolge gemeistert, nie aufgegeben und immer weiter gemacht. Und dabei bin ich mir immer selbst treu geblieben.
Wovon träumst du beruflich noch?
Träumt nicht jeder Koch davon ein eigenes kleines Restaurant zu haben? Kein großes Kino, nur ehrliche einfache Küche. Gerne am Meer mit Ausblick.

Wie würdest du deine Küche in einem Satz beschreiben?
Asiatisch angehauchte klassische Küche ohne viel Schnickschnack, aber mit leichtem Pfiff.
Welches Gericht steht sinnbildlich für deine Handschrift?
Geräucherte Entenbrust/Passionsfrucht Dashi/Brombeere/Eingelegter Rettich/Gedörrte Kumquat/Gerösteter Buchweizen .
Was macht für dich ein besonderes Gericht aus?
Dass es ein Stück weit den Koch oder die Köchin widerspiegelt. Den Werdegang, die Persönlichkeit und die Kreativität. Ein guter Teller ist immer auch ein kleiner Spiegel des Erstellers, und wenn dieser authentisch ist, ist es für mich ein besonderer.
Gibt es eine Küchentradition, die du bewahren möchtest?
Das Rezeptebuch. Die Bibel eines Kochs oder Köchin. Das geballte Wissen und die Kunst in einem Gebinde. Zum Weiterreichen oder zum Abschreiben. Und das Feierabendgetränk – das hält die „Küchen“-Familie zusammen.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Küche heute?
Eine Große! Unsere Ressourcen sind begrenzt und jeder trägt Anteil an der Gemeinschaft und dem Erhalt unserer Welt.
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
Lost! Die Gastro holte mich an einem Punkt der Perspektivlosigkeit. Dafür bin ich ihr immer dankbar
Mein schönster Moment im Job war
jemandem, der von uns gegangen ist, ein letztes Mal sein Lieblingsessen zubereiten zu können. Das war traurig, aber auch unendlich schön zugleich. Das Zusehen beim Essen. Ein Moment des Glücks in so tiefer Stunde. Unvergesslich
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
den Menschen, mit denen du diesen Abend teilst. Denn der beste Abend ist nichts ohne die richtige Gesellschaft
Das beste Kompliment eines Gastes war:
„Danke, dass du mir diesen Wunsch erfüllt hast“
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Verständnis und Miteinander! Zum Gast und zum Gastronomen. Es sind für alle schwierige Zeiten. Meistern werden wir sie nur gemeinsam. Wir brauchen euch und ihr uns