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Nein zu Olympia

Olympia Aus – Das sagen Hamburgs Gastronomen

Beim Olympia-Referendum am 31. Mai stimmte eine Mehrheit gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele. Der Genuss-Guide hat einige Gastronomen gefragt, was sie von dem Ergebnis halten

2. Juni 2026 von Fred Guiot

Die Hamburger sind sportlich unterwegs – und stimmten dennoch gegen Olympia / © Mediaserver Hamburg/Christian Brandes
Die Hamburger sind sportlich unterwegs – und stimmten dennoch gegen Olympia / © Mediaserver Hamburg/Christian Brandes

Es ist offiziell: Die Hamburger wollen keine Olympischen Spiele in ihrer Stadt. Beim Referendum am 31. Mai stimmten 54,9 Prozent der Wählenden gegen eine Bewerbung der Hafenstadt. Im Vorfeld warben Prominente, Politiker und verschiedene Initiativen für und gegen die Spiele. Für die Gastronomiebranche hätte die Megaveranstaltung vor allem eines bedeutet: mehr potenzielle Gäste. Über das Aus zeigen sich manche Gastronomen enttäuscht, andere sind noch unentschlossen. Der Genuss-Guide hat einige Stimmen gesammelt.

Christoph Kling (Oyster Kling / Austernbar Chez Marie-France): 

„Ich sehe die Olympia-Frage durchaus zweigeteilt. Persönlich überwiegen für mich die offenen Fragen rund um bestehende Großprojekte wie die U5, den Elbtower, den A7-Deckel, die Wohnraumsituation und die Klimaneutralität. Deshalb habe ich mit Nein gestimmt. Bevor neue Großprojekte angestoßen werden, sollten aus meiner Sicht die aktuellen Herausforderungen überzeugend gelöst werden. Als Gastronom erkenne ich allerdings auch das Potenzial einer Olympiabewerbung. Die Spiele hätten Hamburg weltweit stärker in den Fokus gerückt und neue Gäste in die Stadt gebracht. Für die Gastronomie insgesamt und für unser spezialisiertes Austernangebot wäre das sicherlich eine interessante wirtschaftliche Chance gewesen.“

Cristoph Kling ist in Bezug auf die Olympischen Spiele in Hamburg zwiegespalten / ©Alina Fedorova
Cristoph Kling ist in Bezug auf die Olympischen Spiele in Hamburg zwiegespalten / ©Alina Fedorova

Arne Meyer (Marschländer Elblounge / Wein- & Friesenstube):

„Das Aus für Olympia in Hamburg ist ein großes Dilemma und sehr schade für die Stadt, aber es spiegelt das tief gesunkene Vertrauen in die Hamburger Politik wider. Die Menschen haben keine Lust mehr auf jahrelange Baustellen, unfinanzierbare Projekte und Stillstand. Beispiele dafür gibt es viele: Die Elbphilharmonie wurde zur Kostenfalle, das Desaster um den Elbtower hinterlässt eine Bauruine, und die irrsinnige Tunnelplanung für den Köhlbrand verschwendet Unmengen an Geld. Überall sieht man Baustellen, auf denen monatelang nichts passiert. Die Bürger haben das Gefühl, dass die Stadtverwaltung viel mehr redet als handelt und sich als völlig unzuverlässig erweist. Die Absage ist das logische Resultat einer Bevölkerung, die eine funktionierende Alltagspolitik verlangt, statt leerer Versprechen bei riskanten Megaprojekten.“


Wendy Chen (Chuan Heritage): 

„Das Nein zu Olympia ist natürlich schade für die Gastro. Wir hatten gehofft, dass dadurch mehr Touristen und Gäste nach Hamburg kommen. Davon hätten Restaurants, Hotels und viele andere Läden profitiert. Viele aus der Branche hätten sich gefreut, Hamburgs vielfältige Küche international zu zeigen. Die Entscheidung respektieren wir natürlich trotzdem. Wir hoffen einfach, dass Hamburg auch ohne Olympia weiter attraktiv bleibt und mehr für Tourismus und Veranstaltungen macht. Das ist wichtig für die Zukunft der Gastronomie.“

Olympia hätte der Hamburger Gastrobranche gutgetan, meint Wendy Chen / ©Julia Schumacher
Olympia hätte der Hamburger Gastrobranche gutgetan, meint Wendy Chen / ©Julia Schumacher

Yasemin Sahiner (Madrigal / Perla del Norte):

„Ich finde es schade, dass Hamburg die Olympia-Bewerbung zurückzieht. Für viele Gastgewerbe wären die Spiele von Vorteil gewesen, neue Gäste aus aller Welt in die Stadt zu holen. Als Betreiberin von zwei Tapas-Bars weiß ich, wie wichtig eine lebendige Stadt mit Veranstaltungen, Tourismus und internationalem Publikum für viele Betriebe ist. Natürlich müssen Kosten und Nutzen immer sorgfältig abgewogen werden. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass Hamburg die Chance bekommt, sich als Gastgeber einer solchen Veranstaltung zu präsentieren.“

Yasemin Sahina hätte sich über ein Ja zu den Olympischen Spielen gefreut / ©Yasemin Sahiner
Yasemin Sahina hätte sich über ein Ja zu den Olympischen Spielen gefreut / ©Yasemin Sahiner
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Ob Streetfood oder Sternegastronomie: Frédéric (Fred) Guiot kann sich für alles begeistern, was Hamburg kulinarisch zu bieten hat. Besonders die französische und vietnamesische Küche, aber auch die Hamburger Kneipenkultur haben es ihm angetan. In der Küche und im Service durfte Fred bereits viele Facetten der Gastro-Szene kennenlernen. Hier kann er diese Erfahrungen in seine Texte einfließen lassen.