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Neuanfang

Marvin Böhm blickt nach vorn

Nach der Schließung seines Restaurants begann für Böhm ein neues Kapitel. Beim Auftakt des 40. Schleswig-Holstein Gourmet Festivals spricht der Spitzenkoch über die vergangenen Wochen, seine Erfahrungen als Restaurantchef und darüber, was als nächstes kommt

1. September 2026 von Paula Rieck

Marvin Böhm feierte seine Premiere beim Auftakt des 40. Schleswig-Holstein Gourmet Festival / ©Paula Rieck
Marvin Böhm feierte seine Premiere beim Auftakt des 40. Schleswig-Holstein Gourmet Festival / ©Paula Rieck

Nach der turbulenten Zeit rund um das Ende des Buoy hat Böhm zuletzt bewusst etwas Abstand zu dem gescheiterten Gastro-Projekt gewonnen. „Ich habe nicht viel gemacht“, erzählt er – wobei damit vor allem gemeint ist, dass er sich verschiedene Möglichkeiten angeschaut und sich neu orientiert hat. Konkreter wolle er zum jetzigen Zeitpunkt nicht werden, da noch nichts in Stein gemeißelt sei. Fest steht für ihn nur eines: 

Ich bin eigentlich relativ offen für alles

Marvin Böhm

Der Satz fällt im Gespräch mit Böhm fast beiläufig, beschreibt seine aktuelle Situation jedoch ziemlich genau. Nach der intensiven Zeit im eigenen Restaurant möchte sich der Koch nicht vorschnell auf einen neuen Weg festlegen. Aus seiner Zeit im Buoy, das in die Fußstapfen des Hamburger Sterne-Restaurants Bianc treten sollte, nimmt der Koch jedoch vor allem eine Erkenntnis mit: wie wichtig ein starkes Umfeld und ein verlässliches Team sind. Klare Ziele und transparente Strukturen seien für ihn eine entscheidende Grundlage, um gemeinsam erfolgreich zu arbeiten. Besonders beschäftige ihn, dass sein eigenes Team nach der Schließung nun ohne den gemeinsamen Arbeitsplatz dasteht. „Das ist mega ärgerlich“, sagt Böhm, schließlich hätten die Mitarbeitenden darauf vertraut, gemeinsam etwas mit ihm aufzubauen.

Die Zukunft: noch ungewiss

Wie sein nächstes Kapitel aussehen wird, ist derzeit noch offen. Ein eigenes Restaurant schließt Böhm ebenso wenig aus wie eine andere Form der Zusammenarbeit. Auch kulinarisch möchte er sich nicht auf eine bestimmte Richtung festlegen. Das Thema Hamburg und norddeutsche Küche, mit dem er im Buoy gestartet war, habe an dem Standort zwar gut gepasst, sei für eine Zukunft aber nicht zwingend gesetzt. Besonders die deutschen Klassiker haben es ihm angetan, gleichzeitig reizt ihn die Möglichkeit, auch andere Einflüsse aufzugreifen. Dabei interessiert Böhm längst nicht nur, was auf dem Teller passiert. Wirtschaftliche Zusammenhänge, Finanzen und gastronomische Trends beschäftigen ihn. „Das sind ja auch immer verschiedene Welten“, sagt er. Die spannende Aufgabe für die Zukunft sei für ihn, diese unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen. Auch geographisch möchte er sich nicht festlegen. Eine Rückkehr nach Hamburg ist denkbar, gleichzeitig spielt für ihn die Frage eine Rolle, wo ein gastronomisches Konzept überhaupt die richtigen Voraussetzungen findet – aufgrund der letzten Erfahrung scheint dies ein besonders sensibles Thema zu sein.

Noch ist offen, wohin sein Weg ihn führt. Sicher ist nur: Der Koch schaut nach vorne – und nimmt sich die Zeit, genau hinzusehen, was als Nächstes passieren könnte.

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Immer auf der Suche nach dem nächsten kulinarischen Highlight entdeckt Paula Rieck gerne neue Cafés, Restaurants und Bäckereien. Ihre größte Leidenschaft gilt jedoch dem Selbermachen – besonders Sauerteigbrot – und allem, was Zeit, Handwerk und gute Zutaten verlangt.