Die Restaurantkette Loco Chicken, an der Rapper Luciano beteiligt ist, hat ihre Filiale am Schulterblatt in Hamburg überraschend geschlossen. Das Restaurant war erst im November im ehemaligen Olympischen Feuer eröffnet worden. Der Standort war der einzige reguläre Store der Kette in Hamburg – bislang vertreibt Loco Chicken seine Speisen in der Hansestadt ausschließlich über sogenannte Ghost Kitchens ohne eigenen Gastraum, die Speisen ausschließlich für Lieferdienste produzieren.
Die Sicherheit und das persönliche Wohlergehen unserer Mitarbeitenden stehen für uns über jedem Standort und wirtschaftlichem Interesse
Antonia Best, Senior Brand Managerin der Lanch GmbH
Zunächst wurde die Schließung mit einer technischen Störung begründet. Jetzt erklärt die Betreiberfirma Lanch GmbH jedoch, dass wiederholte Anfeindungen und Angriffe ausschlaggebend waren. Nach Angaben des Unternehmens kam es zu Sachbeschädigungen, großflächigen Graffiti, Steinwürfen auf das Gebäude sowie Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber den Mitarbeitenden. Trotz guten Umsatzes habe man sich deshalb entschieden, den Standort aufzugeben.
Aus Trauer wird Wut
Als möglicher Hintergrund gilt die besondere Bedeutung des Standorts. In den Räumlichkeiten befand sich zuvor über Jahrzehnte das griechische Restaurant Olympisches Feuer, das als fester Treffpunkt der Spieler des FC St. Pauli galt. Über das Aus des alteingesessenen Lokals äußerten viele ihr Bedauern. Während das neue Konzept nach der Eröffnung durchaus positives Feedback erhielt und sich teils lange Schlangen bildeten, stieß der Wechsel offenbar auch auf Ablehnung.
Trotz der Vorfälle plant Loco Chicken nach eigenen Angaben weiterhin einen Präsenzstandort in Hamburg. Ein neuer Laden soll zeitnah an anderer Stelle eröffnet werden – in einem Umfeld, das frei von Bedrohungen und Gewalt ist.