Seit März 2026 ist Aldin Palata (31) im Grand Elysée Hamburg tätig. Seine Ausbildung zum Hotelfachmann absolvierte er im Innside by Meliá Wolfsburg. Danach zog es ihn unter anderem auf die MS Amera von Phoenix Reisen sowie ins The Hearts Hotel in Braunlage, in die Bretterbude nach Büsum, ins Beach Motel Heiligenhafen und ins SlowDown Bottsand in Wendtorf.
Es geht nicht nur um perfekte Drinks, sondern darum, Menschen zu berühren und Erinnerungen zu schaffen
Aldin Palata
Aldin Palata, warum bist du in der Gastronomie gelandet?
Ich komme aus einer Gastronomiefamilie – meine Eltern führten mehrere Eiscafés. Als Kind war für mich klar, dass ich diesen Beruf niemals ausüben möchte, weil ich gesehen habe, wie viel Arbeit und Zeit dahinterstecken. Erst als ich später einige Zeit mit meinem Vater zusammengearbeitet habe, konnte ich die Faszination für die Gastronomie selbst erleben. Aus dieser Erfahrung wurde schließlich meine Leidenschaft.
Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?
Kaum eine Branche ist so lebendig, abwechslungsreich und kreativ wie die Gastronomie. Jeder Tag bringt neue Menschen, neue Herausforderungen und neue Möglichkeiten, Gästen besondere Erlebnisse zu bereiten
Was liebst du an deinem Job am meisten?
Den Kontakt zu meinen Gästen und die Möglichkeit, mich kreativ auszuleben – sei es bei der Entwicklung neuer Drinks, der Gestaltung von Barkonzepten oder der Atmosphäre, die wir schaffen
Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?
Mein Vater war und ist mein größtes Vorbild. Er hat mir gezeigt, was es bedeutet, ein echter Gastgeber zu sein und die Gastronomie mit Leidenschaft zu leben. Bis heute hole ich mir regelmäßig seine Meinung und schätze seinen Rat sehr.
Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an?
Ganz klar: mein Team. Es gibt kaum etwas Motivierenderes, als mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und selbst die stressigsten Tage mit Leidenschaft und guter Stimmung meistern.
Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?
Tarator – eine kalte bulgarische Gurkensuppe. Sie erinnert mich sofort an meine Oma und an die unbeschwerten Sommertage meiner Kindheit.
Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?
Ich beschäftige mich auch nach Feierabend gerne mit der Barszene. Ich informiere mich über neue Konzepte, Trends und Drinks oder tausche mich mit Kollegen aus. Das ist für mich Inspiration und Entspannung zugleich.
Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?
Darauf, Menschen für die Barwelt begeistern zu können. Es erfüllt mich, wenn Gäste oder Mitarbeiter durch meine Begeisterung selbst eine Leidenschaft für hochwertige Drinks und echte Gastfreundschaft entwickeln.
Wovon träumst du beruflich noch?
Ich möchte ein eigenes Bar-Konzept entwickeln, Menschen sollen uns nicht nur wegen der Drinks besuchen, sondern wegen des gesamten Erlebnisses. Gleichzeitig reizt es mich, junge Talente zu fördern und ein Team aufzubauen, das mit Leidenschaft und Stolz arbeitet. Mein Ziel ist es, die Hotellerie und Barszene aktiv mitzugestalten und Gästen Momente zu schaffen, an die sie sich noch lange erinnern.

Wie würdest du den Stil deiner Bar beschreiben?
Die Bourbon Street Bar verbindet den Charme einer klassischen Hotelbar mit dem Lebensgefühl von New Orleans. Unser Fokus liegt auf hochwertigen Klassikern und entspannter Atmosphäre mit Live-Musik.
Die Top Seven Roofbar ist der kreative Gegenpol: modern, leicht und saisonal. Dort entstehen sommerliche Cocktails mit frischen Zutaten – für mich die schönste Spielwiese über den Dächern Hamburgs.
Was macht einen sehr guten Drink aus?
Ein großartiger Drink beginnt immer mit hochwertigen Zutaten. Entscheidend sind Balance, Präzision und eine Präsentation, die den Gast bereits vor dem ersten Schluck begeistert.
Welche Zutat, Spirituose oder Technik fasziniert dich aktuell besonders?
Aktuell begeistert mich die Freeze Clarification. Sie ermöglicht klare Drinks und eröffnet spannende Möglichkeiten, bekannte Cocktails neu zu interpretieren
Was macht einen guten Barabend aus?
Gute Drinks, gute Gespräche und Menschen, die sich wohlfühlen. Eine Bar lebt von ihrer Atmosphäre – wenn Gäste den Alltag vergessen und den Moment genießen, war es ein gelungener Abend
Welche Rolle spielen alkoholfreie Drinks?
Eine sehr große. Die Nachfrage wächst kontinuierlich und mit ihr auch die Erwartungen der Gäste. Alkoholfreie Cocktails sollten heute denselben Anspruch an Kreativität und Qualität erfüllen wie klassische Drinks mit Alkohol
Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich
ein Reisender ohne Rast und Ziel
Mein schönster Moment im Job war
eine Crew-Show, während ich auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet habe. Dabei gestaltet die Crew eine Show für die Passagiere – als kleines Dankeschön für die gemeinsame Zeit an Bord. Dieser Moment hat mir noch einmal eindrucksvoll vor Augen geführt, was Gastronomie und Gastfreundschaft wirklich bedeuten. Es geht nicht nur um gutes Essen oder perfekte Drinks, sondern darum, Menschen zu berühren, Emotionen zu wecken und Erinnerungen zu schaffen, die ein Leben lang bleiben. Die Begeisterung und die Freude der Gäste an diesem Abend werde ich nie vergessen
Ein perfekter Abend beginnt für mich mit
einem Negroni
Das beste Kompliment eines Gastes war
„Wir sind eigentlich nur deinetwegen wiedergekommen.“ Das zeigt mir, dass Menschen sich an das Gefühl erinnern, das man ihnen vermittelt. Genau das macht für mich echte Gastfreundschaft aus
In der Gastronomie wünsche ich mir mehr
Führungskräfte und Kollegen, die junge Menschen für unseren Beruf begeistern. DieGastronomie hat in den vergangenen Jahren viele Talente verloren und wirkt aufviele Nachwuchskräfte leider nicht mehr so attraktiv und spannend, wie sie eigentlichist. Umso wichtiger ist es, mit Leidenschaft vorzuleben, wie vielseitig, kreativ und erfüllend dieser Beruf sein kann
