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Genuss-Creator Award powered by Chefs Culinar: Nominierung

Tim Bastian Langmack

Patissier | Restaurant Jellyfish

21. August 2026 von Ida Bohlen

Tim Bastian Langmack ist Patissier im Restaurant Jellyfish / ©Kirchgasser Photography
Tim Bastian Langmack ist Patissier im Restaurant Jellyfish / ©Kirchgasser Photography

Tim Bastian Langmack wurde in Heidelberg geboren und hat für die Ausbildung Neckar gegen Spree getauscht: Im Facil in Berlin wurde er zum Koch ausgebildet. Zuvor hat er im Gasthaus Kräutergarten in Adendorf bei Bonn sowie im Mandala Hotel in Berlin Erfahrungen gesammelt. Nach seiner Ausbildung ging es zum Bäcker Baier in Herrenberg, bevor er seinen Weg Richtung Alster und Elbe angetreten hat. Seit Oktober 2021 ist er nun im Restaurant Jellyfish. 

Der Gast muss die Möglichkeit haben, mit jedem Löffel etwas Neues auf dem Teller zu entdecken

Tim Bastian Langmack

Tim Bastian Langmack, warum bist du in der Gastronomie gelandet?

Ich habe mich schon als Kind für das Kochen begeistert, besonders hatte mir das Eis machen gefallen. Als ich dann die Chance hatte, das erste Mal im Restaurant Kräutergarten in Adendorf zu helfen, hat es mich komplett erwischt.

Warum ist die Gastronomie für dich die passende Branche?

Ich mag die Gastronomie wegen der kreativen Herausforderungen, die sich immer neu stellen. Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Aber auch wegen dem direkten Feedback, der Abwechslung und der Chance, die Gäste zu verwöhnen und dafür Applaus zu bekommen.

Was liebst du an deinem Job am meisten?

Mich fasziniert die Kombination aus der notwendigen Perfektion und der kreativen Freiheit.

Gab es jemanden, der dich besonders gefördert oder inspiriert hat – ein Vorbild oder Mentor?

Ja, mein erster Chef Thomas Ypshida aus dem Facil hat mich sehr inspiriert und geprägt.

Was treibt dich an einem langen Arbeitstag an? 

Natürlich ist es hart und manchmal auch nicht einfach. Aber zu sehen, wie die eigenen Gerichte sogar Fremde jeden Tag aufs Neue glücklich machen, ist Motivation pur.

Gibt es ein Gericht, ein Getränk oder einen Geschmack, der dich an deine Kindheit erinnert?

Ja, verschiedene sogar. Meine Großmutter hat früher immer einen fantastischen Apfelkuchen gebacken und zu Weihnachten gibt es immer Christstollen und Plätzchen von ihr.

Was machst du, um nach einem intensiven Arbeitstag abzuschalten?

Wenn ich zu Hause ankomme, wartet meine Frau meistens mit frisch gekochtem Essen auf mich. Aber wir versuchen immer im Team den Abend zu beenden. Das ist wie ein kleines Ritual.

Worauf bist du besonders stolz, auch wenn es nicht im Lebenslauf steht?

Der Lebenslauf zeigt nur die Stationen auf, an denen man gearbeitet hat. Worauf ich aber stolz bin, ist zum einen, was ich bei den einzelnen Stationen gelernt habe, zum anderen aber auch, was ich bei den einzelnen Stationen erreicht habe. Wichtig ist mir dabei immer, neue Menschen und Perspektiven kennenzulernen.

Wovon träumst du beruflich noch?

Ich träume noch von vielen Sachen. Schließlich bin ich noch jung und habe noch einiges vor mir.

Wie würdest du deine eigene Handschrift beschreiben?

Ich habe auf jeden Fall eine verspielte Handschrift. Zumindest, wenn es um das Anrichten geht. Der Geschmack muss dabei aber immer klar und perfekt sein.

Was macht für dich ein außergewöhnliches Dessert aus?

Ich liebe es, den Gast zu überraschen. Sei es aufgrund der Optik, eines flüssigen Kerns oder eines geschmacklichen Kontrasts. Der Gast muss die Möglichkeit haben, mit jedem Löffel etwas Neues auf dem Teller zu entdecken.

Welche Rolle spielen Trends wie weniger Zucker, pflanzliche Alternativen oder alkoholfreie Pairings für dich?

Ich nehme Trends wahr, kremple aber nicht meine gesamte Patisserie um. Vielmehr begutachte ich die Trends und überlege mir, was für mich Sinn ergibt und ob es überhaupt zu mir passt. Mir ist es wichtiger, dass die Desserts perfekt sind und nicht nur einem Trend folgen.

Welche Kollegin, welcher Kollege oder welche Schule der Patisserie hat dich besonders beeinflusst?

Mein Chef während der Ausbildung, Thomas Yoshida, im Facil. Er hat mir viel über den Aufbau und die verschiedenen Aspekte eines perfekten Desserts beigebracht.

Was möchtest du Gästen mit einem Dessert am Ende eines Menüs mitgeben?

Ich möchte den Gast am Ende des Menüs nochmal überraschen. Auch nach einigen Gängen soll das Dessert Spaß machen, sie überraschen und Lust zum Vernaschen entwickeln. Wenn ein Gast nach dem Verlassen des Restaurants immer noch vom Essen und Dessert begeistert ist und fasziniert mit den anderen darüber spricht, dann haben wir alles richtig gemacht.

Welche süße Kindheitserinnerung würdest du gern einmal auf einem Teller erzählen?

Es gibt tatsächlich schon einige Kindheitserinnerungen oder Geschmäcker, die ich als Gericht gemacht habe. Zum Beispiel habe ich in meinem letzten Dessert ein Kaffeesorbet gemacht. Mein Vater hat mir die Liebe zum Kaffeeeis beigebracht und ich habe es dann als vietnamesisches Kaffeesorbet auf den Teller gebracht. Da war dann natürlich auch der Einfluss meiner Frau aus Vietnam. Aber es gibt auch noch einige, die ich vorhabe zu erzählen. Die will ich aber noch für mich behalten.

Ohne Gastronomie wäre ich wahrscheinlich

Zahnarzt geworden

Mein schönster Moment im Job war,

als ich das erste Mal Chef Pâtissier wurde

Ein perfekter Abend beginnt für mich mit

dem Ankommen im Restaurant. An dem Punkt, wo man den Alltagsstress für einen Abend ablegt und sich gut umsorgen und bekochen lässt und einfach einen schönen Abend mit seinen Liebsten hat

Das beste Kompliment eines Gastes ist es,

 wenn ein Stammgast immer noch von diesem einen Dessert von vor vier Jahren schwärmt und es seitdem als Hintergrund auf dem Handy hat

In der Gastronomie wünsche ich mir mehr

Anerkennung und Wertschätzung für die Patisserie. Meistens fällt die Patisserie hinten runter oder wird nur als „Anhängsel“ wahrgenommen

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Große Freiheit, Altstadt oder Schanze, überall gibt es spannende Menschen und leckere kulinarische Entdeckungen. Genau hier liegt die Leidenschaft von Ida Bohlen. Zur Stärkung nach Feierabend gibt es für sie Tteokbokki und für den Mut vor der Performance in der Thai Oase einen Espresso Martini.

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