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Genuss-Michel-Partner

TUI Cruises: Vielfältiger Genuss an Bord

Die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises bietet an Bord der acht Kreuzfahrtschiffe vielfältige Restaurants und Bars. Hinter Konzeption und Umsetzung steht Denis Wiechert. Ein Gespräch über Kulinarik auf hoher See

8. April 2026 von Alina Fedorova

Die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises bietet an Bord der acht Kreuzfahrtschiffe eine große Auswahl an internationaler Kulinarik /©TUI Cruises
Die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises bietet an Bord der acht Kreuzfahrtschiffe eine große Auswahl an internationaler Kulinarik /©TUI Cruises

Denis Wiechert, welche Aufgaben verantworten Sie bei TUI Cruises?

Denis Wiechert: Als Vice President Product Management & Guest Experience bin ich verantwortlich für die Marke Mein Schiff. Gemeinsam mit Experten und Partnern entwickle ich mit meinem Team alle Bereiche, die für das Gästeerlebnis wichtig sind: unsere Restaurants, Bars und weitere Angebote an Bord. Das beginnt bei der Planung neuer Schiffe, geht über die Gestaltung der Räume und reicht bis in den täglichen Betrieb sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung auf Basis des Gästefeedbacks. Auf diese Weise vereinen sich alle zentralen Aspekte des Gästeerlebnisses in meiner Verantwortung.

TUI Cruises ist Partner beim Genuss-Michel 2026. Was verbindet das Unternehmen mit der Hamburger Gastronomie – und warum ist Ihnen diese Partnerschaft wichtig?

Hamburg ist unser Unternehmenssitz und damit ein wichtiger Teil unserer Identität. Einige Schiffe unserer Mein Schiff-Flotte starten von Hamburg aus zu internationalen Reisen. Darüber hinaus bietet die Vielfältigkeit der Stadt mit ihren kulturellen Unterschieden eine tolle Plattform für Inspiration beim Entwickeln neuer Konzepte. Der Genuss-Michel würdigt genau diese kulinarische Vielfalt – allein aus diesem Grund unterstützen wir dieses Projekt gerne.

Welche Bedeutung hat Kulinarik grundsätzlich für das Reiseerlebnis?

Kulinarik ist ein zentraler Bestandteil des Reiseerlebnisses. Die Zufriedenheit unserer Gäste ist im hohen Maß beeinflusst durch die Kulinarik an Bord. Essen verbindet Genuss, Atmosphäre und kulturelle Eindrücke. Viele schöne Reiseerinnerungen entstehen genau in solchen Genussmomenten. Von daher hat eine vielfältige Kulinarik einen absolut hohen Stellenwert in unserem Angebot.

Was macht die gastronomische Konzeption an Bord grundsätzlich komplexer – und vielleicht auch spannender?

Die Menschen, die eine Stadt besuchen, haben eine große Auswahl an vielen unterschiedlichen Restaurants vor Ort. Diese Vielfalt müssen wir an Bord abdecken. Ein Schiff vereint viele unterschiedliche Angebote an einem Ort auf dem Wasser – ob Florist, Tattoostudio oder Unterhaltung. All das ist perfekt abgerundet, wenn es in ein hochwertiges kulinarisches Angebot eingebettet ist. Gleichzeitig erfordert diese Breite eine präzise und anspruchsvolle logistische Steuerung: Es gilt, unterschiedlichste Geschmäcker zu bedienen und dabei jederzeit die Verfügbarkeit frischer Produkte sicherzustellen. Ohne Kompromisse bei Qualität und Vielfalt einzugehen.

Kann man auf einem Kreuzfahrtschiff traditionelle Länderküche ebenso authentisch erleben wie direkt vor Ort?

Das lässt sich auf einem Kreuzfahrtschiff besonders gut abbilden, auch wenn es in gewisser Weise immer eine Interpretation bleibt. Die Crew aus über 43 Nationen bringt vielfältige kulturelle und kulinarische Einflüsse direkt in die Gastronomie ein. Außerdem arbeiten wir mit Sterneköchen wie Tim Raue oder Theodor Falser zusammen, um außergewöhnliche Restaurantkonzepte mit hoher Authentizität auf die Beine zu stellen. Gemeinsam mit Tim Raue, einem Experten für asiatische Küche, haben wir beispielsweise ein völlig neues Konzept entwickelt: Im 360-Grad-Restaurant Fugu erwartet den Gast ein immersives Programm zum Thema Japan mit einem korrespondierenden Menü.

Nachhaltigkeit ist in der Hotellerie ein großes Thema, auf See gelten jedoch besondere Rahmenbedingungen. Welche Maßnahmen werden umgesetzt, um Food Waste an Bord zu reduzieren?

Das ist ein sehr wichtiges Thema und fängt schon damit an, dass in der gesamten Planung und Produktion sehr zielgerichtet kalkuliert wird, damit keine Überbestände entstehen. Auch muss man zwischen Service-Restaurant und Buffetrestaurant unterscheiden. Beim Buffetkonzept haben wir uns für fließende Übergänge zwischen Frühstücksbuffet, Lunch und Dinner entschieden.

Zusätzlich begleiten wir mithilfe von künstlicher Intelligenz die Erfassung von Lebensmittelabfällen. An verschiedenen Spots sind Kameras installiert, die tracken, was im Abfall landet. Aus dieser Mustererkennung werden dann Rückschlüsse gezogen. Das Projekt ist aktuell in der Startphase. Aber das Wichtigste ist, dass das, was wir zubereiten, tatsächlich auch schmeckt. Dann wird auch am wenigsten weggeworfen. Und das gelingt uns sehr gut.

Welche Reiseziele gelten für Sie als echte internationale Food-Hotspots? Und gibt es ein „ultimatives“ Genuss-Reiseziel für Sie?

In Europa gibt es super Food-Hotspots, zum Beispiel Bologna mit seinen großen Straßenmärkten und authentischer, italienischer Küche mit wenigen Bestandteilen und dem puren Produkt im Fokus. Wenn man nach dem ultimativen Food-Hotspot sucht, muss ich, als Fan asiatischer Küche, Singapur erwähnen. Dort kommen aus kulinarischer Sicht die Einflüsse aus allen asiatischen Ländern zusammen.

Auch Spitzenköche finden Inspiration oft in ganz purer, authentischer Küche in anderen Ländern. Daher lohnt es sich, sich nicht auf ein einzelnes kulinarisches Feld zu beschränken, sondern die ganze Vielfalt eines Landes zu entdecken. Selbst eine einfache Streetfood-Erfahrung eröffnet dabei überraschend neue Aromen, die so zuvor niemand erwartet.

Wie bewerten Sie die Hamburger Gastronomieszene im Hinblick auf internationale Kulinarik? Gelingt hier der Spagat zwischen regionaler Identität und globalen Einflüssen?

Hamburg steht nicht nur für Bodenständigkeit, sondern als „Tor zur Welt“ seit jeher für Vielfältigkeit. Die Hafenstadt ist von unglaublich vielen kulturellen und kulinarischen Einflüssen geprägt. Für mich ist Hamburg eine der Städte, wo internationale Küche wunderbar funktioniert, weil so viele unterschiedliche Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Das schätze ich sehr an Hamburg.

Japanische Küche vom Berliner Sternekoch Tim Raue gibt es an Bord im 360-Grad-Restaurant Fugu / ©TUI Cruises GmbH
Japanische Küche vom Berliner Sternekoch Tim Raue gibt es an Bord im 360-Grad-Restaurant Fugu / ©TUI Cruises GmbH
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Ob Phở Bo oder Ramen: Asiatische Nudelsuppen könnte Alina Fedorova zu jeder Jahres- und Tageszeit schlürfen. Lange Zeit in der Gastro tätig, hat sie Tablett gegen Tastatur getauscht und schreibt jetzt über Hamburgs Gastro-Szene. Oft steht sie selbst hinterm Herd und kocht Rezepte aus aller Welt.