Für Yoko Higashi spielt jede Zutat ihre eigene Melodie. Erst im harmonischen Zusammenspiel von Geschmack, Textur und Ästhetik entsteht daraus eine Sinfonie japanischer Kulinarik auf dem Teller. Nach diesem Prinzip führt die gebürtige Japanerin seit 2012 das Yoshi im Alsterhaus, das in diesem Jahr zum Testsieger in der Kategorie Sushi gekürt wurde. Jedoch begann die Geschichte des Yoshi nicht im Alsterhaus: Ihr erstes japanisches Restaurant in Hamburg eröffnete Higashi bereits 2002 mit dem Shiawase in der Deichstraße. Über weitere Stationen am Jungfernstieg entwickelte sich daraus Schritt für Schritt das heutige Yoshi. „Für mich geht es nicht nur darum, japanische Küche zu servieren. Ich habe durch meine Mutter eine traditionelle japanische Erziehung mitbekommen, die stark von Kunst und Kultur geprägt war, und ich versuche, etwas von dieser japanischen Lebensart auch an unsere Gäste weiterzugeben“, erzählt die Sushi-Meisterin. Das zeige sich nicht nur in den Gerichten, sondern auch in der Haltung: „In der Küche sind mir vor allem zwei Dinge wichtig: beste Zutaten zu verwenden und in der eigenen Arbeit ehrlich zu bleiben. Jede Handlung in der Küche sollte mit Gewissen und Aufrichtigkeit geschehen.“
Sushi nach Prinzipien der Ikebana-Kunst
Wer im lichtdurchfluteten Eckrestaurant sitzt, blickt auf Rathaus und Binnenalster – und auf kleine Landschaften auf dem Teller, inspiriert von den Prinzipien der Ikebana-Kunst. „Diese kleine Welt auf dem Teller muss ein ganzes Universum beinhalten“, sagt sie. „Berge, Täler, Flüsse und Wind.“ Und grüne Erbsen – Higashis persönliche Signatur. Was ihr Restaurant von der Konkurrenz unterscheidet? Higashi sagt ganz klar: „Ich vergleiche mich nicht.“ Das Restaurant sei Ausdruck ihrer Lebensgeschichte – geprägt von Higashis Mentoren und von jahrzehntelanger Erfahrung. Das könne man nicht imitieren. „Das ist mein Lebenswerk. Alles zusammen ist das Yoshi.“
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Ich habe immer versucht, nicht Trends hinterherzulaufen, sondern meinen eigenen Weg zu gehen
Yoko Higashi
Yoko Higashi, Sie sind mit Ihrem Restaurant dieses Jahr Testsieger in der Kategorie „Sushi“ geworden. Was bedeutet dieser Preis für das Restaurant?
Diese Auszeichnung bedeutet dem Yoshi im Alsterhaus sehr viel. Sie ist für uns eine schöne Bestätigung, dass unsere Arbeit und unsere Qualität über viele Jahre hinweg gesehen und geschätzt werden. Wir sind unserer Linie immer treu geblieben. Und wenn das auf diese Weise Anerkennung findet, freut uns das sehr.
Und was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich?
Ich freue mich persönlich sehr darüber. Für mich ist es besonders schön zu sehen, dass eine Haltung, die ich über so viele Jahre bewahrt habe, verstanden wird. Ich habe immer versucht, nicht Trends hinterherzulaufen, sondern meinen eigenen Weg zu gehen. Dass das heute so gewürdigt wird, bedeutet mir viel.
Warum ist Ihrer Meinung nach das Yoshi im Alsterhaus Testsieger geworden? Was zeichnet das Restaurant aus?
Ich glaube, dass das Yoshi im Alsterhaus gerade deshalb ausgezeichnet wurde, weil wir uns über die Jahre treu geblieben sind. Viele Gäste kennen uns seit sehr langer Zeit. Manche kamen früher als Kinder mit ihren Eltern und kommen heute als erwachsene Gäste zu uns, andere kamen früher in ihrer Mittagspause zu uns und sind uns über den beruflichen Ruhestand hinaus bis heute treu geblieben. Diese Beständigkeit spüren die Menschen. Sie wissen, wofür wir stehen, und genau das zeichnet das Yoshi aus.
Wie würden Sie die Entwicklung des Yoshi in wenigen Sätzen beschreiben – von der Anfangszeit zum heutigen preisgekrönten Restaurant?
Angefangen hat alles 2002 mit dem Shiawase in der Deichstraße. Über weitere Stationen am Jungfernstieg hat sich daraus Schritt für Schritt das heutige Yoshi entwickelt. Räumlich und konzeptionell hat sich das Haus über die Jahre weiterentwickelt. Viele Gerichte und unsere grundsätzliche Handschrift sind jedoch bis heute geblieben, später kamen vor allem warme Gerichte hinzu. Ich glaube, gerade darin liegt heute unsere Stärke.
Was motiviert Sie, beim Testsieger-Food-Festival teilzunehmen?
Mich motiviert vor allem die Möglichkeit, den Gästen in einem besonderen Rahmen zu zeigen, wofür das Yoshi im Alsterhaus steht. Solche Veranstaltungen sind eine schöne Gelegenheit, Menschen unsere Küche noch einmal auf eine andere Weise näherzubringen. Außerdem freue ich mich über den Austausch mit anderen ausgezeichneten Häusern.
Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das Testsieger-Food-Festival? Was wünschen Sie sich von der Teilnahme?
Ich wünsche mir vor allem, dass die Gäste etwas von unserer Haltung und unserer Handschrift mitnehmen. Schön wäre, wenn sie spüren, dass hinter der Küche nicht nur Technik, sondern auch Erfahrung, Kultur und eine klare Haltung stehen. Und natürlich hoffe ich auf eine gute Atmosphäre und auf interessierte Gäste.
Worauf freuen Sie sich ganz besonders?
Ich freue mich besonders darauf, unsere Küche in diesem Rahmen zu präsentieren und die Reaktionen der Gäste unmittelbar zu erleben. Gerade bei solchen Veranstaltungen ist direkter Austausch von Mensch zu Mensch möglich, ob einzeln oder in der Gruppe.