Seit 2022 wurden in der Bodega Lima auf St. Pauli peruanische Spezialitäten serviert. Doch im Juni war das Restaurant plötzlich geschlossen. Inhaberin Monica Orjeda klärt auf: „Meine Gesundheit bedeutete am Ende das Aus für mein Lokal.“ Sie erlitt im Juni einen symptomfreien Schlaganfall, der ihre Welt erschütterte. Im Krankenhaus dann die zusätzliche Diagnose Burn-out – der Stress war am Ende zu viel. Noch in der Klinik unterschrieb sie die Papiere und verabschiedete sich damit von der Bodega Lima. Zudem musste die Inhaberin Insolvenz für ihr Restaurant anmelden. Schuld waren interne Komplikationen, die sie viel Geld gekostet hatten.
Bei einer Trennung sagt man entweder Glückwunsch oder Tut mir leid – jetzt ist es Glückwunsch
Inhaberin Monica Orjeda
Die 60-Jährige blickt nun optimistisch in die Zukunft und geht wieder ihrer alten Leidenschaft nach: dem Sport. Orjeda spielte bereits früher in der peruanischen Basketball-Nationalmannschaft. Vor drei Jahren, berichtet sie, habe sie wieder angefangen zu spielen. Im vergangenen Jahr spielte sie bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz für ihr Heimatland und ist jetzt Spielerin beim FC St. Pauli im zweiten Team der Liga. Zusätzlich ist Orjeda ehrenamtlich Co-Trainerin für die Mädchenabteilung ihres Vereins. „Ich habe meine Richtung gewechselt“, sagt Orjeda. „Bis ich mich wieder erhole, mache ich viel Sport, Physiotherapie und alles Mögliche, was mir Freude bereitet.“
Kein finales Gastro-Aus
Orjeda betont jedoch, dass das Thema Gastronomie für sie nicht final abgeschlossen ist. Bis Januar bietet sie private Caterings für bis zu 15 Personen mit Empanadas und peruanischen Spezialitäten an – diese können einfach telefonisch angefragt werden. Im neuen Jahr soll es dann für sie Richtung Heimat gehen: sie plant eine große Reise nach Südamerika. Per Bus wolle sie Peru, Chile, Argentinien und Bolivien bereisen.
Wie es danach für Orjeda weitergeht, ist noch nicht klar. Sie könne sich vorstellen, etwas Neues mit ihrer Ausbildung als Familientherapeutin und Sozialpädagogin anzufangen oder auch wieder aktiv in Richtung Gastronomie zu gehen. Ihre beiden Kinder sind ebenfalls in der Gastronomie tätig. „Später, wenn sie soweit sind, dann bin ich die Oma, die die Kinder unterstützt in der Küche“, sagt Orjeda schmunzelnd.
