In Hamburg ist es längst Tradition geworden, dass sich Ende April alles um die Gastro-Branche dreht. Bereits zum achten Mal wurde am Montag, den 27. April, der Genuss-Michel gefeiert – mit mehr Preisträgerinnen und Preisträgern als je zuvor! Der wichtigste Gastropreis Norddeutschlands wird vom Genuss-Guide der SZENE HAMBURG ausgetragen und hat im zweiten Jahr in Folge knapp 1000 Gäste aus Gastronomie, Wirtschaft, Kultur und Politik zusammengebracht. Zudem wurde am Abend der Gala die 39. Ausgabe des Print-Magazins SZENE HAMBURG Essen + Trinken präsentiert,
Das zweite Jahr in Folge luden der Genuss-Guide und die SZENE HAMBURG an einem Montagabend in die Fischauktionshalle in Altona. Schon von Weitem konnte man die schwarz-goldenen Fahnen mit Genuss-Guide-Logo wehen sehen, die den rund 1000 Gästen den Weg zu Norddeutschlands wichtigstem Gastropreis wiesen. Ab 17.30 Uhr öffneten sich die schweren Türen der Fischauktionshalle und Gäste konnten bei Andalö-Spritz, Coca-Cola und Wasser von Vilsa auf den diesjährigen Genuss-Michel anstoßen. Zahlreiche bekannte Gesichter waren unter den Gästen, unter anderem Christian Rach, Karlheinz Hauser, Sandra Quadflieg, Michel Abdollahi, Nova Meierhenrich, Thomas Bühner, Christoph Rüffer und André Stolle.

Mit kurzer Verspätung lud gegen kurz nach 19 Uhr ein Gong die Gäste zum Platznehmen ein und schon kurz danach ertönte die erste Überraschung von der Empore der Fischauktionshalle: Michel-Trompeter Josef Thöne begrüßte die Gäste mit seinen einzigartigen Klängen. Anschließend eröffneten der langjährige Genuss-Michel-Moderator Markus Tirok gemeinsam mit der SZENE-HAMBURG-Geschäftsführung Tanya Kumst und Mathias Forkel die Preisverleihung. Mathias Forkel: „Das Magazin wird nur deshalb immer größer, weil die Gastro im Norden einfach verdammt gut ist. Ohne sie wäre das hier nur bedrucktes Papier. Wir können nur wachsen, weil ihr jeden Tag dafür sorgt, dass wir Gäste überhaupt so viel zu genießen haben – was wir den vielen leidenschaftlichen Gastgeberinnen und Gastgebern verdanken.“
Die folgenden zwei Stunden waren gespickt mit Gewinnern, Laudatoren, viel Freude und Jubel. Senatorin Dr. Melanie Leonhard machte den Anfang und lobte die Arbeit der Gastronomie und des Genuss-Guides, bevor schon der erste Preis verliehen wurde: Hannes Schröder und Niklas Nordmann durften sich über den Genuss-Michel-HaspaJoker-Preis für Mut und Innovation freuen und wurden mit einer Laudation von Haspa-Vorständin Birte Quitt geehrt. Anschließend folgten die Genuss-Michel für Soziales Engagement und Nachhaltigkeit: Mehmet Dagci (Ottenser Foodkitchen) und Thomas Effenberger (Effenberger Vollkornbäckerei) wurden für ihre herausragende Arbeit ausgezeichnet und erhielten je eine Laudation von den Sponsoren der Preise Restablo und BMW.
24 Testsieger geehrt
Zahlreiche Gastronominnen und Gastronomen wurden als Testsieger geehrt. Neben den Klassikern, die der Genuss-Guide seit Jahren auszeichnet, sind in diesem Jahr Sushi-, Lunch-, Burger- und Pizza-Testsieger dazugekommen. Zusätzlich zu der Ehre des Testsiegs und der passenden Urkunde bekamen alle Gewinner ein Messer von Friedr. Dick, eine Kochjacke von Kentaur, eine Flasche Wein sowie eine Uhr von Chefs Culinar. Dann erreichte die Stimmung in der Halle ihren Höhepunkt, als es zu den Hauptpreisen des Genuss-Michels ging. Zunächst wurde die Bar des Jahres ausgezeichnet: Barkeeper Jörg Meyer von der Bar Le Lion konnte seinen Preis jedoch nicht selbst entgegennehmen, sondern wurde stattdessen per Videocall zugeschaltet. Sponsor Vilsa und Laudator Michel Abdollahi feierten den Sieger nicht weniger.
Maik Graf von Sponsor Yovite eröffnete die Vergabe des besten Newcomers: Alle drei Videos zu Ugly Duckling, Chefs Warehouse und jfk zeigten die Arbeit und Menschen hinter den Gastronomien. Die Laudatio auf den Gewinner Ugly Duckling hielt Sternekoch Christoph Rüffer.
Weiter ging es mit drei Videos zu den Nominierten des Restaurants des Jahres: Kasa, Cornelia Poletto und Fischereihafen Restaurant waren in diesem Jahr nominiert. Gewinner des Abends ist das Fischereihafen Restaurant. Gastronom Dirk Kowalke und Benny Kast kamen unter Funkenregen auf die Bühne, waren sichtlich gerührt von der Auszeichnung und feierten den Abend und den Sieg gebührend. Bundestagsvizepräsidentin Josephin Ortleb hielt eine ergreifende Rede auf das Traditionsrestaurant und die Rolle der Gastronomie.

Als letzter Punkt der Preisverleihung, als Höhepunkt, wurde der Preis für das Lebenswerk verliehen. Dafür verließ die Genuss-Guide-Redaktion dieses Jahr die Hansestadt und machte sich auf den Weg nach Sylt. Herbert Seckler, Gründer der Sansibar, wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet und bekam eine rührende Laudatio von Laura Wontorra, die dem Gastronom persönlich sehr verbunden ist. Gemeinsam mit Sponsor Denis Wiechert von TUI Cruises ehrte sie den Gastronomen, der in den vergangenen 40 Jahren Gastronomiegeschichte geschrieben hat. Als Überraschungsgast kam Winzer Markus Schneider auf die Bühne.
Mit zahlreichen Gründen zum Feiern bewegte sich die Veranstaltung ans Buffet und an die Bar. Köstlichkeiten wie gebratene Filets vom Frøya Lachsloin, Hilcona Ravioli, Surf & Turf mit Hela Korean BBQ Rub und Steaks von Block House gab es an den einzelnen Ständen. Mit Musik von DJ Kai Schwarz sowie Drinks von Zanzibar, Mövenpick, Helbing und Holsten wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Abends:
Restaurant des Jahres: Fischereihafen Restaurant
Das alteingesessene Fischereihafen Restaurant am Fischmarkt ist eine echte Institution. Der Name des Restaurants steht auch über die Stadtgrenzen hinweg für Qualität. Susanne, Dirk und Benny Kowalke führen den Familienbetrieb und sorgen dafür, dass Kulinarik und Service stets exzellent bleiben. Viele prominente Gäste und auch den Guide Michelin überzeugt das Kultlokal immer wieder mit meisterhaft zubereiteten Fischgerichten und Meeresfrüchten. Das Fischereihafen Restaurant ist untrennbar mit Hamburg verknüpft – und wird deshalb mit dem wichtigsten Gastropreis der Stadt ausgezeichnet.
Bester Newcomer: Ugly Duckling
Im Ugly Duckling haben Lenja Bahlburg und Clément Noel ihr eigenes kleines gastronomisches Reich geschaffen – und das Restaurant ist definitiv nicht so unscheinbar, wie der Name zunächst vermuten lässt. Eine großzügige, sorgfältig kuratierte Naturweinkarte sowie ein ständig wechselndes Menü mit frankophiler Produktküche erwarten jeden Gast, der sich auf das hässliche Entlein in der Neustadt einlässt. Für uns nicht nur der spannendste, sondern auch insgesamt beste Newcomer – und das will bei all den tollen gastronomischen Neuheiten in unserer schönen Hansestadt wirklich was heißen.
Bar des Jahres: Le Lion
„The cradle of the Gin Basil Smash“ steht in goldener Schrift über der zunächst wenig ins Auge stechenden Bar gegenüber dem legendären Café Paris. Drinnen herrscht dann weniger Understatement. Passend zum Namen thront hinter der Bar eine pompöse Löwenbronze und die servierten Cocktails sind ebenfalls alles andere als Standard – schließlich wurde das Le Lion schon mehrfach zu einer der weltbesten Bars gekürt. Neben den vielen spannenden Eigenkreationen werden auch so einige spannende Cocktails gemixt, die nicht auf der Karte stehen. Und nicht nur das: Patron Jörg Meyer ist auch noch Erfinder des Kultdrinks Gin Basil Smash. Man sollte keine Tour durch die Hamburger Barszene planen, ohne mindestens einmal das Original zu probieren. Alles Gründe, warum das Le Lion die Auszeichnung „Bar des Jahres“ mehr als verdient hat.

Genuss-Michel HaspaJoker-Award: Hannes Schröder & Niklas Nordmann, Alsterpavillon
Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der, mit 3000 Euro dotierte HaspaJoker-Award verliehen. Die diesjährigen Gewinner: Gastronom Hannes Schröder und Niklas Nordmann von der Ratsherrn Brauerei. In Teamarbeit haben sie sich ein ambitioniertes Projekt vorgenommen: den Alsterpavillon am Jungfernstieg in eine hanseatische Brasserie zu verwandeln. Grund genug, um einen Award für „Mut und Innovation“ zu gewinnen. Bereits ab Mitte des Jahres sollen Gäste in dem traditionsreichen Gebäude den ganzen Tag über versorgt werden – egal ob mit Kaffee und Kuchen aus der eigenen Konditorei, Cocktails oder mit einem ganzen Menü zum Abendessen.
Ehrenpreis Lebenswerk: Herbert Seckler
Alles begann mit einem kleinen Kiosk zwischen Rantum und Hörnum. Stück für Stück entstand daraus ein gastronomisches Lebenswerk, das einen Ehrenpreis verdient. Herbert Secklers kleine Imbissbude mit dem Namen Sansibar entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem echten Gastroriesen, der zu Sylt gehört wie das Wattenmeer – und mittlerweile weit über die Grenzen der nordfriesischen Insel hinaus bekannt ist.
Nachhaltigkeitspreis: Effenberger
Seit 40 Jahren backt Thomas Effenberger in Hamburg Vollkornbrote und praktiziert dabei echte Handwerkskunst. Dabei achten Thomas Effenberger und seine Frau Anne Effenberger, die mit ihm die Geschäfte führt, an jedem Punkt der Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit. Chemische Hilfsstoffe kommen in der Handwerksbäckerei nicht zum Einsatz, hier wird ganz nach alter Tradition gebacken. Aber auch moderne Lösungen wie Solarstrom in der Produktion und mit Ökostrom betriebene Fahrzeuge gehören zum Gesamtkonzept. Alles, damit auch die kommenden Generationen noch fantastisches Brot genießen können. Dafür erhält Thomas Effenberger den Nachhaltigkeitspreis.
Soziales Engagement: Mehmet Dagci, Ottenser Foodkitchen
Mit seiner Ottenser Foodkitchen versorgt Mehmet Dagci nicht nur Gäste aus Ottensen und Umgebung mit leckerem Streetfood, sondern auch Bedürftige. Bereits sechsmal schloss Dagci seinen Imbiss, um etwas zurückzugeben und gemeinsam mit Sperndern und helfenden Händen auf Spenden angewiesene Menschen mit Burgern und Co. zu versorgen. Ein ausgezeichnetes soziales Engagement – im wahrsten Sinne des Wortes.