Die L’Antica Pizzeria da Michele war bekannt für traditionell neapolitanische Pizza, die nicht selten über den Tellerrand hinausragte. Doch seit Anfang Juni bleiben die Türen des italienischen Restaurants, das sich auch mit italienischem Aperitivo-Angebot aus der hauseigenen Bar eine treue Stammkundschaft aufgebaut hatte, geschlossen. Nachdem die Betreibergesellschaft bereits im April Insolvenz angemeldet hatte, wurde Anfang Juni das Insolvenzverfahren eröffnet. Wenige Tage später folgte die Auflösung der Gesellschaft. Laut Insolvenzverwalterin Birte Jensen von der Pluta Rechtsanwalts GmbH unterlag der Betrieb besonderen Herausforderungen. Erst im August 2025 übernahmen zwei Geschäftsleute aus Neapel die preisgekrönte Pizzeria, die als eine der besten Hamburgs galt: „Die Inhaber waren vor Ort nicht greifbar. Auch der Betriebsleiter soll das Unternehmen Ende letzten Jahres verlassen haben.“ Seitdem wurde das Restaurant durch das „starke Engagement der Mitarbeitenden“ am Laufen gehalten.
Rettung für Pizzeria in Ottensen scheitert trotz Interessenten
Noch im Frühjahr nach der Insolvenzanmeldung schien eine Rettung des italienischen Restaurants nahe den Zeisehallen in Sicht. Ein Übernahmeinteressent, der in Hamburg ähnliche Gastronomiekonzepte betreibt, hatte vor, den Standort samt Konzept und Mitarbeitenden zu übernehmen. „Leider konnte die Übernahmelösung nicht realisiert werden, da sich der Vermieter für einen anderen Interessenten entschieden hat“, so Jensen. Seine Wahl fiel demnach auf einen neuen Mieter, der nach Umbauarbeiten mit einem neuen Konzept in wenigen Monaten eröffnen soll.
Wie viele Gastronomiebetriebe hatte auch Da Michele zuletzt mit steigenden Kosten für Personal, Energie und Waren sowie weniger Umsatz durch rückläufige Gästezahlen zu kämpfen. Von der Schließung sind rund 18 Mitarbeitende betroffen, die sich nun um neue Anstellungsverhältnisse bemühen müssen. Doch einen Lichtblick gibt es für das ehemalige Team: „Der Übernahmeinteressent, mit dem ich verhandelt habe, steht mit mehreren Restaurants als potenzieller Arbeitgeber zur Verfügung“, so Birte Jensen. Welche Gastronomie künftig an der Bahrenfelder Straße einziehen wird, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
