Manchmal braucht es für eine große Idee vor allem den richtigen Riecher. Den hatten Klaus Rader und sein Geschäftspartner Friedemann Findeis, als sie 1999 eher beiläufig von einem italienischen Restaurant erfuhren, das in Nürnberg zum Verkauf stand. 80.000 D-Mark wechselten den Besitzer. Ein Lokal, 40 Plätze, eine überschaubare Investition. Dass daraus einmal eine Restaurantkette mit Standorten in ganz Europa werden würde, dürfte damals kaum jemand geahnt haben.
Nun hat die Erfolgsgeschichte einen tragischen Einschnitt bekommen. Klaus Rader ist im Alter von 63 Jahren auf Mallorca tödlich verunglückt. Während der Motorsportveranstaltung „550 Challenge Mallorca“ kam sein Wagen auf der kurvenreichen Ma-10 zwischen Pollença und Lluc von der Fahrbahn ab und stürzte einen Abhang hinunter, berichtet die Mallorca Zeitung. Rader starb noch am Unfallort. Seine 39-jährige Co-Pilotin wurde schwer verletzt. Die Rallye wurde nach dem Unglück abgesagt.
In der Gastronomieszene hinterlässt sein Tod eine Lücke. Denn Rader war einer der erfolgreichsten Systemgastronomen. Wie Gastronomie im großen Stil geht, hatte er bereits in jungen Jahren gelernt. Als damals jüngster McDonald’s-Franchisenehmer Deutschlands kannte er die Mechanismen der Systemgastronomie. Mit L’Osteria ging er später seinen eigenen Weg. Statt schneller Burger gab es italienische Klassiker, eine offene, lebendige Atmosphäre und Pizzen in XXL-Größe.
Gemeinsam mit Findeis entwickelte Rader aus einem Nürnberger Lokal eine Marke, die heute aus vielen deutschen Innenstädten kaum noch wegzudenken ist. Mehr als 140 Restaurants gibt es hierzulande, weitere in anderen europäischen Ländern. Rund 8.000 Menschen aus über 110 Nationen arbeiten für das Unternehmen, das inzwischen unter dem Dach von McWin geführt wird. In Hamburg gibt es sieben Filialen, die von Franchisenehmer Dirk Block betrieben werden.